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Himmel und Hölle haben ihre Klänge
Heil oder Unheil durch
Musik
Musik scheint
allgegenwärtig: Jeder Europäer hört durchschnittlich drei Stunden täglich, und 80 %
aller Autofahrer fahren mit eingeschaltetem Radio. Musik beeinflusst den Menschen. Sie
kann sowohl positiv als auch negativ auf uns wirken.

Musik ruft Gedanken und Bilder hervor - bei jedem andere
Stellen wir uns eine Filmszene vor: Eine Hütte am Seeufer bei
Sonnenuntergang. Ein Mann nähert sich der Hütte. Was passiert? - Für die eine Gruppe
von Testpersonen ist die Szene mit harmonischen, sanften Klängen unterlegt. Die meisten
von ihnen antworten: Der Mann trifft sich gleich mit einer Frau zum Rendezvous. Für die
zweite Gruppe wird eine andere Musik gewählt: Hohe, schrill vibrierende Streichermusik
und gleichzeitig lauter Bass. Die Mehrzahl der Personen meint: Der Mann ist ein Verbrecher
und möchte in die Hütte eindringen.
In fast allen Völkern dieser Erde gibt es für Grundsituationen des
Menschen spezielle Lieder und Melodien, z. B. für romantische Erlebnisse, für den Krieg
oder für Heilung von Krankheiten. Im Abendland wird schon seit dem 15. Jahrhundert Musik
auch zur Leistungsverbesserung in Betrieben eingesetzt. Auch bei Sportlern ist diese
Methode bekannt.
Je individueller die Musik auf den einzelnen abgestimmt ist, desto besser
ihre Wirkung, erklären Fachleute. Genauer gesagt: Abgestimmt auf das, was jemand
bezweckt. Denn es kommt auf das Ziel an, und zu jedem Ziel findet sich dann die geeignete
Musik.
In der Medizin macht man sich mittlerweile zunutze,
dass sich die
Hirnströme eines Menschen in Töne umwandeln lassen. Bei der Methode der Psychofonie
hört ein Patient z.B. auf Audio-Cassette seine eigene "Grundmelodie", wie sie
im Zustand der Ruhe und Entspannung aufgenommen wurde. Damit wird der
Genesungsprozess
gefördert (siehe DAS WEISSE PFERD Nr. 16/98).
Ralph Spintge, Leiter einer Sport- und Schmerzklinik, erklärt,
dass dank
des Einsatzes von Musik in der von ihm geleiteten Klinik der Beruhigungs- und
Schmerzmittelkonsum stark zurückging und die Angst vor Operationen abnahm.
(Focus 32/98)
Missklänge stören die menschlichen Zellen
Viele Erfahrungen belegen mittlerweile: Laute, unharmonische Geräusche
wirken belastend auf die Seele des Menschen. Wer sich ständig mit disharmonischen Tönen
umgibt, kann z. B. die harmonischen leisen Empfindungen in seinem Inneren nicht mehr
vernehmen, da Seele und Mensch nicht auf die Kräfte des Inneren eingestimmt sind.
Missklänge stören auch die Tätigkeit der Zellen, Organe, Drüsen, Hormone und des
Nervensystems.
Welche Musik fördert aber die Entfaltung des inneren Lebens? In dem durch
Prophetenwort offenbarten geistigen Gut heißt es, dass viele uns bekannte harmonische
Musikstücke der göttlichen Sphärenmusik sehr ähnlich sind. Solche Melodien folgen
dabei nicht einem zufälligen Musikgeschmack, sondern einem genialen und einfachen Plan,
der auch auf wissenschaftlichem Wege nachgewiesen werden kann.
Der Dur-Dreiklang und die Planetenbahnen
In seinem Buch Der messbare Einklang, Grundzüge einer
empirischen Weltharmonik gibt der Wiener Musikprofessor Rudolf Haase einen
Überblick darüber, in welchen Bereichen musikalische Gesetze und Naturgesetze
übereinstimmen. In Astronomie, Chemie, Physik, Botanik, Zoologie, Anthropologie oder
Kristallographie spielen proportionale Zahlenverhältnisse eine Rolle, die den
musikalischen Proportionen wie z. B. Oktav, Quinte, Terz entsprechen. Zentral ist dabei der
Dur-Akkord. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert der bekannte Astronom Johannes Kepler
(1571-1630), dessen erklärtes Lebensziel es war, einen höheren göttlichen Plan in der
Natur zu beweisen. In seinem Hauptwerk De harmonices mundi (Die
Harmonie der Welt) weist er nach, dass sich die elliptischen Bahnen der Planeten
weitgehend so verhalten wie die Töne eines Dur-Dreiklangs.

Warum gefällt mir im Augenblick genau diese Art von Musik?
Der Musikwissenschaftler Haase verweist auf das anerkannte
"Dur-Moll-System", "das am Ende dieser Jahrhunderte dauernden Entwicklung
von der einst viel umfassenderen Diatonie als neues Tonsystem übrig blieb. Und mit diesem
dualen System als Grundlage wurde dann von der Barockzeit an Musik geschaffen, die wir
nicht ohne Grund besonders hoch einschätzen, da diese Musik zwischen 1600 und 1900 der
menschlichen Veranlagung in geradezu idealer Weise entspricht" (Die harmonikalen
Wurzeln der Musik, Wien 1969, S. 61).
Von manchen wird die Einschätzung von Haase allerdings mit Vorsicht
betrachtet. Denn nach dem geistigen Prinzip "Wohin ich sende, von dort empfange
ich" gibt es ein weiteres - musikwissenschaftlich allerdings kaum
messbares -
Kriterium dafür, ob eine Musik als harmonisch empfunden wird. Dies ergibt sich aus der
Antwort auf folgende Fragen: Was hat der Komponist oder der Interpret in den Text und in
die Melodie hineingelegt? Welche Gedanken, Gefühle, und Empfindungen schwingen hinter den
Tönen, Klängen und Musiktexten mit?
Aus
welchem Umfeld kommen die Töne?
Denn diese wirken auf den Hörer ein, sofern er dafür empfänglich ist.
Sie können ihn z. B. stimulieren, eine Abwehrreaktion hervorrufen oder ihn dazu
beeinflussen, bestimmte Gedankenbilder zu produzieren, je nachdem. Die Töne des
Instruments sind nur wie "Schalen", die eine Frucht umschließen bzw. wie
Übermittler einer Botschaft. Was auf die Seele einwirkt, ist das ganze Umfeld, aus dem
die Töne kommen.
Wie hat also z.B. der klassische Komponist gelebt? Viele Hörer lassen
sich auch leichter über melodische Pop-Musik positiv einstimmen als über Klassik. Und
immer beliebter wird auch die Verbindung zwischen Pop und Klassik.
Wenn der Pianist Ingo Eißenbeiß darauf hinweist, dass 70 % der
klassischen Musik heute zu schnell gespielt wird, was mit der Technisierung und
Mechanisierung zu tun habe, dann mag das zutreffen. Doch ob ein klassischer Musikhörer im
Jahr 1998 bereit wäre, sich auf langsamere Spielarten einzulassen? Dass die Zeit immer
schneller läuft, die Stunden und Minuten gleichsam rasen und fliegen, spürt man auch in
der Musik. Viele Menschen versuchen deswegen, innezuhalten und zur Ruhe zu finden. Dieser
Sehnsucht kommen so genannte "Relax-CDs" entgegen oder neue private Radiosender,
die ausschließlich beruhigende Musik spielen.
Keinen Gefallen tut sich aber, wer mit solcher Musik eine aufsteigende
Unruhe verdrängen möchte, anstatt sie anzuschauen und ihre Inhalte zu bereinigen.
Musiktherapeuten sprechen deshalb auch vom "Verdrängungshörer", der sich z. B.
zum Mozarthören zwingt, um eine innere Bewegung niederzuhalten, der eine ganz andere
Melodie entsprechen würde. Und wer umgekehrt nur die Musik hört, die zu seinem
momentanen Seelenzustand passt, nutzt nicht die Hilfen der Musik, sich positiv
einzustimmen. Musik kann sogar ein Mittel sein, um uns an die göttliche Herkunft unserer
Seele zu erinnern, auch wenn sie die Bereinigung des Negativen mit unserem Nächsten nicht
ersetzt.
Der Rhythmus
wurde immer wichtiger
Der Musikgeschmack verändert sich ständig. In den vergangenen zwei
Generationen hat sich u. a. der Charakter der populären Musik erheblich verschoben. War
Rock´n Roll vor 40 Jahren noch revolutionär, wird er heute als angenehm und der Zeit
angemessen empfunden. Dabei kommt es sehr auf die Begleitumstände an. "Sex and Drugs
and Rock´n Roll" wurde z. B. zum "Leitspruch" vieler Musiker und
Musikhörer. Und die Musikentwicklung seither hat die negative Tendenz zur Ausschweifung
noch verstärkt. Denn mit Techno, Rap oder Trance-Musik zielen viele
bewusst auf
Ekstase-Erfahrungen und einen damit verbundenen Kontrollverlust ab.

Körperproportionen entsprechen musikalischen Intervallen. Einen Nachweis
liefert der Musikwissenschaftler Rudolf Haase in seinem Buch "Der
messbare
Einklang" (Wien 1976).
Zur Musik selbst kann man sagen: Melodien und Harmonien wurden immer
unwichtiger, der Rhythmus stattdessen immer betonter, die Stücke immer monotoner. Bei
modernen Stücken ist die Basis oft nur noch ein einziger Ton (sog. "modale
Musik") und nicht mehr Klangfolgen nach klassischen Harmonielehren - obwohl ein guter
Musiker natürlich auch auf dieser Grundlage schöne Melodien schaffen kann.
Östliche Einflüsse
Diese Entwicklung kommt nicht aus der abendländischen Tradition, sondern
aus östlichen Traditionen. So war eine Gemeinsamkeit der Pioniere des Jazz, des Funk oder
des Rock´n Roll oftmals auch deren intensive Beschäftigung mit östlichen Religionen.
Indische Musikstücke mit surrenden Grundtönen und einer einfachen darum herum gelegten
Melodie stehen z. B. Pate für abendländische "modale" oder
"Techno"-Musik. Für die westliche Musikszene kann man insgesamt von einer
Auflösung der Musikformen sprechen. Und könnte diese Auflösung nicht mit östlichen
Lehren von der Auflösung aller Formen - auch der menschlichen Seele - als Ziel der
Schöpfung zu tun haben? Im christlichen Glauben gibt es eine Auflösung im so genannten
"Nirwana" nicht. Nach urchristlichem Wissen hat Christus dieses Vorhaben
verhindert, aber in östlichen Religionen und Heilslehren wird es nach wie vor gelehrt.
So könnten religiöse Motive oder Sehnsucht nach "jenseitigen"
Erfahrungen eine Rolle spielen, wenn Ekstase-Musik-Fans stundenlang pausenlos tanzen. Sie
setzen sich damit z. B. der Gefahr aus, dass die Seele aus dem Körper hinausgetrommelt
wird und jenseitige Seelen den Körper besetzen können. Die "andere Seite" der
Ekstase sind oft einlullend-ruhige Klänge. Wenn ein Techno-Fan sich unter Umständen
leichter bei östlichen Klängen entspannt als bei einem Stück von Haydn oder Händel,
dann kann das daran liegen, dass die musikalischen Wurzeln verwandter sind.
Wer sich dessen bewusst ist, wird Musik anders hören und erleben, sei es
bei einem klassisches Konzert, bei einem Pop-Konzert oder bei einer Love-Parade mit
Technoklängen. Immer gilt: Wohin ich sende - von dort her empfange ich. Und wer von uns
weiß, wohin er sendet, und von wo er empfängt?
Viele Musiker geben ethische Ideale vor. Doch werden diese Ideale auch
angestrebt bzw. verwirklicht, oder wird die Musik nur damit verbrämt? Manche Musiker
lassen sich wie "Götter" verehren, und manche Bühnen sind ähnlich gestaltet
wie die Alterräume der Kirchen. Die "Götter" saugen dabei die Energien ihrer
Verehrer auf. Wo Musik dem menschlichen Ego zur Aufwertung dient, sind die Unterschiede
zwischen Gangsta-Rap und Haydn oder Brahms gering. Jeder Musiker kann sich durch den
Applaus der Hörer aufwerten, sich höher dünken als sein Publikum und letztlich ein
Kanal für jenseitige Energiefelder sein, denn die aufgesaugte Energie wird oft
unbewusst
in solche Bereiche weitergeleitet.
Allein
zur Ehre Gottes
Johann Sebastian Bach hat den Sinn seines Musikschaffens mit dem
Wort erklärt: "Soli Deo Gloria", allein zur Ehre Gottes, und viele Musiker
sagen es heute ähnlich. Doch ist es auch so? Oder spielt das
Unterbewusstsein manchem
Künstler einen Streich, und er nährt unterbewusst doch die eigene Ehre?
Ist unser Gewissen wach, spüren wir auch als Hobby-Musiker, ob wir mit
einem Lied jemandem selbstlos eine Freude machen oder ob wir uns bei unserer Darbietung
auch selbst darstellen wollen und uns insgeheim auf die Schulter klopfen.

Viele Menschen sehnen sich nach Verinnerlichung. Die Nachfrage nach
"meditativer" Musik wächst.
In der Neu-Offenbarung Die großen Kosmischen Lehren gibt Christus
durch Prophetenmund eine Vision vom Menschen.
Als Zielbild gilt der aufrechte Mensch, und dem aufrechten Menschen entsprechen auch
bestimmte Klänge: "Der aufrechte Mensch ist gleichsam der Aufgerichtete,
der die kosmischen Klänge in seinem Denken, Reden und Tun ausstrahlt,
dessen Gestik und Mimik die kosmischen Symphonien zum Ausdruck bringen"
(Verlag Das Wort, siehe unten, S. 1268).
Feine Antennen
Der aufrechte Mensch hat gelernt, sein Sündhaftes zu bereinigen und seine
Antenne auf Gott auszurichten. Von dort empfängt er dann auch. Dadurch lernt er zugleich,
seine Umgebung besser zu erfassen und zu verstehen und mit den Naturreichen zu
kommunizieren. |