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Ein neues
Jahr beginntDu selbst bist deine Zukunft
Silvesterabend 1998: Auf einer Leuchtschrift am Eiffelturm in
Paris erscheint jeweils die Anzahl der Tage bis zum 1.1. 2000 - 365 Tage
sind es noch. Es beginnt der
"Endspurt" eines Jahrtausends, heißt es von vielen Seiten. Zwar
ist der Sekt in vielen Häusern bereits kalt gestellt, doch in der
Atmosphäre des Abends liegt wenig freudige Jubiläumsstimmung.

Wer ein Unglück erleben musste, den Tod eines Angehörigen oder den Verlust des
Arbeitsplatzes, der macht sich wahrscheinlich andere Gedanken als jemand, der unbeschwert
in den Tag hinein lebt und an Silvester einfach nur feiern will. Doch auch mancher, dem es
im Äußeren gut geht, wirkt eher nachdenklich und angespannt.
Worüber wird an Silvester gesprochen? Über die Arbeit, die Familie,
über Prognosen für das kommende Jahr. Z. B.: "Was ist dran an den Prophezeiungen,
die es zur Jahrtausendwende gibt?" Einige geben zu, dass sie Angst haben. Andere
betonen, dass es in der Welt immer schon auf und ab ging und dass es eben derzeit sei wie
es immer schon war. Spätestens mit dem Sekt kommt dann doch noch Stimmung auf:
"Irgendwie geht es weiter."
Gelegenheit, um innere und äußere Bilanz zu ziehen, bestand schon in den
vorangegangenen Tagen. Auch um sich neue Ziele für das nächste Jahr zu setzen. Ob sich
ihre äußeren Ziele erfüllen, wird für immer mehr Menschen fraglich.
Jahrtausendwende hin oder her, viele machen sich schlicht Sorgen um ihren
Arbeitsplatz. Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird derzeit die Wirtschaft,
Lebensgrundlage für die Menschen, umgebaut. Der 1.1.1999 ist z. B. der Start für eine
neue einheitliche Währung in Europa, den Euro. Weltweit entstehen durch Fusionen immer
größere transnationale Banken und Konzerne. Arbeitsplätze werden zu Tausenden abgebaut.
Heute
arbeitslos, morgen Sklave?
Schon hört man Stimmen, die befürchten, dass aus dem wachsenden Heer von
Arbeitslosen und Armen bald ein Heer von neuen Sklaven werden könnte. Und ist es
auszuschließen, dass die Mächtigen von morgen dann wieder bestimmen, welchen Glauben
ihre Untertanen haben müssen, so wie es in Europa früher üblich war? Eine Horrorvision?
Im vergangenen Jahrtausend haben die Menschen auch um Religionsfreiheit
gerungen. Diese Entwicklung war trotz Kreuzzügen, Scheiterhaufen, Indoktrination und
Holocaust nicht aufzuhalten. Dank der Religionsfreiheit in vielen Ländern der Erde ist es
heute leichter möglich, in den Spuren des Jesus von Nazareth zu gehen - ohne Pfarrer,
ohne Dogmen, Riten, Altäre, Kanzeln und Sakramente. Die Botschaft des Jesus, des
Christus, geht derzeit weltweit hinaus, vor allem über Rundfunkstationen, und sie
beinhaltet auch die Ermutigung an Seine Nachfolger: "Sorget nicht! Trachtet am ersten
nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch auch alles zufallen, was ihr
zum Leben braucht."

An den Festtagen: Eine günstige Zeit, für eine
äußere und innere Bilanz
Jesus wollte uns damit über unseren engen Horizont hinausführen. Doch
wer ist Ihm gefolgt? Weist die Lebenssituation vieler Menschen nicht auch darauf hin,
dass
die "Christenheit" nach dem 1. Jahrtausend auch das 2. Jahrtausend nach Christus
nicht bzw. kaum genutzt hat, um nach der Wahrheit des Christus zu leben?
Wie ist es mit mir selbst? Als Urchrist ist mein Maßstab, ob ich Christus
in mir und meinem Nächsten näher gekommen bin. Gehe ich in den Fußspuren des Jesus von
Nazareth, der gesagt hat: "Liebe Gott, Deinen Vater über alles und deinen Nächsten
wie dich selbst"? Was ist gelungen, was kann ich noch verbessern, wo werde ich etwas
ändern?
Die Sorge um mich
"Meistens drehte ich mich um mich", war ein erstes Ergebnis
meiner Bilanz. Fragen, die mich bewegten, waren z. B.: "Was ich tun
muss, damit es mir
gut geht, wie ich zufriedener werden kann, wie ich meine Arbeit erfülle, ob die
Entlohnung so stimmt, wo ich günstiger dies oder jenes bekomme, wie der Partner nicht zu
kurz kommt, wie ich meinen Urlaub gut verbringen kann, ob mir dieses Kleidungsstück
passt
oder nicht"
In all dem liegt sicher manches Positive, doch wie verhält es sich damit,
gemessen an der Botschaft des Jesus, des Christus und der Propheten? Beinhaltet es schon
etwas vom ´Trachten nach dem Reich Gottes´ oder war es nur die Sorge um das menschliche
Ich? Was konnte ich z. B. tun, womit ich meinen Mitmenschen helfen konnte - auch über den
Betrieb und die kleine Familie hinaus?
Eine Hilfe war es für mich, all das Positive aufzuschreiben, was mir
dazu eingefallen ist. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten waren. Darauf kann ich aufbauen.
Jesus zeigte mir, wie ich von innen heraus zufrieden und glücklich werden
kann. Er zeigte, wie ich das Licht Gottes in mir zum Leuchten bringen kann, indem ich vor
allem danach strebe, mit meinem Nächsten Frieden zu halten und auch die zahllosen
"Kriegsschauplätze" in Gedanken nicht einfach laufen lasse, sondern stoppe und
umdenke.
Weil Jesus von Nazareth die Menschen auch auf ihr verborgenes Negatives in
ihrem Unterbewusstsein hinwies, deshalb war Er schon vor 2000 Jahren unbequem. Er sagte
uns auch, dass wir nur Gäste auf dieser Erde sind, wie Er selbst Gast war. Dieses Wissen
hilft mir, wenn ich meine, an diesem oder jenen Wunsch unbedingt festhalten zu müssen,
auch wenn er sich nicht so erfüllen lässt, wie es mir lieb wäre.
In wie vielen Inkarnationen habe ich schon so gedacht und
musste die Erde
dann doch verlassen, bin wiedergekommen, und dann ging es wieder von vorne los? Heute ist
es mein Ziel, mein Glück allein in Gott zu finden und mich nicht von Menschen abhängig
zu machen.
Jede Minute ist kostbar
Viele glauben, nach dem Leibestod wären sie schon am Ziel ihres Lebens,
bzw. sie kämen ohne weiteres Hinzutun zu gegebener Zeit dorthin. Doch das sehe ich heute
als Irrtum an. Als Urchrist weiß ich, dass in den jenseitigen Welten all das erneut auf
mich zukommt, was ich in der Erdenschule nicht bereinigt habe, und zwar meist intensiver.
Deshalb wird einer meiner Leitsätze für das kommende Jahr sein: Jede Minute der
Erdenzeit ist kostbar.
Was wird das neue Jahr bringen? Ich weiß, es wird nur das bringen, was
ich selber bin, was ich mit meinen Gedanken und Empfindungen in meinen
"Lebensfilm" eingegeben haben. Weil es keine bösen Zufälle gibt, konnte Jesus
denen, die nach "Seinem Reich" "trachten", auch sagen,
dass sie sich
um die Zukunft keine Sorgen machen brauchen.
Der Prophet Jesaja sah voraus, dass eine Zeit kommen wird, in der die
Menschen auf der Erde den Willen Gottes tun. "Das Land wird voll von Erkenntnis
Gottes sein, wie Wasser das Meer bedeckt", heißt es dort (11, 9). Starke Worte.
´Mehr und mehr Gottes Willen erkennen` lautet deshalb ein weiteres Ziel für 1999.
Um diesem Ziel immer näher zu kommen, möchte ich konzentrierter leben
und nicht unbewusst in den Tag hinein leben. Lebe ich nicht bewusst, tue ich z. B. Dinge,
während ich an etwas anderes denke, bin ich gespalten und vergeude kostbare
Lebensenergie. Umgekehrt: Im Bewusstsein der Gegenwart Gottes kann ich die Umwelt
sensitiver, d. h. bewusster, wahrnehmen. Als nächsten Schritt lerne ich, besser zu
erfassen, was meine Mitmenschen und meine Umwelt mir sagen. Und ich lerne besser zu
verstehen, was mir Gott in jedem Augenblick, in jeder Situation sagen möchte. Damit
bestimme ich meine Zukunft.
Begegnungen
Dabei wird das neue Jahr Begegnungen bringen, von denen ich jetzt noch
nichts ahne. Es werden Menschen auf mich zukommen, die von mir unter Umständen Hilfe
erbitten. Wie verhalte ich mich? Lasse ich sie links liegen? Dann werde ich ihnen in den
jenseitigen Welten oder in einer weiteren Inkarnation unter eventuell schwierigeren
Umständen wieder begegnen, um sie diesmal zu beachten. Ich mache mir
bewusst: Jede
Begegnung ist wichtig.
Jesus lehrte uns, dass wir Menschen treffen, mit denen wir noch einiges zu
bereinigen bzw. gut zu machen haben. Er erklärte, dass wir dies tun können, indem wir
z. B. bei einem Streit den Balken im eigenen Auge sehen anstatt dem anderen die Schuld zu
geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich oft anfangs dagegen wehrte und mich
lieber wieder den Alltagsgeschäften widmen wollte. Doch mein Gewissen gab mir dann doch
keine Ruhe, und ich suchte nach dem eigenen Balken.
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