Auf ihrer diesjährigen Herbst-Landesynode verabschiedete die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern eine Erklärung zum Thema
"Christen und Juden".

Hieronymus Bosch malte die Hölle als inneren Zustand des Menschen, deren Schuld noch
nicht bereinigt und vergeben ist.
In einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung (26.12.1998) heißt es
dazu: "Es geschieht dies 455 Jahre, nachdem Martin Luther in seiner Schrift Von
den Juden und ihren Lügen die Empfehlung gab, Daß man ihre Synagogen oder
Schulen anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte,
dass
kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich; 72 Jahre, nachdem der
Pfarrer und spätere bayerische Landesbischof Hans Meiser im Nürnberger Gemeindeblatt die
evangelischen Christen vor dem alles nivellierenden, die sittlichen Grundlagen
unseres Volkstums zersetzenden, bis zur Laszivität ausschweifenden jüdischen Geist
warnte und die Auffassung vertrat, dass Gott jedem Volk seine völkische Eigenart
und seine rassische Besonderheiten nicht dazu gegeben habe, damit es seine
völkische Prägung in rassisch unterwertige Mischlingsbildung auflösen
lässt. Es
war derselbe Meiser, der am 29. September 1939 alle bayerischen Pfarrer anwies, am
Erntedankfest ein Kanzelwort der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei zu verkünden, in
dem Gott gedankt wurde für die reiche Ernte auf Flur und Feld und für die nicht
weniger reiche Ernte auf den polnischen Schlachtfeldern eines der infamsten
Schriftstücke der evangelischen Kirchengeschichte."
Am Eingang zur Synode wurde ein Flugblatt der Freien Christen für die
Verfassung verteilt, in dem die Synodalen an ihre eigene Lehre erinnert wurden:
"Entschuldigung allein genügt nicht ... Wer soviel Blutvergießen zu verantworten hat wie Luther und
seine Gefolgschaft, und wer so massiven Rufmord betreibt wie seine Nachfolger es heute
tun, verfällt nach evangelischer Lehre der ewigen Verdammnis. Es sei denn,
Gott verzeiht ihm. Aber die Vergebung Gottes ist [trotz anders lautender
kirchlicher Theorien] untrennbar verbunden mit der Vergebung der Menschen,
denen das furchtbare Unrecht geschah. Haben die Seelen von Millionen ermordeter
jüdischer Mitbürger dieser Kirche schon verziehen? So lange dies nicht der Fall ist,
bleibt sie an ihre Opfer gebunden und in ihre schwere Schuld verstrickt. Die Kirche, die
so gern verdammte, hat sich durch ihre Taten selbst verdammt, und jeden, den sie per Taufe an sich bindet,
zieht sie in diese Verdammnis hinein."