Frage: Theologen sagen häufig, die Geschichte von dem Weg nach
Bethlehem anlässlich der Volkszählung und von der Geburt des Jesus im Stall sei nur eine
Legende. Wahrscheinlich sei Jesus in Nazareth ohne irgendwelche Besonderheiten in Nazareth
geboren. Stimmt das?
Antwort: Nein. In ihrer Essenz ist die Erzählung in der Bibel
richtig wiedergegeben.
Frage: War die Geburt von Jesus eine Jungfrauengeburt, wie es in der
kirchlichen Lehre und im Dogma heißt und auch im Neuen Testament steht?
Antwort: Nein. Der Leib des Jesus wurde gezeugt wie alle anderen
Menschen auch. Bereits der Prophet Jesaja kündigte an, dass eine "junge
Frau" schwanger wird, was im Neuen Testament fälschlicherweise mit
"Jungfrau" übersetzt wurde. Die Kirche hat den Irrtum übernommen.
Frage: Verschiedene Theologen behaupten neuerdings, Josef und Maria
hätten mehrere Kinder gehabt, nur Jesus wäre von einem anderen Vater, nämlich einem
römischen Soldaten.
Antwort: Auch das ist falsch. Josef ist der leibliche Vater von
Jesus. Josef war Witwer und war mit Maria in zweiter Ehe verheiratet. Aus erste Ehe hatte
er mehrere Söhne mitgebracht.
Frage: Waren wirklich Tiere in dem Stall, in dem Jesus zur Welt kam?
Antwort: Ja. Es war bitterkalt, und die Tiere spendeten ein
wenig Wärme. Dies ist auch ein Symbol: Die Tierwelt achtet den Menschen und gibt ihm
Unterkunft. Auch waren es nicht reiche Menschen, denen der Stall gehörte, sondern arme.
Wie auch im späteren Leben wurde Jesus von den Reichen verachtet, doch von vielen Armen
aufgenommen.
Frage: Lag Jesus tatsächlich in einer Futterkrippe, in dem zuvor noch
Tierfutter war?
Antwort: Ja, ein Tier hat ihm seine Futterstelle überlassen. Es
begnügte sich mit der Futterkrippe der anderen Tiere.
Frage: Was war mit den Hirten auf dem Feld? Es heißt, Engel wären
ihnen erschienen.
Antwort: Ja. Sie sahen die Engel jedoch nicht mit menschlichen
Augen und hörten sie nicht mit menschlichen Ohren. Sie standen am Feuer und wärmten sich
und schauten in das hoch züngelnde Feuer. Einige schauten dabei in ihrem Inneren ein
Licht, und wiederum andere hörten in ihrem Herzen den Lobpreis. Sie konnten ihr Erlebnis
nicht richtig einordnen und waren sich uneins über die Deutung. Doch sie hatten den Sinn
verstanden und machten sich auf und zogen nach Bethlehem.
Frage: Und wie war es mit den Weisen aus dem Morgenland?
Antwort: Es waren Astrologen, welche in der Konstellation der
Sterne das bedeutsame Ereignis gelesen hatten. Die wertvollen Geschenke, die sie
mitbrachten, sind auch als Symbole zu verstehen. Jesus sagte später sinngemäß: Sammelt
keine Schätze auf Erden, sondern denkt bei allem, was euch anvertraut ist, auch an Euren
Nächsten.
Frage: Nach der Überlieferung erschien Josef im Traum ein Engel, der
sagte, dass König Herodes den neugeborenen Jesus töten wollte. Ist das richtig?
Antwort: Eine solche direkte Aussage macht weder Gott noch einer
Seiner Engel. Damit würden sie bejahen, was noch in der Schwebe ist. Die Inspiration ging
jedoch dahin, dass die Familie nach Ägypten fliehen sollte. Dass Herodes die Tötung des
Kindes plante, erfuhr Josef aus anderen Quellen.
Frage: Jesus wurde als Kind also vielfach beschützt?
Antwort: Ja. Hier kann man auch eine ältere Frau erwähnen,
welche die Familie im Stall entdeckte und nach der Geburt kurzzeitig in ihr Haus in
Bethlehem aufnahm. Oder einige römische Soldaten, welche die Familie schützten. Gott
lässt Seinen Sohn und alle, die Ihm nachfolgen, nicht allein. (dp)