Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 22/98

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Atomkraft und ihr verschwiegenes Risiko

Wurde Unglück von Tschernobyl durch ein Erdbeben ausgelöst?

Man hat die Geschichte so oft gehört: Der Reaktorunfall in Tschernobyl wurde am 26.4.1986 dadurch ausgelöst, dass ein wissenschaftlicher Versuch außer Kontrolle geriet. Hat man uns all die Jahre einen Bären aufgebunden?

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Noch heute sieht man die bizarr verbogenen und abgerissenen
Kühlrohre im - heute überdachten - Reaktorgebäude

In einer Fernsehsendung (Der wahre Grund von Tschernobyl, Arte, 14.10.1998) kamen andere Fakten zutage. Laut Augenzeugenberichten, die bisher kaum bekannt waren, sollen die Mitarbeiter des Kernkraftwerks zunächst einen kräftigen Stoß verspürt haben: Der Fußboden bebte, die Wände wackelten, Putz fiel von den Wänden. Dann erst sei der Reaktor außer Kontrolle geraten. Es gelang offenbar nicht mehr, ihn rechtzeitig herunterzufahren.

Seismographische Aufzeichnungen belegen, so Arte, dass ca. 20 Sekunden vor dem Explodieren des Reaktors ein Erdstoß gemessen wurde. Dieser war zwar nicht sonderlich stark, doch sein Zentrum lag direkt unterhalb des Reaktors, in einer Tiefe von nur 400 Metern. Dies kann nach Aussage von Experten direkt im Zentrum des Bebens dieselbe Wirkung wie ein schweres Erbeben hervorrufen.

Es genügt, wenn in einem Kernkraftwerk ein Teil der Kühlrohre ausfällt, um einen Unfall hervorzurufen. In Tschernobyl war die Mehrzahl der Rohre in bizarrer Weise verbogen und abgerissen worden. Teile des Reaktorgebäudes waren wie durch riesige "Scherkräfte", wie die Erdbebenforscher sagen würden, verschoben worden, während andere fast unversehrt stehen blieben. Auch dies eine typische Erscheinung, wie sie bei einem Erbeben auftreten kann.

Alles entwichen?

Nach Aussage der in dieser Sendung befragten russischen und ukrainischen Wissenschaftler entwich bei diesem Unfall die im Reaktor enthaltene Radioaktivität fast völlig. Auch dies würde im Gegensatz zur bisher gültigen Meinung stehen, wonach nur ein Teil entwichen wäre.

Bleibt die Frage: Weshalb, wenn es denn so gewesen wäre, wurde uns dies bis heute weitgehend vorenthalten?

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Antwort des Fernsehbeitrags: Weil die Gefahr eines Erdbebens irgendwo auf dem Globus statistisch ungleich größer ist als die eines menschlichen Versagens in dem Ausmaß, wie es in Tschernobyl angeblich stattfand.

Wann kommt das nächste Erdbeben?

Atomkraftwerke werden immer an Flüssen gebaut, um eine Kühlmöglichkeit zu haben. Doch oftmals suchen sich Flüsse für ihren Lauf Erdverwerfungen, an denen wiederum Erbeben überdurchschnittlich häufig auftreten. So steht z. B. der litauische Reaktor Ignalina auf drei Bruchlinien gleichzeitig.

Würde sich diese Version des Unfallhergangs bestätigen, dann wäre allein dies ein Grund, sämtliche Reaktoren der Welt schnellstmöglich vom Netz zu nehmen.


 



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Fernsehtipp
: www.erde-und-mensch.tv

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