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Möchte die Kirche das
vergessen?Der Massenmord an den Indianern
Im Jahre 1492 überfielen
europäische Christen den amerikanischen Kontinent und begannen den größten Völkermord
aller Zeiten. Sie nahmen das Land widerrechtlich in Besitz, zerstörten die soziale und
politische Struktur der Menschen und führten ganze Völker in eine bis heute nachwirkende
Sklaverei. 1991, ein Jahr vor dem 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas, kehrte Papst
Johannes Paul II. als Vertreter jener Institution, die den verbrecherischen Raubzug zu
verantworten hat, an den Tatort zurück.
Nur etwa 5 % der indianischen Urbevölkerung haben die
Christianisierung überlebt. Nach etwa eineinhalb Jahrhunderten waren etwa 100 Millionen
Menschen ermordet, ganze Völker ausgerottet und Kulturen vernichtet worden.
Die übrigen war jetzt weit gehend römisch-katholisch, weswegen Papst
Johannes Paul II. in diesem Zusammenhang von einer "glücklichen
Schuld" der Eroberer sprach.

Mit dem Segen der Kirche: Spanische
Soldaten jagen und massakrieren Indianer
Als Folge dieser Eroberung stehen die heutigen Indianer als die
Ärmsten und Verachtetsten am Rande der Gesellschaft in Lateinamerika.
Die Indianer wehrten sich gegen die päpstliche Absicht, das Ereignis
der Entdeckung Amerikas zu feiern, das die "grandiose Epoche der Missionierung"
- so der Papst - einleitete. In einer ihrer Erklärungen hieß es: "Wir haben
Jahrhunderte gelitten, der Prozess der Auslöschung hat seither nie aufgehört. Mit Leiden
und Schmerzen haben wir die so genannte Entdeckung Amerika bezahlt."
Kam der Papst mit der Bitte um Vergebung? Kam er, um wiedergutzumachen,
um z. B. durch Rückgabe des gestohlenen Gutes das Elend der Indianer zu mildern?
Leider nein. Der selbsternannte "Stellvertreter Gottes" sagte: "Die
Kirche war immer an eurer Seite und wird es immer sein, um die Würde des menschlichen
Wesens und das Recht auf ein eigenes und ungestörtes Leben zu verteidigen." |
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Wie die Wirklichkeit aussah, können Sie der nachstehenden Zusammenstellung entnehmen.
Wussten Sie
schon?
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Dass Papst Johannes Paul II. bei einem seiner Besuche sagte:
"Hier wurde unter Schwierigkeiten und Opfern Schönes erreicht"
(Karlheinz
Deschner, Ein Papst reist zum Tatort, 1981, S. 13).
Dass die Indianer bzw. Indios auf Haiti und
anderswo, wie Augenzeugen berichteten, bei ihrer Bekehrung zum
Katholizismus zu Hunderttausenden auf unbeschreibliche Weise
gefoltert, verstümmelt, geröstet, gehenkt, von eigens dressierten
Hunden zerfleischt und aufgefressen wurden, und dass für jeden
getöteten "Christen" einhundert Indianer umgebracht wurden?
Dass Papst Johannes Paul II. hingegen sprach:
"So war
die katholische Kirche auf dieser Insel die erste Instanz, die sich für Gerechtigkeit
einsetzte und die Rechte der Menschen" (ebd., S. 8).
Dass der Bischof de Las Casas über die Evangelisierung durch die
"Christen" berichtete: "Sie ... hingen zu Ehren und zur Verherrlichung
des Erlösers und der zwölf Apostel je dreizehn Indianer" an jeden Galgen,
"legten dann Holz und Feuer darunter, und verbrannten sie alle lebendig".
Dass
Papst Johannes
Paul II. die Meinung vertrat, es sei "in der Tat die Gnade und eigentliche
Berufung der Kirche, ... zu evangelisieren" (ebd., S. 7).
Dass die Katholisierung der Indios Millionen von ihnen das Leben
gekostet hat und dass Papst Johannes Paul II. nicht zögerte zu sagen:
"Die Kirche
möchte sich den Indios widmen. Heute ebenso (!), wie sie es seit der Entdeckung ... an
ihren Vorfahren tat" (ebd., S. 13).
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