In einer Fernsehsendung (Der wahre Grund von Tschernobyl, Arte,
14.10.1998) kamen andere Fakten zutage. Laut Augenzeugenberichten, die bisher kaum bekannt
waren, sollen die Mitarbeiter des Kernkraftwerks zunächst einen kräftigen Stoß
verspürt haben: Der Fußboden bebte, die Wände wackelten, Putz fiel von den Wänden.
Dann erst sei der Reaktor außer Kontrolle geraten. Es gelang offenbar nicht mehr, ihn
rechtzeitig herunterzufahren.
Seismographische Aufzeichnungen belegen, so Arte,
dass ca. 20
Sekunden vor dem Explodieren des Reaktors ein Erdstoß gemessen wurde. Dieser war zwar
nicht sonderlich stark, doch sein Zentrum lag direkt unterhalb des Reaktors, in einer
Tiefe von nur 400 Metern. Dies kann nach Aussage von Experten direkt im Zentrum des Bebens
dieselbe Wirkung wie ein schweres Erbeben hervorrufen.
Es genügt, wenn in einem Kernkraftwerk ein Teil der Kühlrohre ausfällt,
um einen Unfall hervorzurufen. In Tschernobyl war die Mehrzahl der Rohre in bizarrer Weise
verbogen und abgerissen worden. Teile des Reaktorgebäudes waren wie durch riesige
"Scherkräfte", wie die Erdbebenforscher sagen würden, verschoben worden,
während andere fast unversehrt stehen blieben. Auch dies eine typische Erscheinung, wie
sie bei einem Erbeben auftreten kann.
Nach Aussage der in dieser Sendung befragten russischen und
ukrainischen Wissenschaftler entwich bei diesem Unfall die im Reaktor enthaltene
Radioaktivität fast völlig. Auch dies würde im Gegensatz zur bisher gültigen Meinung
stehen, wonach nur ein Teil entwichen wäre.
Bleibt die Frage: Weshalb, wenn es denn so gewesen wäre, wurde uns dies
bis heute weitgehend vorenthalten?