Der erste Schritt, um Gott in mir
näher zu kommen, ist die Selbstbeobachtung: Wie denke ich? Wie verhalte ich mich? Was
fühle ich in bestimmten Situationen?
Oft ist uns gar nicht bewusst, wie viele Gedanken durch unseren Kopf
ziehen. Dann sollten wir sie nicht durch zielloses Nachgrübeln noch komplizierter machen.
Am einfachsten ist es vielleicht, zunächst einmal den eigenen Körper zu beobachten: Wann
gerate ich in Hektik oder bewege mich ruckartig? Was drückt mein Gesicht aus, mit welchen
Gesten unterstreiche ich meine Worte? Wann steigt ein unwohles Gefühl aus der Magengegend
auf?
Wir sollten solche Regungen unseres Körpers nicht beiseite schieben: Sie
können uns anzeigen, dass sich gerade in unserem Gewissen etwas regt. Denn bevor sich der
Rhythmus unseres Körpers verändert, sind schon Gedanken abgelaufen, die uns meist gar
nicht bewusst sind. Doch wir können ihnen auf die Spur kommen - indem wir innehalten, die
Gedanken noch einmal kommen lassen und prüfen, mit welchen Gefühlen sie einhergehen,
welche Inhalte sie also haben. Denn oft verbergen sich hinter scheinbar positiven Gedanken
ganz andere Inhalte, wie Neid, Missgunst, enttäuschte Erwartungen oder dergleichen mehr.
Was wir erkannt haben, sollten wir aus Liebe zu Gott, weil wir Ihm
näher kommen möchten, mit Christi Hilfe bereinigen, also bereuen, um Vergebung bitten,
vergeben, wieder gutmachen und nicht mehr tun. Dann können wir vielfach auch die Antwort
Gottes verspüren - etwa durch einen Mitmenschen, der uns ermutigt. Oder einfach durch die
Empfindung einer sanften inneren Freude.