Der Mensch mit seinem
Ober- und Unterbewusstsein ist mit einem Computer vergleichbar. Er
speichert "Programme", also
Verhaltensweisen, Reaktionen, Erinnerungen, aber auch äußere Fähigkeiten
wie Fremdsprachen oder Autofahren und spuckt sie auf Knopfdruck wieder
aus.
Soweit alles klar. Aber ... der Computer kann nie einen Menschen ersetzen.
Der Mensch ist der Maschine doch letztlich überlegen, oder? Der Mensch kann fühlen, er
kann Freundschaft und Liebe empfinden, er hat einen "sechsten Sinn", er freut
sich an Musik und Kunst.
Nur: Der Computer ist ehrlicher! Oder wer hat schon einen Computer erlebt,
der auf Schmeicheleien hereinfällt? Der anders spricht, als er denkt, weil er damit etwas
bezwecken will?
In dem Buch Ich Ich Ich - die Spinne im Netz lesen wir dazu: "Hier stellt sich die Frage: Ist der technische Computer nicht ein besserer
Kollege als der Computer Mensch, der gleichsam sein Mischpult einsetzt und das
ausweist, was ihm zum Vorteil gereicht?"
Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen, der auf der Leiter des Erfolges
höher klettern will. Er lobt einen Kollegen, der ihm bei seinem Aufstieg behilflich sein
könnte: "Du bist ein guter Kollege, auf dich kann man sich verlassen." In
Wirklichkeit denkt er: Du bist ein Streber, ein Egoist. Aber es ist gut, wenn du mir
wohl gesonnen bist, damit ich in der Firma gut ankomme und aufsteigen kann."
Der Computer Mensch ist also wesentlich raffinierter als sein maschinelles
Abbild. Doch: Alles Sündhafte, das der Mensch empfindet, fühlt, denkt, spricht und tut,
wird gespeichert - in seinem Unterbewusstsein, in seiner Seele, in den Gestirnen. Und von
dort beeinflusst es ihn wieder, prägt seinen Körper, seine Bewegungen, seine Gestik und
Mimik, sein ganzes Verhalten. Hinter den Worten laufen Gefühle und Gedanken ab, die auf
das Nervensystem einwirken, und das Nervensystem wirkt wieder auf den Menschen ein.
Ganz verbergen kann der Politiker also nicht, dass er in Wirklichkeit
selbst nicht an seine Wahlversprechen glaubt. In seiner Körpersprache, in seiner Stimme,
in seiner Gestik wird es sich irgendwie doch ausdrücken. Doch nur, wer wachsamen Auges
ist, der kann erkennen, wenn sein Nächster ihn hereinlegen will, wenn er anderes
bezweckt, als er zu erkennen geben will. Solche Methoden der Beeinflussung werden sogar
gezielt geschult und eingesetzt, z. B. in bestimmten Verkaufsberufen. Doch auch der
Wachsame erkennt es nur dann, wenn er sich selbst beständig hinterfragt: Will ich mit
meinem Denken, mit meinem Reden, ja mit meinem gesamten Verhalten andere übervorteilen?
Warum will ich mich jetzt darstellen? Warum möchte ich dieses oder jenes aussprechen?
Welche Absicht steckt dahinter?
Solange wir uns nicht selbst prüfen, betrügen wir uns selbst- wir
gaukeln uns etwas vor, z. B. dass wir besser oder selbstloser sind, als es der Wirklichkeit
entspricht. Wer bei sich selbst die Waage ansetzt und sein Fühlen und Denken überprüft,
wo sein Anteil liegt, der lernt sich selbst kennen und lernt, die täglichen Situationen
aufrichtig und souverän zu meistern und seinem Nächsten ein Vorbild zu sein.