Am 12. Oktober 1492 ging er auf
der Bahama-Insel Guanahani an Land. Am 12. Oktober 1998 wurde er von den Vertretern von
sieben indianischen Völkern in Honduras zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Die Indios vollzogen die symbolische Hinrichtung, indem sie mit Pfeilen
auf ein Bildnis von Christoph Kolumbus schossen. Diese Hinrichtung erfolgte im
Anschluss
an einen mehrere Monate dauernden Prozess, in dem die Taten des Kolumbus und seine Folgen
erörtert wurden. Ein Jahr zuvor hatten die Indios an gleicher Stelle eine Kolumbusstatue
umgestürzt und mit roter Farbe beschmiert - als Symbol für das viele Blut, das im
Gefolge der spanischen Eroberung über ihre Vorfahren kam.

Der 12. Oktober wird in manchen Gegenden Lateinamerikas als Feiertag der
Entdeckung Amerikas begangen. Doch die Indios sehen keinen Grund zum Feiern. Man schätzt,
dass 60 Millionen Indianer durch die Mordlust und Geldgier der Eroberer zu Tode kamen -
der Eroberer, die auf all ihren Wegen das Zeichen des Kreuzes mit sich führten und
vorgaben, ihre Taten im Namen Gottes zu vollführen. Mit dem 12. Oktober 1492, so heißt
es in dem Prozessurteil gegen Kolumbus, habe ein "Zeitalter des Völkermords, der
Grausamkeit und der Sklaverei begonnen", das zuvor "in der Geschichte der
Menschheit unbekannt war."
Es ist nur folgerichtig, dass die Indios als Schadensersatz vom Vatikan
und von der Regierung Spaniens die Herausgabe der Schätze fordern, die den Indianern
geraubt worden waren.
"Gottes Mühlen mahlen langsam", heißt ein Sprichwort. Ca. 500
Jahre nach immer noch ungesühnten Taten der Eroberer kommen diese verstärkt ans Licht.