Der Vatikan und der
Völkermord in Jugoslawien 1941-1944"Katholisches Schlachtfest
in Kroatien"
Mit den besten Wünschen für
die "weitere Arbeit" entließ Papst Pius XII. im Mai 1941 den
"Führer" der kroatischen Faschisten, Ante Pavelic, aus einer Privataudienz im
Vatikan. Die "weitere Arbeit" - das war schon damals erklärtermaßen die
Vertreibung, Zwangsbekehrung und Ausrottung einer dreiviertel Millionen Menschen. Das "katholische
Schlachtfest in Kroatien" (Deschner) nahm seinen Lauf.

Die faschistischen Ustascha-Milizen, zu
denen auch viele katholische Geistliche gehörten, schworen ihrem "Führer"
Gehorsam vor zwei Kerzen, einem Dolch und einem Kruzifix.
Der Vielvölkerstaat Jugoslawien war nach dem Ersten Weltkrieg
entstanden. Der Papst, der diesem von Anfang an ablehnend gegenüberstand, hätte lieber
gesehen, dass das katholische Kroatien zusammen mit Österreich und Ungarn ein Bollwerk
gegen die Orthodoxie im Osten gebildet hätte. Nun aber sollte Jugoslawien wenigstens ein
katholischer Staat werden. So dachte auch Ante Pavelic. Er gründete dazu die
Ustascha-Partei und nach dem Einmarsch der deutschen Truppen den "Unabhängigen Staat
Kroatien". Jetzt begann die Regierung Pavelic mit Unterstützung des Vatikans, den
serbischen Bevölkerungsteil auszuschalten. Daraufhin spielte sich vor ca. 50 Jahren im
ehemaligen Jugoslawien - von der Weltöffentlichkeit nahezu unbemerkt - eine Tragödie
kaum vorstellbaren Ausmaßes ab, unter maßgeblicher Beteiligung des katholischen Klerus.
Sie kostete 750.000 orthodoxen Serben, 60.000 Juden und 26.000 Sinti und Roma das Leben und
brachte 240.000 Menschen eine zwangsweise Umtaufung zum katholischen Glauben. Diejenigen,
die sich weigerten, wurden nach langen Folterungen und Verstümmelungen ermordet. Unter
den Henkern in den KZs befanden sich viele Franziskaner und katholische Priester. Nach
Kriegsende wurden mit Hilfe des Vatikans die Verantwortlichen für den Völkermord,
darunter Arturovic und Pavelic, als katholische Priester verkleidet, nach Argentinien
geschleust. (Quelle: Vladimir Ddjer, Jasenovac - das jugoslawische Auschwitz und der
Vatikan, 1992; Ketzerbriefe 29, 1992, Ahriman-Verlag). Lange Zeit konnte diese Verbrechen
verschwiegen werden. Historiker sprechen von Völkermord.
Vatikan
erkennt als erster das
katholische Kroatien an
Bei der Auflösung Jugoslawiens nach Titos Tod stand der Vatikan
erneut auf der Seite Kroatiens. Im Jahre 1992, nach einem Gespräch des damaligen
Außenministers Genscher mit dem Papst und einem Brief des Papstes an die KSZE, in dem
dieser die Anerkennung Kroatiens als selbständigen Staat forderte, erfüllte Deutschland
als erstes Land die Wünsche des Vatikans. |
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