Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 18/98

abstand.gif (36 Byte)

Himmel und Hölle haben ihre Klänge

Heil oder Unheil durch Musik

Musik scheint allgegenwärtig: Jeder Europäer hört durchschnittlich drei Stunden täglich, und 80 % aller Autofahrer fahren mit eingeschaltetem Radio. Musik beeinflusst den Menschen. Sie kann sowohl positiv als auch negativ auf uns wirken.

b_9818musiker.jpg (7676 Byte)
Musik ruft Gedanken und Bilder hervor - bei jedem andere

Stellen wir uns eine Filmszene vor: Eine Hütte am Seeufer bei Sonnenuntergang. Ein Mann nähert sich der Hütte. Was passiert? - Für die eine Gruppe von Testpersonen ist die Szene mit harmonischen, sanften Klängen unterlegt. Die meisten von ihnen antworten: Der Mann trifft sich gleich mit einer Frau zum Rendezvous. Für die zweite Gruppe wird eine andere Musik gewählt: Hohe, schrill vibrierende Streichermusik und gleichzeitig lauter Bass. Die Mehrzahl der Personen meint: Der Mann ist ein Verbrecher und möchte in die Hütte eindringen.

In fast allen Völkern dieser Erde gibt es für Grundsituationen des Menschen spezielle Lieder und Melodien, z. B. für romantische Erlebnisse, für den Krieg oder für Heilung von Krankheiten. Im Abendland wird schon seit dem 15. Jahrhundert Musik auch zur Leistungsverbesserung in Betrieben eingesetzt. Auch bei Sportlern ist diese Methode bekannt.

Je individueller die Musik auf den einzelnen abgestimmt ist, desto besser ihre Wirkung, erklären Fachleute. Genauer gesagt: Abgestimmt auf das, was jemand bezweckt. Denn es kommt auf das Ziel an, und zu jedem Ziel findet sich dann die geeignete Musik.

In der Medizin macht man sich mittlerweile zunutze, dass sich die Hirnströme eines Menschen in Töne umwandeln lassen. Bei der Methode der Psychofonie hört ein Patient z.B. auf Audio-Cassette seine eigene "Grundmelodie", wie sie im Zustand der Ruhe und Entspannung aufgenommen wurde. Damit wird der Genesungsprozess gefördert (siehe DAS WEISSE PFERD Nr. 16/98).

Ralph Spintge, Leiter einer Sport- und Schmerzklinik, erklärt, dass dank des Einsatzes von Musik in der von ihm geleiteten Klinik der Beruhigungs- und Schmerzmittelkonsum stark zurückging und die Angst vor Operationen abnahm. (Focus 32/98)

Missklänge stören die menschlichen Zellen

Viele Erfahrungen belegen mittlerweile: Laute, unharmonische Geräusche wirken belastend auf die Seele des Menschen. Wer sich ständig mit disharmonischen Tönen umgibt, kann z. B. die harmonischen leisen Empfindungen in seinem Inneren nicht mehr vernehmen, da Seele und Mensch nicht auf die Kräfte des Inneren eingestimmt sind. Missklänge stören auch die Tätigkeit der Zellen, Organe, Drüsen, Hormone und des Nervensystems.

Welche Musik fördert aber die Entfaltung des inneren Lebens? In dem durch Prophetenwort offenbarten geistigen Gut heißt es, dass viele uns bekannte harmonische Musikstücke der göttlichen Sphärenmusik sehr ähnlich sind. Solche Melodien folgen dabei nicht einem zufälligen Musikgeschmack, sondern einem genialen und einfachen Plan, der auch auf wissenschaftlichem Wege nachgewiesen werden kann.

Der Dur-Dreiklang und die Planetenbahnen

In seinem Buch Der messbare Einklang, Grundzüge einer empirischen Weltharmonik gibt der Wiener Musikprofessor Rudolf Haase einen Überblick darüber, in welchen Bereichen musikalische Gesetze und Naturgesetze übereinstimmen. In Astronomie, Chemie, Physik, Botanik, Zoologie, Anthropologie oder Kristallographie spielen proportionale Zahlenverhältnisse eine Rolle, die den musikalischen Proportionen wie z. B. Oktav, Quinte, Terz entsprechen. Zentral ist dabei der Dur-Akkord. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert der bekannte Astronom Johannes Kepler (1571-1630), dessen erklärtes Lebensziel es war, einen höheren göttlichen Plan in der Natur zu beweisen. In seinem Hauptwerk De harmonices mundi (Die Harmonie der Welt) weist er nach, dass sich die elliptischen Bahnen der Planeten weitgehend so verhalten wie die Töne eines Dur-Dreiklangs.

b_9818junge_musiker.jpg (5436 Byte)
Warum gefällt mir im Augenblick genau diese Art von Musik?

Der Musikwissenschaftler Haase verweist auf das anerkannte "Dur-Moll-System", "das am Ende dieser Jahrhunderte dauernden Entwicklung von der einst viel umfassenderen Diatonie als neues Tonsystem übrig blieb. Und mit diesem dualen System als Grundlage wurde dann von der Barockzeit an Musik geschaffen, die wir nicht ohne Grund besonders hoch einschätzen, da diese Musik zwischen 1600 und 1900 der menschlichen Veranlagung in geradezu idealer Weise entspricht" (Die harmonikalen Wurzeln der Musik, Wien 1969, S. 61).

Von manchen wird die Einschätzung von Haase allerdings mit Vorsicht betrachtet. Denn nach dem geistigen Prinzip "Wohin ich sende, von dort empfange ich" gibt es ein weiteres - musikwissenschaftlich allerdings kaum messbares - Kriterium dafür, ob eine Musik als harmonisch empfunden wird. Dies ergibt sich aus der Antwort auf folgende Fragen: Was hat der Komponist oder der Interpret in den Text und in die Melodie hineingelegt? Welche Gedanken, Gefühle, und Empfindungen schwingen hinter den Tönen, Klängen und Musiktexten mit?

Aus welchem Umfeld kommen die Töne?

Denn diese wirken auf den Hörer ein, sofern er dafür empfänglich ist. Sie können ihn z. B. stimulieren, eine Abwehrreaktion hervorrufen oder ihn dazu beeinflussen, bestimmte Gedankenbilder zu produzieren, je nachdem. Die Töne des Instruments sind nur wie "Schalen", die eine Frucht umschließen bzw. wie Übermittler einer Botschaft. Was auf die Seele einwirkt, ist das ganze Umfeld, aus dem die Töne kommen.

Wie hat also z.B. der klassische Komponist gelebt? Viele Hörer lassen sich auch leichter über melodische Pop-Musik positiv einstimmen als über Klassik. Und immer beliebter wird auch die Verbindung zwischen Pop und Klassik.

Wenn der Pianist Ingo Eißenbeiß darauf hinweist, dass 70 % der klassischen Musik heute zu schnell gespielt wird, was mit der Technisierung und Mechanisierung zu tun habe, dann mag das zutreffen. Doch ob ein klassischer Musikhörer im Jahr 1998 bereit wäre, sich auf langsamere Spielarten einzulassen? Dass die Zeit immer schneller läuft, die Stunden und Minuten gleichsam rasen und fliegen, spürt man auch in der Musik. Viele Menschen versuchen deswegen, innezuhalten und zur Ruhe zu finden. Dieser Sehnsucht kommen so genannte "Relax-CDs" entgegen oder neue private Radiosender, die ausschließlich beruhigende Musik spielen.

Keinen Gefallen tut sich aber, wer mit solcher Musik eine aufsteigende Unruhe verdrängen möchte, anstatt sie anzuschauen und ihre Inhalte zu bereinigen. Musiktherapeuten sprechen deshalb auch vom "Verdrängungshörer", der sich z. B. zum Mozarthören zwingt, um eine innere Bewegung niederzuhalten, der eine ganz andere Melodie entsprechen würde. Und wer umgekehrt nur die Musik hört, die zu seinem momentanen Seelenzustand passt, nutzt nicht die Hilfen der Musik, sich positiv einzustimmen. Musik kann sogar ein Mittel sein, um uns an die göttliche Herkunft unserer Seele zu erinnern, auch wenn sie die Bereinigung des Negativen mit unserem Nächsten nicht ersetzt.

Der Rhythmus wurde immer wichtiger

Der Musikgeschmack verändert sich ständig. In den vergangenen zwei Generationen hat sich u. a. der Charakter der populären Musik erheblich verschoben. War Rock´n Roll vor 40 Jahren noch revolutionär, wird er heute als angenehm und der Zeit angemessen empfunden. Dabei kommt es sehr auf die Begleitumstände an. "Sex and Drugs and Rock´n Roll" wurde z. B. zum "Leitspruch" vieler Musiker und Musikhörer. Und die Musikentwicklung seither hat die negative Tendenz zur Ausschweifung noch verstärkt. Denn mit Techno, Rap oder Trance-Musik zielen viele bewusst auf Ekstase-Erfahrungen und einen damit verbundenen Kontrollverlust ab.

b_9818proportionen.jpg (12963 Byte)

Körperproportionen entsprechen musikalischen Intervallen. Einen Nachweis liefert der Musikwissenschaftler Rudolf Haase in seinem Buch "Der messbare Einklang" (Wien 1976).

Zur Musik selbst kann man sagen: Melodien und Harmonien wurden immer unwichtiger, der Rhythmus stattdessen immer betonter, die Stücke immer monotoner. Bei modernen Stücken ist die Basis oft nur noch ein einziger Ton (sog. "modale Musik") und nicht mehr Klangfolgen nach klassischen Harmonielehren - obwohl ein guter Musiker natürlich auch auf dieser Grundlage schöne Melodien schaffen kann.

Östliche Einflüsse

Diese Entwicklung kommt nicht aus der abendländischen Tradition, sondern aus östlichen Traditionen. So war eine Gemeinsamkeit der Pioniere des Jazz, des Funk oder des Rock´n Roll oftmals auch deren intensive Beschäftigung mit östlichen Religionen. Indische Musikstücke mit surrenden Grundtönen und einer einfachen darum herum gelegten Melodie stehen z. B. Pate für abendländische "modale" oder "Techno"-Musik. Für die westliche Musikszene kann man insgesamt von einer Auflösung der Musikformen sprechen. Und könnte diese Auflösung nicht mit östlichen Lehren von der Auflösung aller Formen - auch der menschlichen Seele - als Ziel der Schöpfung zu tun haben? Im christlichen Glauben gibt es eine Auflösung im so genannten "Nirwana" nicht. Nach urchristlichem Wissen hat Christus dieses Vorhaben verhindert, aber in östlichen Religionen und Heilslehren wird es nach wie vor gelehrt.

So könnten religiöse Motive oder Sehnsucht nach "jenseitigen" Erfahrungen eine Rolle spielen, wenn Ekstase-Musik-Fans stundenlang pausenlos tanzen. Sie setzen sich damit z. B. der Gefahr aus, dass die Seele aus dem Körper hinausgetrommelt wird und jenseitige Seelen den Körper besetzen können. Die "andere Seite" der Ekstase sind oft einlullend-ruhige Klänge. Wenn ein Techno-Fan sich unter Umständen leichter bei östlichen Klängen entspannt als bei einem Stück von Haydn oder Händel, dann kann das daran liegen, dass die musikalischen Wurzeln verwandter sind.

Wer sich dessen bewusst ist, wird Musik anders hören und erleben, sei es bei einem klassisches Konzert, bei einem Pop-Konzert oder bei einer Love-Parade mit Technoklängen. Immer gilt: Wohin ich sende - von dort her empfange ich. Und wer von uns weiß, wohin er sendet, und von wo er empfängt?

Viele Musiker geben ethische Ideale vor. Doch werden diese Ideale auch angestrebt bzw. verwirklicht, oder wird die Musik nur damit verbrämt? Manche Musiker lassen sich wie "Götter" verehren, und manche Bühnen sind ähnlich gestaltet wie die Alterräume der Kirchen. Die "Götter" saugen dabei die Energien ihrer Verehrer auf. Wo Musik dem menschlichen Ego zur Aufwertung dient, sind die Unterschiede zwischen Gangsta-Rap und Haydn oder Brahms gering. Jeder Musiker kann sich durch den Applaus der Hörer aufwerten, sich höher dünken als sein Publikum und letztlich ein Kanal für jenseitige Energiefelder sein, denn die aufgesaugte Energie wird oft unbewusst in solche Bereiche weitergeleitet.

Allein zur Ehre Gottes

Johann Sebastian Bach hat den Sinn seines Musikschaffens mit dem Wort erklärt: "Soli Deo Gloria", allein zur Ehre Gottes, und viele Musiker sagen es heute ähnlich. Doch ist es auch so? Oder spielt das Unterbewusstsein manchem Künstler einen Streich, und er nährt unterbewusst doch die eigene Ehre?

Ist unser Gewissen wach, spüren wir auch als Hobby-Musiker, ob wir mit einem Lied jemandem selbstlos eine Freude machen oder ob wir uns bei unserer Darbietung auch selbst darstellen wollen und uns insgeheim auf die Schulter klopfen.

b_9818verinnerlichung.jpg (6012 Byte)
Viele Menschen sehnen sich nach Verinnerlichung. Die Nachfrage nach "meditativer" Musik wächst.

In der Neu-Offenbarung Die großen Kosmischen Lehren gibt Christus durch Prophetenmund eine Vision vom Menschen. Als Zielbild gilt der aufrechte Mensch, und dem aufrechten Menschen entsprechen auch bestimmte Klänge: "Der aufrechte Mensch ist gleichsam der Aufgerichtete, der die kosmischen Klänge in seinem Denken, Reden und Tun ausstrahlt, dessen Gestik und Mimik die kosmischen Symphonien zum Ausdruck bringen" (Verlag Das Wort, siehe unten, S. 1268).

Feine Antennen

Der aufrechte Mensch hat gelernt, sein Sündhaftes zu bereinigen und seine Antenne auf Gott auszurichten. Von dort empfängt er dann auch. Dadurch lernt er zugleich, seine Umgebung besser zu erfassen und zu verstehen und mit den Naturreichen zu kommunizieren.

Inhalt Ausgabe 18/98
Hauptseite
Archiv - alle früheren Ausgaben
Suchen
Abo-Service
Impressum
Post an uns


Viele Menschen in manchen Religionen und Kulturen haben sich diese Fähigkeiten durch die Bereinigung des Negativen in ihrem Leben bewahrt oder haben sie wiedererlangt. So spüren sie z. B. viel feiner, wie z. B. die Pflanzen- und Tierwelt auf uns Menschen reagiert, auch auf die Musik des Menschen. Oder sie vernehmen die ureigenen Klänge und Melodien aus der Natur. So entströmt jedem Baum am Straßenrand, an dem wir mit dem Auto vorbeifahren, eine Melodie. Wer einmal zur Übung anstelle Autoradio zu hören sein inneres Bewusstsein auf die Fahrbahn und den Bäumen am Straßenrand richtet, mag vielleicht Klänge erahnen, für die er bisher taub war. (Dieter Potzel)

In einer Rockband spielen -
warum denn nicht?

Interessante Erfahrungen machten Jugendliche bei einem urchristlichen Jugendtreffen, als sie einmal die unterschiedlichsten Melodien und Klänge auf sich wirken ließen. Anschließend sprach man darüber: Warum gefällt mir im Augenblick genau diese Art von Musik? Was vermittelt sie mir? Ist es z. B. etwas, was mir zur Zeit fehlt? Warum missfällt mir diese oder jene Art von Musik? Was stört mich, oder was werte ich ab? Und warum? "Alles mit Maß und Ziel" lautete ein Ergebnis - warum nicht Rockmusik hören oder selbst in einer Rockband spielen? Wenn es nicht zu Ausschweifungen oder gar zu Exzessen führt? (dp)

Jeder hört es anders

"Machst du deinen Nächsten auf bestimmte Töne oder Farben oder Formen aufmerksam, dann wird er trotz deiner Beschreibung die Töne wieder anders aufnehmen als du. Es ist möglich, dass dein Nächster sogar mehr Töne wahrnimmt als du oder mehr Farbnuancen sieht als du oder die Formen für ihn eine andere Gestalt haben, als du sie siehst. Wer kann wem beweisen, dass er den richtigen Ton hört oder die richtige Farbe oder die richtige Form sieht? Kein Mensch kann dem anderen etwas beweisen, weil jeder anders sieht, fühlt, empfindet und denkt." (Aus: Die Großen Kosmischen Lehren des Jesus von Nazareth an Seine Apostel und Jünger, die es fassen konnten,
http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.
cgi?article=s317de&type=desc&rtopic=botschaftausdemall)


 



Copyright © Verlag DAS WEISSE PFERD GmbH, Marktheidenfeld, Germany

http://www.das-weisse-pferd.com
- E-Mail: info@das-weisse-pferd.com

Verlag Das Weisse Pferd, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld-Altfeld
Tel. 09391 / 504 - 207, Fax - 210


Fernsehtipp
: www.erde-und-mensch.tv

Hit Counter