Er wütete: "Die Ungläubigen haben es gewagt, die heilige
Stadt Christi, die geweiht worden ist durch sein Leiden und seine Auferstehung,
unerträglicher Knechtschaft zu unterwerfen. Die Ungläubigen müssen für ihr dreistes
Verbrechen, für ihr barbarisches Verhalten bestraft werden."
Urban versprach allen, die "ihr Leben verlieren ... in der
Schlacht gegen die Heiden", dass ihnen in jener Stunde ihre Sünden vergeben
werden. Die Menge vor der Kathedrale ließ sich aufhetzen und rief: "Gott will
es!"
Für den zweiten Kreuzzug legte sich vor allem der
"heilige" Bernhard von Clairvaux ins Zeug. Dies sei ein "heiliger
Krieg" und: "Der Kämpfer Christi kann ruhigen Gewissens töten ...
tötet er, so arbeitet er für Christus ... Der Tod der Heiden gereicht zu seinem Ruhm,
denn er bedeutet den Ruhm Christi".

1099: Die Kreuzfahrer richten bei der
Eroberung Jerusalems ein Blutbad an
Am Freitag, den 15. Juli 1099 eroberten die Kreuzfahrer unter Gottfried
von Boullion Jerusalem. Ein unbekannter Chronist schrieb: "Zur selben Stunde,
in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen
die Verteidiger von den Mauern durch die Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben
sie vor sich her; sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein
solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten ... Nachdem
die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten, durcheilten die Kreuzfahrer
die ganze Stadt und rafften Gold und Silber an sich und plünderten die Häuser. Dann vor
Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und
entledigten sich ihm gegenüber ihrer Dankesschuld." An den
Kreuzfahrerstraßen des Jahres 1096 ereigneten sich nicht nur
Judenpogrome. Es war zugleich der eigentliche Beginn des europäischen
Antisemitismus (Friedrich Heer). In den KZs erreichte er seinen
furchtbaren Höhepunkt. Die NSDAP-Zeitung Der Stürmer hat sich nicht zu
Unrecht auf den Franziskaner Johannes Capistrano berufen, der als erster die
Ausrottung der Juden in Zentraleuropa propagierte. Es scheint, dass die katholische
Kreuzzugsidee die ganze nachfolgende Weltgeschichte vergiftete.