Lass dein
Kind nicht taufen !
Du handelst gegen die
Weisung des Jesus,
des Christus (Teil 1)
"Lass
dein Kind nicht taufen - du handelst gegen die Weisung des Jesus, des
Christus", steht auf einem Plakat zu lesen, das in
einem Würzburger Café aushängt. Junge Urchristen laden dabei zu einem
Gespräch mit zwei ehemaligen Pfarrern ein. 
Immer mehr Eltern lassen ihr Kind nicht taufen:
Das Kind kann später selbst entscheiden
Bei dem Gespräch geht es auch um die Frage, warum manche Eltern, die
christlich leben möchten, ihre Kinder taufen lassen, obwohl Jesus, der Christus, nirgends
eine Kinder- bzw. Säuglingstaufe lehrte. Das Weisse Pferd weist auf die
Hintergründe der kirchlichen Taufe hin, erklärt, was dabei geschieht, und zeigt den
Eltern Alternativen auf: Wie können sie ihren Kindern das Vertrauen zu Gott vermitteln
und ihnen Vorbild im Glauben sein - ohne dass die Kinder im Säuglingsalter ungefragt zu
Kirchenmitgliedern gemacht werden?
Was ist die Weisung des Jesus, des Christus?
Jesus von Nazareth hat nicht getauft (vgl.
Johannes 4, 1). Zu Seinen Jüngern sagte Er:
Lehret, dann taufet, und dann lehret weiter. Mit der Taufe ist dabei die Geisttaufe
gemeint. Menschen, die bereits über längere Zeit die Lehre verwirklichten,
schließen sich nach der Geisttaufe den Jüngern an, die von Christus mit Hilfe des
Inneren Wortes unmittelbar geführt werden können. Die Getauften werden weiterhin
in allem gelehrt, was für sie notwendig ist. Daneben gab es im Urchristentum
gelegentlich die Taufe mit Wasser als Symbol der Umkehr, die auf Johannes den Täufer
zurückgeht: Jemand bereut sein Sündhaftes und entscheidet sich neu, Jesus
nachzufolgen, indem er täglich sein Sündhaftes bereinigt und mit Gottes Hilfe nicht mehr
tut. Doch während sich nur selten Menschen fanden, welche die Reife für eine Geisttaufe
entwickelten, gab es immer wieder Menschen, die ihr Leben erstmals auf Christus ausrichten
wollten. In diesem Zusammenhang wurde das Symbol der Wassertaufe immer beliebter und hat
sich im Laufe der Zeit fast unmerklich gewandelt: Aus dem Symbol für
die innere Reinigung und für die Vergebung der Sünden wurde ein
veräußerlichter Ersatz. Man hielt das Symbol für das "Eigentliche",
das "Eigentliche" aber, die Verwirklichung der Lehre, trat
in den Hintergrund - ein kirchliches "Gnadenmittel" (=
Sakrament) war entstanden, bei dessen Durchführung sich die "Reinigung"
angeblich automatisch vollzieht - der Wille des Christus, nämlich der
aktive Glaube, d. h. die Bereinigung bzw. Versöhnung mit unserem
Nächsten, wurde damit ins Gegenteil verkehrt.
Was geschieht bei der kirchlichen Säuglingstaufe?
Die Kirchen dichteten der Taufe mehrere angebliche Wirkungen an. Fest
steht aber nur: Bei der Taufe wird die evangelische bzw. katholische
Kirchenmitgliedschaft begründet und in manchen Ländern damit automatisch auch eine
Kirchensteuerpflicht bei späterem eigenen Verdienst.
Wie wird die Taufe vollzogen? Ein Pfarrer oder Priester
lässt aus seiner
Hand dreimal Wasser über den Scheitel des Säuglings fließen und spricht dabei die Worte
"Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes," in
Namen eines so genannten "dreieinigen" Gottes, der ein Gott in drei
Personen sein soll. Von diesem Augenblick an ist das Kind Mitglied der Kirche.
Stellvertretend bekannten sich zuvor Eltern und Paten zur kirchlichen Lehre bzw. dazu, das
Kind im Geist dieser Lehre zu erziehen.
Die
Taufhandlung kann rückgängig gemacht werden
Millionen von getaufter Menschen stimmen aber später nicht mit
der Kirche überein bzw. fühlen sich vereinnahmt, und sie treten aus. In Deutschland kann
jemand mit 14 Jahren die bei der Taufe begründete Mitgliedschaft ohne Zustimmung der
Eltern rückgängig machen, vor dem 14. Lebensjahr müssen es die Eltern für das Kind
tun, und vom 12.-14. Lebensjahr bedürfen die Eltern dabei der Zustimmung des Kindes.
Den "Bund", den angeblich Gott beim Taufakt mit dem Säugling geschlossen hat,
soll nach der Lehre der Kirchen kein Getaufter jemals rückgängig machen können. Das
stimmt aber nicht, denn Gott schließt bei keiner kirchlichen Taufhandlung einen Bund mit
einem Menschen. Er wohnt in jedem Menschen, ob kirchlich getauft oder nicht, und Er
wartet, bis sich jemand Ihm zuwendet. Und Er liebt und behandelt alle gleich ohne Ansehung
der Konfessions- oder Kirchenzugehörigkeit. So kann durch einen Kirchenaustritt die bei
der Taufe hergestellte Kirchenbindung im Äußeren vollständig gelöst werden. Und auch
die innere Befreiung von einer äußeren Kirche und ihren Sakramenten ist mit der Hilfe
von Christus vollständig möglich. Dies liegt bei jedem einzelnen.
Wie hat sich
die kirchliche Säuglingstaufe entwickelt?
Die Säuglingstaufe entsteht aus einer zunehmende Verfälschung
des ursprünglich von Christus Gelehrten, und zwar in folgender Reihenfolge:
Die mögliche Wassertaufe für Erwachsene wird zum Fest ausgestaltet und
mit Elementen aus den heidnischen Religionen und Riten immer mehr veräußerlicht
(z. B. Taufstein, Durchführung der Taufe durch einen Priester, bestimmte Taufformeln,
Taufgewänder, Fastengebote usw.) Zu diesen Riten gehören auch Weihen für den
Lebensbeginn bei Säuglingen.
Diese vermischte die Kirche mit dem Jesuswort "Lasset die Kinder zu mir kommen!"
Doch Jesus taufte die Kinder nicht. Er ließ sie zu sich kommen, nahm sie mit in die
große Gemeinschaft hinein und "segnete" sie, d. h. er gab ihnen vermehrt Kraft
aus seinem Inneren. Er machte sie aber nicht zu Mitgliedern einer Gemeinschaft. Das ist
bei der kirchlichen Säuglingstaufe anders. Dort waren auch zahlreiche Denkprobleme zu
lösen, wobei sich die Kirche noch weiter von Jesus entfernte. Die Taufe soll ja z. B.
Sünden abwaschen können, doch Säuglinge können ja noch nicht zwischen Gut und Böse
unterscheiden und deshalb auch nicht sündigen:
Die kirchliche "Lösung" dieses Denkproblems ist die Neuentwicklung einer
Erbsündenlehre, die das urchristliche Wissen um die Reinkarnation allmählich in den
Hintergrund drängt und schließlich ersetzt. Demnach kommt jeder Säugling mit einer
Erbsünde auf die Welt, die ihm bei der Taufe vergeben wird bzw. gelöscht wird.
Die Neuentwicklung der Erbsündenlehre geht im 3. Jh. einher mit der
Neuentwicklung der Lehre von einer ewigen Verdammnis für Ungläubige bzw. Ungetaufte.
Mit Erörterungen darüber, wer genau ewig verdammt wird und wer nicht, schafft sich die
Kirche beim Volk ein Instrument der Einschüchterung. Im Jahr 418
entschied die Kirche sogar: "Wenn Kinder ungetauft sterben,
kommen sie in die Hölle" (Synode von
Karthago). Im Mittelalter mildert man die Lehre dann wieder ab: Das Baby komme nur ewig an
einen neutralen Ort ohne Freude und Leid.
Doch ob Verdammnis oder "neutraler" Ort? Welche Eltern wollen schon so etwas
für das Kind? Aus Angst lassen sie das Kind jetzt sofort nach der Geburt taufen. Auch
wird eine Lehre von der Nottaufe entwickelt: Bei Lebensgefahr für das Baby braucht es
ausnahmsweise keinen Priester für die Zeremonie.
Im Mittelalter lässt die Kirche alle Bevölkerungsgruppen ausrotten,
in denen Kinder nicht getauft werden.
Am bekanntesten ist der Kreuzzug gegen die so genannten "Katharer" in
Südfrankreich. Wenn einzelne ihr Kind nicht taufen wollen, werden sie vom Staat auf
Betreiben sowohl der katholischen Kirche als auch der evangelischen Kirche hingerichtet,
die Kinder anschließend zwangsgetauft und kirchlichen Erziehungseinrichtungen übergeben.

Mittelalterliches Taufbecken
in Wittenberg, über dem Martin Luther taufte -
Wer sein Kind nicht brachte, wurde hingerichtet
Wegweisend für die evangelischen
Kirchen wird das vom "Reformator" Melanchthon verfasste und von Luther
befürwortete evangelische Gutachten der Universität Wittenberg, das die Hinrichtung
unwilliger Eltern durch die staatlichen Behörden fordert.
Trotz Rückgangs der kirchlichen Macht in der Zeit der Aufklärung und
der Neuzeit wirkt die tief sitzende Angst in den Seelen der Menschen nach über 1500 Jahren
kirchlicher Indoktrination weiter. Die Säuglingstaufe bleibt für die Mehrheit der
Bevölkerung maßgeblich.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichnen die Kirchen
in Europa Einbrüche bei den Taufanmeldungen, zunächst in der DDR, später auch in
westlichen Demokratien. Als Reaktion passen die Kirchen ihre Tauflehren immer mehr dem
Denken der Menschen an: Kirchliche Werbung für die Säuglingstaufe tritt oft an die
Stelle von offensichtlicher Einschüchterung.
Auf bedrohliche Lehraussagen wird vielfach verzichtet und sich dafür bemüht, nur das
scheinbar Positive bei der Taufe herauszustellen, z. B. ein kaum
näher definiertes "Ja Gottes zum Menschen". Unterschwellig und oft schwerer zu erkennen wirken
darin aber die alten Drohungen weiter. Denn was würde mit den Ungetauften geschehen? Und
was ist mit den Eltern, die von dem kirchlichen Angebot für ihr Kind keinen Gebrauch
machen? Gilt den Ungetauften etwa nicht gleichermaßen uneingeschränkt das "Ja
Gottes" wie den Getauften?
Die Kirche verneint und erklärt unmissverständlich: "Die Kirche und die Eltern
würden dem Kind die unschätzbare Gnade vorenthalten, Kind Gottes zu werden, wenn sie ihm
nicht schon bald nach der Geburt die Taufe gewährten" (Katechismus der
Katholischen Kirche, Nr. 1250).
Eltern, welche die Weisung des Jesus, des Christus befolgen und ihr Kind
nicht taufen, hindern also nach katholischer Lehre das Kind daran, "Kind Gottes"
zu werden. Diese Art von Einschüchterungsmethoden durch die Kirche wirken tief in das
Unterbewusstsein vieler Eltern hinein. Sie wirken auch nach in dem Denken vieler Eltern,
das etwa wie folgt lautet: "Selbst wenn die Taufe dem Kind
nichts nützt, schaden tue sie ihm ja auch nicht. Und es sei auf jeden
Fall besser - man könne ja nie wissen, sicher ist sicher. Vielleicht
habe die Kirche ja doch recht." Hinter dieser oberflächlich
wirkenden Einstellung liegen die alten Ängste. |
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