Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/99

abstand.gif (36 Byte)
Kirche und Tod - Katholische Esoterik? Verwirrung um die ewige Verdammnis

Der Papst
und die armen Seelen

"Je älter er wird, desto mehr interessiert sich der gesundheitlich angeschlagene 78jährige für das Leben nach dem Tod", schriebt Der Spiegel (Nr. 49/1998) über Papst Johannes Paul II. Unter der Überschrift Höllenfahrt mit Gegenverkehr befasst sich das Magazin mit den Aussagen des Kirchenoberhauptes zur Frage des Lebens nach dem Tod. "Seit nahezu 2000 Jahren schmücken die christlichen Theologen das Jenseits mit Heils- und Horrorvisionen aus. Doch vieles widerspricht sich, an Gewissheit fehlt es den armen Seelen noch."

Leider, so muss der Spiegel feststellen, bringt auch der Papst keine Klarheit in das verworrene Thema, im Gegenteil: er verursacht neue Widersprüche: "Wie der Papst seine Seelenkunde von der Übergangsphase mit dem gültigen Lehrentscheid Benedikts XII. harmonisieren will, ist sein Geheimnis."

b_9902sterben.jpg (9831 Byte)
So sieht die katholische Kirche das Leben nach dem Tod (lt. Spiegel Nr. 49/1998)

Benedikt, "vor seinem Amtsantritt ein gefürchteter Inquisitor", hatte 1336 die Lehre vom Fegefeuer verkündet. Vorher hatte die Kirche gelehrt, dass die Seelen der Verstorbenen samt ihren Körpern am "Jüngsten Tag" wieder auferweckt und vor ein Endgericht gestellt werden, das sie zu Himmel oder Hölle verurteilt. Nach Benedikt gab es nun ein "Partikulargericht", das unmittelbar nach dem Tod entschied, ob der Verstorbene in den Himmel, in die Hölle oder in das Fegefeuer kam. Am Jüngsten Tag wurde dann alles nochmals aufgerollt (siehe Grafik).

Bei Johannes Paul II. gibt es nun plötzlich keine Vorentscheidung unmittelbar nach dem Tod mehr - er spricht von einer "Übergangszeit" - ohne allerdings zu sagen, was er darunter genau versteht. Originalton Papst: "Man sollte nicht meinen, dass das Leben nach dem Tod erst mit dem Jüngsten Gericht beginnt. Es herrschen ganz besondere Bedingungen nach dem natürlichen Tod. Es handelt sich um eine Übergangsphase, in welcher der Körper sich auflöst und das Weiterleben eines spirituellen Elements beginnt. Dieses Element ist ausgestattet mit einem eigenen Bewusstsein und einem eigenen Willen, und zwar so, dass der Mensch existiert, obwohl er keinen Körper mehr besitzt."

Das klingt zwar auf den ersten Blick nicht schlecht, bringt aber dem suchenden Menschen wenig Klarheit. Hatte der Papst Angst, deutlicher zu werden, weil er dann seine Vorgänger der Irrlehre überführen müsste? Oder weiß er selbst nicht mehr, was er sagt, obwohl heute schon ein esoterisch interessierter Mensch mehr darüber sagen könnte, beispielsweise aus dem Wissen fernöstlicher Religionen?

Inhalt Ausgabe 2/99
Hauptseite
Archiv - alle früheren Ausgaben
Suchen
Abo-Service
Impressum
Post an uns

Der Papst kann nicht zurück. Er hat selbst an anderer Stelle seine Überzeugung bekräftigt, es gebe eine ewige Hölle, an die seine Theologen die Menschen viel zu wenig erinnerten. Das Horrorgemälde eines Gottes, der kein Gott der Liebe ist, sondern der zahlreiche Seiner Kinder auf ewig verdammt, wird die Kirche also auch weiterhin in die Köpfe der Menschen zu bringen versuchen. Kein Wunder, dass dies immer weniger glauben. Allerdings werfen viele damit auch den Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod über Bord. Die Mehrzahl der Deutschen, nämlich 53 Prozent, ist heute überzeugt, dass mit dem Tod alles aus ist.

Was kommt nach dem Tod?

"Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen", sagt der Volksmund. Wie der Mensch gelebt hat, so lebt die Seele weiter. Mit demselben Bewusstsein zunächst in den Zwischenreichen, um dann den Ort zu finden, der ihrer Belastung entspricht. Meist ist dies ein Planet der teilmateriellen, also unsichtbaren Reinigungsebenen zwischen Himmel und Erde. Von dort kann die Seele entweder durch lange Zeiten ihre Sünden erkennen und abtragen, indem sie im eigenen Seelenleib erlebt, was sie anderen angetan hat. Oder sie geht erneut zur Einverleibung. In den Himmel kann sie erst wieder gelangen, wenn sie vollständig geläutert ist.

Es gibt also aus urchristlicher Sicht weder eine leibliche Auferstehung noch eine ewige Hölle. "Fegefeuer" oder "Hölle" im übertragenen Sinn kann die Seele erleben, wenn ihr das eigene Fehlverhalten bewusst wird. Und das "Gericht" ist der Zeitpunkt, an dem sich entscheidet, wohin die Seele zu gehen hat.


 

Lesen Sie auch:
 Freie Christen Nr. 6:
"Kirche und Tod - Die katholische und die evangelische Lehre sind letztlich materialistisch"



Copyright ©
Verlag Das Weisse Pferd GmbH, Altfeld, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Deutschland
Tel. 09391 / 504 - 207, Fax - 210, http://www.das-weisse-pferd.com - E-Mail: info@das-weisse-pferd.com


Fernsehtipp
: www.erde-und-mensch.tv

Hit Counter