Die Verfolgung der Juden Die
Kirche legte die Saat -
die Nazis führten es aus
Bereits
in den ersten Jahrhunderten riefen die "heiligen" Kirchenväter zur
Verfolgung der Juden auf. Und der Historiker Friedrich Heer schrieb:
"Adolf Hitler beruft sich selbst, so auch im Gespräch mit Kardinal Faulhaber - offenbar, ohne Widerspruch zu finden -, darauf, dass er nur
tue, was die Kirche eineinhalb Jahrtausende lang lehrte und den Juden
gegenüber praktizierte"
(Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin
1981, S. 10).
Die Beweise für die Richtigkeit dieser Aussage
würden Bücher füllen. Hier nur einige Beispiele und eine
Gegenüberstellung von Forderungen Martin Luthers mit der Judenverfolgung
im Dritten Reich.
Das Arsenal des kirchlichen Rufmords
"Die acht Predigten des
Johannes Chrysostomos (um 350-407) im Jahre 387 gegen die Juden in
Antiochien haben epochale Bedeutung. Hier ist das Arsenal aller Waffen
gegen die Juden bis heute versammelt. Die Jude ist: ein fleischlicher
Jude, ein schlüpfriger geiler Jude, ein dämonischer Jude, ein
geldgieriger Jude, ein verfluchter Jude. Der Jude ist ein Mörder der
Propheten, ein Mörder Christi, ein Gottesmörder. Der Jude verehrt den
Teufel. Die Juden sind Trunkenbolde, Hurer, Verbrecher. Sei sind das
gottesmörderische Volk." (Heer, a.a.O., S. 67)
Der Anstifter schützt
die Täter
Ein bewährtes Mittel kirchlicher Inquisition ist die Anstiftung zu
den Verbrechen. D. h. die Kirche versuchte, sich nicht selbst die Hände
blutig zu machen, sondern Täter zu finden, die den kirchlichen Willen in
die Tat umsetzen. Karl Thieme schrieb dazu in seinem Buch
Judenfeindschaft, Darstellung und Analysen, Frankfurt 1963: "Dass
von derartiger Schmähung aus dem Mund kirchlicher Autoritäten der Weg
nicht weit war zur Synagogenbrandstiftung, versteht sich von selbst ...
In einem der Fälle, wo das geschehen war - zu Kallinikum am Euphrat 388
- und Kaiser Theodosius den Befehl gab, die Brandlegungen zu bestrafen
und die Schäden an der Synagoge auf Kosten des Ortsbischofs, des
Anstifters, zu reparieren, hat kein Geringerer als Ambrosius
protestiert." (S. 13 f.) Zwar hatte die Kirche beim Kaiser schon
seit 380 die Erhebung zur einzigen Staatsreligion und die Todesstrafe
für Nichtkatholiken durchgesetzt, doch die jüdischen Mitbürger waren
zeitweise noch geschützt. Allerdings nicht mehr lange. Der später
heilig gesprochene einflussreiche Kirchenvater Ambrosius solidarisiert
sich mit den Brandstiftern und zwingt den Kaiser, den Befehl zur
Reparatur der Synagoge auf Kirchenkosten zurückzunehmen. Karl Thieme
zitiert dazu zunächst Ambrosius: "Ich erkläre, dass ich die Synagoge in
Brand gesteckt, ja, dass ich ihnen dazu den Auftrag gegeben habe, damit
kein Ort mehr sei, so Christus geleugnet wird." Und der Historiker fährt
dann fort: "In offener Kirche hat er [Ambrosius] durch Unterbrechung des
Gottesdienstes den Kaiser moralisch gezwungen, seine Befehl
zurückzuziehen und zuletzt allen Missetätern völlige Straflosigkeit zu
gewähren."
Juden als erste Opfer
der Kreuzzüge
Als der Papst
im 11. Jahrhundert zum Kreuzzug aufrief, begannen die katholischen
Soldaten zunächst mit der Ermordung von Tausenden von europäischen
Juden. Später folgten dann die Massaker an den Moslems in Palästina.
Martin Luther, der
Prophet der Reichspogromnacht
Durch das Auftreten
Martin Luthers wurde auch das Verlangen nach neuen Judenverfolgung
wieder angeheizt. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich der
"Reformator" überwiegend diesem Thema, konnte sich jedoch mit seinen
Forderungen bei den Fürsten nicht wie gewünscht durchsetzen. Erst
spätere Generationen setzten in die Tat um, was Martin Luther wollte.
Als in Deutschland in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938
überall die Synagogen in Flammen aufgingen, brach deutschlandweit
in der Kirche großer Jubel aus. Und man vergaß nicht, einem der
wichtigsten Inspiratoren der Reichspogromnacht, Martin Luther, zu
danken. So schrieb etwa der evangelische Landesbischof Martin Sasse
wenige Tage später, als von den Synagogen nur noch Schutthaufen übrig
waren: "Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in
Deutschland die Synagogen ... In dieser Stunde muss die Stimme des
Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert
einst als Freund der Juden begann ... der größte Antisemit seiner Zeit
geworden ist" (23.11.1938 im Vorwort zur Neuauflage der bekannten
Lutherschrift "Von den Juden und ihren Lügen"). Wie sehr die
Reichskristallnacht und andere Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern
auf Martin Luther zurückzuführen sind, zeigt nachfolgende
Gegenüberstellung. Dass allerdings auch die katholische Kirche den
Judenhass schürte, ist u. a. nachlesbar in der
Ausgabe Nr. 7/1999 des Weissen
Pferdes.
So fordert es
Martin Luther |
So tun es
die Nationalsozialisten |
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1.) Martin Luther
erklärt: "Ich sollte mit einem solchen verteufelten Maul essen, trinken oder reden?
So möchte ich aus der Schüssel oder Kannen mich voller Teufel fressen und saufen, so
mache ich mich gewiss damit teilhaftig aller Teufel, die in den Juden wohnen." |
Die Nazis verbieten
1941 Freundschaften zwischen Deutschen und Juden. Auch in öffentlichen Einrichtungen
dürfen Juden nicht bei Deutschen sitzen. |
| 2.)
Martin Luther fordert: Man soll ihre "Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecken ...
unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien
..." |
Das
tun die Nazis, z. B. in der Reichspogromnacht am 10.11. 1938, an Luthers Geburtstag. |
| 3.) Martin Luther
fordert, "... dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... Dafür
mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun." |
Die Nazis ziehen die
Juden zunächst ab 1938 in bestimmten Häusern zusammen, ab 1939 teilweise in Gettos.
Später werden sie in Eisenbahnwaggons gepfercht und - vergleichbar einem Viehtransport -
in die Konzentrationslager gefahren. Dort müssen sie in Baracken wohnen. |
| 4.)
Martin Luther fordert, "... dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... auch die
ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe." |
Die
Nazis lassen 1933 die jüdischen Schriften verbrennen. |

Für
Adolf Hitler war Martin Luther ein
"Riese", der "den Juden"
so sah,
"wie wir ihn erst heute zu sehen
beginnen" (1923). |
| 5.)
Martin Luther fordert, "...dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu
loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ...
dass ihnen
verboten werde, den Namen Gottes vor unseren Ohren zu nennen." |
Die
Nazis nehmen den Juden das Leben. Sie werden meist erschossen oder vergast, ihre Leichen
in Massengräbern verscharrt oder verbrannt - allerdings unabhängig davon, ob der
jüdische Bürger zuvor Gott öffentlich lobte oder nicht. Die ersten Pogrome erfolgen
bereits 1933, die Massenmorde beginnen 1939. |
| 6.) Martin Luther
fordert, "...dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe ... Sie
sollen daheim bleiben." |
Juden dürfen in der
Nazi-Zeit ihren Wohnort nur mit polizeilicher Genehmigung verlassen. Später gilt das auch
für die Gettos (ab 1939). Wer sich nicht daran hält, wird verhaftet. |
| 7.)
Martin Luther fordert, dass man "... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber
und Gold." |
Das
tun die Nazis ebenfalls. 1938 wird der Besitz "zwangsarisiert", 1939 der Schmuck
eingezogen, später das Geld. |
| 8.) Martin Luther
fordert, "... dass man den jungen und starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe
Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß
der Nasen." |
Die "jungen und
starken Juden und Jüdinnen" werden von deutschen Firmen der Nazi-Zeit zum Teil als
Zwangsarbeiter eingesetzt. In den Konzentrationslagern werden v. a. ab 1938 die
Arbeitsfähigen von den Schwächeren getrennt. Die einen müssen unter dem Motto
"Arbeit macht frei" zwangsarbeiten und werden erst hingerichtet, wenn sie nicht
mehr gebraucht werden. Die anderen werden gleich umgebracht. |
| 9.)
Martin Luther fordert: "Summa: ... dass ihr und wir alle der ... teuflischen Last der
Juden entladen werden ..." |
Ca. sechs
Millionen Juden werden beim Holocaust in Europa ermordet. Von den wenigen Überlebenden
wandern die meisten bis 1951 in die USA oder nach Israel aus. |
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