Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 22/98

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Der Innere Weg - ganz praktisch

Wie kann ich mich selbst beobachten?

Der erste Schritt, um Gott in mir näher zu kommen, ist die Selbstbeobachtung: Wie denke ich? Wie verhalte ich mich? Was fühle ich in bestimmten Situationen?

Oft ist uns gar nicht bewusst, wie viele Gedanken durch unseren Kopf ziehen. Dann sollten wir sie nicht durch zielloses Nachgrübeln noch komplizierter machen. Am einfachsten ist es vielleicht, zunächst einmal den eigenen Körper zu beobachten: Wann gerate ich in Hektik oder bewege mich ruckartig? Was drückt mein Gesicht aus, mit welchen Gesten unterstreiche ich meine Worte? Wann steigt ein unwohles Gefühl aus der Magengegend auf?

Wir sollten solche Regungen unseres Körpers nicht beiseite schieben: Sie können uns anzeigen, dass sich gerade in unserem Gewissen etwas regt. Denn bevor sich der Rhythmus unseres Körpers verändert, sind schon Gedanken abgelaufen, die uns meist gar nicht bewusst sind. Doch wir können ihnen auf die Spur kommen - indem wir innehalten, die Gedanken noch einmal kommen lassen und prüfen, mit welchen Gefühlen sie einhergehen, welche Inhalte sie also haben. Denn oft verbergen sich hinter scheinbar positiven Gedanken ganz andere Inhalte, wie Neid, Missgunst, enttäuschte Erwartungen oder dergleichen mehr.

Die Antwort kommt

Was wir erkannt haben, sollten wir aus Liebe zu Gott, weil wir Ihm näher kommen möchten, mit Christi Hilfe bereinigen, also bereuen, um Vergebung bitten, vergeben, wieder gutmachen und nicht mehr tun. Dann können wir vielfach auch die Antwort Gottes verspüren - etwa durch einen Mitmenschen, der uns ermutigt. Oder einfach durch die Empfindung einer sanften inneren Freude.

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Auf dem Inneren Weg jagen wir kein Wild, sondern unsere "wilden" Gedanken

Ein Urchrist jagt keine Tiere. Doch das Verhalten des Jägers auf dem Hochsitz könnten wir auf uns übertragen, wenn wir unsere Gedanken erjagen möchten: Der Jäger ist ganz ruhig, ganz still, um das Wild beobachten zu können. Er darf sich da oben nicht viel bewegen, darf nicht singen, nicht lärmen, um das Wild nicht zu verscheuchen. Ist es mit uns nicht ähnlich, wenn wir unsere "wilden", das heißt nicht dem göttlichen Gesetz entsprechenden Gedanken erfassen, gleich erjagen wollen? Dies erfordert in ganz ähnlicher Weise die Wachsamkeit und volle Konzentration auf den Augenblick.

Literatur:
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s150de&type=toc&rtopic=hoehereethikundmoral


 



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