Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 18/98

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Fernsehfilm über die Bewusstseinsleistungen von Tieren

"Wenn Tiere reden könnten"

Freudig und aufgeregt schiebt sich der Delphin an den unter Wasser angebrachten Spiegel heran, öffnet sein Maul, streckt seine Zunge heraus, legt den Kopf etwas schief. Er vollführt Bewegungen, die man sonst nicht bei Seinesgleichen sehen kann. Die Unterwasserkamera liefert uns den Beweis: Der Delphin hat den "Spiegeltest" bestanden.

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Ein Graupapagei, der spricht - und weiß, was er sagt

"Er hat nämlich sich selbst im Spiegel erkannt - sozusagen sich persönlich. Der Fernsehbericht aus der Reihe Wenn Tiere reden könnten zeigte in seiner letzten Folge auch ein Gegenbeispiel: eine Horde Paviane, denen ein großer Spiegel gegenübergestellt wurde. Sie begrüßen die "Neuankömmlinge" im Spiegel wie Mitglieder einer anderen Horde, nähern sich ihnen vorsichtig, streicheln sie, um ihre Friedfertigkeit zu bekunden.

Auch Kleinkinder reagieren bis zum Alter von etwa drei Jahren ähnlich: Sie erfassen nicht, dass sie selbst es sind, den sie da sehen - es muss jemand anderes sein, denken sie.

Mithilfe der modernen Technik konnten die in den Film gezeigten Forscher dann ein Rätsel lösen: Wieso erkennen sich Schimpansen und Orang Utans sehr rasch im Spiegel, Gorillas jedoch nicht? Die Lösung ist: Weil sich Gorillas kaum in die Augen sehen - also auch das Spiegelbild nicht näher zu betrachten wagen. Sie könnten den möglichen "Neuankömmling" sonst provozieren. Also stellte man keinen Spiegel vor den Gorillakäfig, sondern einen Bildschirm, an den eine Kamera angeschlossen war. Mit dieser Kamera nahm man nun die Gorillas immer schräg von der Seite auf und ließ sie die so entstehenden Bilder unmittelbar sehen. Ein spannender Augenblick - und es klappte: Das Gorillaweibchen betrachtet sich aufmerksam, dreht den Kopf, wischt sich schließlich (und nicht dem Spiegelbild!) einen Fleck aus dem Fell, den es auf dem Bildschirm gesehen hat.

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   Pausenplauderei zwischen Zweibeinern

Mit ähnlichen Experimenten lässt sich zeigen, dass zahlreiche Tiere in der Lage sind, sich in andere Tiere hineinzuversetzen - was Kinder ebenfalls erst im Laufe der ersten vier Jahre erlernen. Sie können z. B. andere täuschen oder erfassen, dass ein anderer nur das wissen kann, was er gesehen hat. Wo wird er einen Gegenstand suchen, der in seiner Abwesenheit woanders versteckt wurde? Natürlich am alten Platz. Ein Kind von drei Jahren begreift dies noch nicht - doch ein Schimpanse tut es.

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Ein Zwergmungo bewacht die Rotte

In ihrem Buch Haben Tiere ein Bewusstsein beschreiben Volker Arzt und Immanuel Birmelin, die Autoren der Fernsehserie, weitere Beispiele für erstaunliche Lernleistungen von Tieren - und das nicht nur in Gefangenschaft. Zwergmungos z. B. bringen in freier Wildbahn ihren Jungen bei, wie man die Rotte bewacht. Und Unterrichten ist ein seelischer Vorgang, der sehr viel Einfühlung erfordert. Ein Vogel ist jedoch der Star im Film wie im Buch: Der Graupapagei von Irene Pepperberg, der nicht nur über hundert Wörter auf Englisch spricht, sondern auch versteht, was sie bedeuten. Nur wenn er nicht mag, erzählt er einfach Unsinn.

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Es ist natürlich nicht der Sinn eines Tierlebens, intellektuelle Leistungen der Menschen nachzuahmen. Es scheint eher der Mensch zu sein, der hier etwas lernen will und muss: Dass Tiere eine Seele haben. Doch auch noch so viele Experimente werden wohl nur diejenigen überzeugen, die ohnehin schon ein Herz für ihre Übernächsten haben.

Literatur:
- Volker Arzt / Immanuel Birmelin, Haben Tiere ein Bewusstsein? Wenn Affen lügen, wenn Katzen denken und Elefanten traurig sind, Goldmann-TB 12602, 12,90 €
- Du das Tier, Du der Mensch, wer hat höhere Werte?
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s133de&type=toc&rtopic=tiereundnatur


 



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Fernsehtipp
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