Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 2/99

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Weissagung und Zeitgeschehen

Wie der Dieb in der Nacht ...

Geht 1999 die Welt unter? 1998 tat sie es jedenfalls nicht, obwohl zahlreiche Hellseher für dieses Jahr Weltuntergangszenarien gemalt hatten. Weder versanken Japan, Südkalifornien oder New York ins Meer - so die Prophezeiung des hellsichtigen Edgar Cayce aus dem Jahre 1945, noch brachen die Finanzmärkte in Deutschland zusammen oder kam es zum Dritten Weltkrieg. Sind Weissagungen und Prophezeiungen also nur Schall und Rauch? Oder stimmen nur die Zeitangaben nicht?

Nachdenklich könnte jedenfalls machen, dass viele Seher von Nostradamus bis Irlmaier, vom St. Gallener Mönch Hepidanus (um 1080) bis zu den Marienbotschaften von La Sallette, Lourdes und Fatima eine dramatische Entwicklung für die Zeit um das Jahr 2000 bzw. die nicht lange darauf folgende Zeit voraussehen.

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Die Medien greifen die Themen auf, die viele Menschen bewegen. Doch eine genaue Antwort können sie nicht geben.

Ein Hamburger Privat-Forscher hat 250 Vorhersagen von Sehern und Visionären gesichtet und in einer Computeranalyse verglichen und kommt zu erstaunlichen Übereinstimmungen: Die Unheilsprophezeiungen nehmen ab dem Jahr 1999 zu.
Er selbst will seinen Wohnsitz in Hamburg schon bald aufgeben und in einen höher gelegenen Ort ziehen, weil Teile Norddeutschlands und Mitteleuropas in nicht allzuferner Zukunft in einer Flutwelle versinken würden. Ein Polsprung sei zu erwarten
siehe auch http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/polsprung.html)
.
Auch einen Angriff aus dem Osten würde es geben, so glauben viele, und so habe ihn anscheinend z. B. Mühlhiasl, ein Seher aus dem Bayerischen Wald, 1825 geschaut ("Die Rotjankerln werden kommen ..."). Andere Seher warnen jedoch, dass die große Gefahr aus dem "Westen" komme.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung
als Grundlage von Vorhersagen

Worauf gründen sich solche Voraussagen? Sind sie bloße Phantasie? Bezüglich dieser Frage gibt es eine übereinstimmende Antwort aus unterschiedlichen esoterischen und geistigen Quellen: Alles, was Menschen tun, was sie denken und fühlen, hinterlässt eine Spur.

Der Mahner

Ein Mensch, der lange schon, bevor
Das Unheil kam, die Welt beschwor,
Blieb leider völlig ungehört ...
Jetzt kommts! Und jeder schreit empört:
Schlag doch zuerst den Burschen tot-
Er hat schon lang damit gedroht!

Eugen Roth

Es wird gespeichert, so auch in der "Atmosphärischen Chronik", die sich unsichtbar um die Erde herum aufbaut. Dort wird aber nicht nur das Vergangene gespeichert, auch die Zukunft zeichnet sich dort bildhaft ab. Denn die Zukunft besteht aus den Wirkungen gesetzter Ursachen.

Für medial begabte Menschen ist daher in Bildern abrufbar, was aus dem Verhalten der Menschen gestern und heute sich morgen an Konsequenzen ergeben könnte - wenn kein radikaler Kurswechsel erfolgt.

Natürlich ist die Qualität solcher Vorhersagen unterschiedlich. Der Seher oder der mediale Mensch kann einzelne Bilder mit seinen Vorstellungen vermischt haben. Oder er hat sich zu Zeitangaben verleiten lassen, die irreführend sind.

Den klarsten Blick hatten jeweils die echten Gottespropheten, die in Seinem Auftrag stehen und dafür innerlich vorbereitet wurden. Ihnen obliegt die undankbare Aufgabe, die Menschen auf die Folgen ihres Tuns aufmerksam zu machen, damit sie umkehren. Ändern sie sich rechtzeitig, dann tritt die Vorhersage nicht ein. Tritt sie aber ein, dann richtet sich der Zorn der Betroffenen oftmals gegen den Mahner.

Die Zeichen der Zeit sind "global"

Dass wir in einer turbulenten und gefahrvollen Zeit leben - das zu erkennen, braucht es keinen Propheten. Zwar gab es in der Geschichte immer wieder menschliches Fehlverhalten z. B. gegen die Natur: Abholzung ganzer Landstriche, Verwüstung, Verschmutzung des Wassers und der Luft. Doch heute ist nicht nur die Wirtschaft "globalisiert", sondern auch die Umweltzerstörung: Ozonschwund, Erderwärmung, Abholzung, Luftverschmutzung, Artenschwund. Der Mensch hat sich die Natur weltweit zum Gegner gemacht. Und seine Mitmenschen auch - Krieg, Chaos und Verleumdung nehmen im globalen Maßstab zu. Auch der Sittenverfall unserer Zivilisation ist global, wobei die Möglichkeiten des Internet die Entwicklung beschleunigen.

Wahre Prophetie nennt kein Datum

"Gottes Mühlen mahlen langsam", sagt der Volksmund. Da Prophezeiungen ihrem Wesen nach Mahnungen zur Umkehr sind, entsprechen Zeitangaben mit Datum und Stunde nicht dem Gesetz Gottes. So nannte auch Jesus von Nazareth, der größte Prophet, in Seiner Ankündigung endzeitlicher Katastrophen und Seiner Wiederkunft im Geiste keinen Zeitpunkt.

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Nostradamus - er verschlüsselte seine Vorhersagen nicht ohne Grund

Im Gegenteil. Er sagte: "Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen. Jenen Tag aber und jede Stunde weiß niemand, nicht einmal die Engel des Himmels und auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater."

Allerdings nannte Jesus Ereignisse, die Seine Wiederkunft ankündigen: "Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein nicht mehr geben; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen."

Jesus fügte auch hinzu, dass Er zu einer Zeit wiederkommt, wo man es nicht erwartet. Daher Seine Mahnung: "Darum wachet und betet, da ihr nicht wisst, an welchem Tag der Herr kommt. Das aber sehet ein: Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Stunde der Nacht der Dieb kommt, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, wo ihr es nicht vermutet" (Mt. 24, 29-45).

"Siehe, Ich mache alles neu"

Prophetie will also warnen, damit der Mensch erkennt, wohin sein Irrweg führt. Die angekündigten Erschütterungen - sollten sie kommen - werden nur hinweg nehmen, was negativ und zerstörerisch ist. Es sind die Wirkungen der unbereinigten Ursachen, die die Menschheit seit Jahrtausenden gesetzt hat. Doch selbst in einem endzeitlichen Kataklysmus (= einer erdgeschichtlichen Katastrophe), etwa einem Polsprung, wird der einzelne nur das ernten, was er selbst gesät und nicht bereinigt hat.

Wenn hier und da vom Untergang der Welt die Rede ist - die Erde geht nicht unter. Auf der gereinigten Erde - so ist es in der Bibel angekündigt - wird das Neue entstehen, ein neues Menschentum, in dem nicht Macht, Geld und Begierde herrschen, sondern die Liebe zu Gott, zum Nächsten, zu den Tieren und zur ganzen Schöpfung. Es ist ein zweites goldenes Zeitalter, das Friedensreich Jesu Christi, das ganz allmählich entsteht, d. h. über Generationen. Wie es geschrieben steht: "Siehe, Ich mach alles neu."

"Dann wird die Nächstenliebe
unter den Menschen gehalten werden"

Nach den Kriegen und Katastrophen werden noch Menschen leben. In der Prophezeiung des Mühlhiasl heißt es z. B. über diese Zeit:

- "Wenn sich zwei Wildfremde treffen, sagen sie: ‘Freund, wo hast du dich versteckt gehabt?’ Man wird sagen: ‘Ich habe Graswurzeln gegessen."
- "Die Leut schüren auf dem hohen Berg Feuer an, damit eines das andere sieht."
- "Dann wird wieder die Nächstenliebe unter den Menschen gehalten werden, und was es noch gibt wird durchaus besser werden."
- "Und die Leut werden froh sein, wenn eins das andere wieder sieht und noch von einem Bekannten hört, denn die Leut werden so wenig werden, dass man sie leicht zählen kann. Man wird nicht wissen, wie sie umgekommen sind."

(Aus: Wolfgang J. Bekh, Mühlhiasl, Der Seher des Bayerischen Waldes, 1990)

Jeder trägt sein Schicksal in sich selbst

Wissen zu wollen, wann was passiert, liegt oftmals der Wunsch zugrunde, sich vor den angekündigten Katastrophen zu schützen. Einmal abgesehen von einer vernünftigen Vorsorge, ist dies im Äußeren letztlich nicht möglich. Denn jeder von uns trägt seine Belastung in sich: gespeichert in der Seele und in den Gestirnen. Eine nicht bereinigte Seelenschuld aber ist wie ein Magnet, der das anzieht, was er beinhaltet.

Wer z. B. auswandert, kann dadurch das Gesetz von Ursache und Wirkung nicht außer Kraft setzen. Es schützt ihn also nicht vor seinem Schicksal. Der rechte Schutz bestünde darin, die eigene Seelenbelastung zu bereinigen und danach die göttlichen Gebote zu halten. Das ist der innere "Katastrophenschutz". Und der hat nichts mit der äußeren Zugehörigkeit zu einer Konfession oder Gruppe zu tun.

Jesus von Nazareth gab in Seiner Endzeitankündigung für diese Gesetzmäßigkeit einen Hinweis. Er sagt: "Da wird von zweien, die auf dem Felde sind, der eine aufgenommen, der andere zurückgelassen; und von zwei Frauen, die an der Handmühle mahlen, wird eine aufgenommen, die andere zurückgelassen" (Mt. 24, 41).

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Der beste Schutz ist also ein Leben nach den Zehn Geboten und den Lehren der Bergpredigt. Denn die einzige Rettung ist Christus, der allgegenwärtige Geist, der in jedem Menschen lebt und darauf wartet, dass wir Seine Kraft, Sein Licht wieder voll in uns entfalten - indem wir Seine Gebote halten. Denn das ist Seine Wahrheit: "Keiner kommt zum Vater denn durch Mich."

Weissagung ist Mahnung

Der Prophet Jona erhielt von Gott die Weisung, in die assyrische Hauptstadt Ninive zu gehen und gegen das sündige Treiben der Menschen zu predigen.

Er verkündete: "Noch vierzig Tage, und Ninive wird untergehen!" Da gab der König die Weisung aus: "Jeder bekehre sich von seinem bösen Wandel und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt!" Nach der Erzählung des biblischen Buches Jona nahmen die Bewohner der Stadt die Worte ernst, kehrten um und begannen, Buße zu tun.

Die Folge war, dass die Katastrophe ausblieb und die Stadt verschont wurde. Nur Jona war enttäuscht, dass Gott die Ankündigung nicht wahr gemacht hatte und haderte mit ihm.

 

Im nachhinein lässt sich trefflich deuten: Hier irrte Nostradamus

Die Zeitschrift Jupiter brachte 1991 ein Extra-Heft heraus über Prophezeiungen von Nostradamus. Darin sind Ereignisse der Jahre 1985 bis 1991 aufgeführt, die der Seher kommen sah: 1985 Krieg zwischen Iran und Irak, 1987 Regenwald wird abgeholzt, 1988 Palästinenser gründen eigenen Staat, 1990 Deutschland auf dem Weg zur Wiedervereinigung, 1991 Golfkrieg - Das Unternehmen Wüstensturm.

Dann wird aufgeführt, was Nostradamus für die Jahre 1992 bis 2030 - angeblich - kommen sah: 1993 Chemischer Krieg in Israel, 1994 Aufstände in Russland, 1995 Ein neuer Papst gewählt, 1996 Neuer Nahost-Krieg beginnt, 1998 Atom-Gau in Frankreich ...

Von all dem ist nichts eingetroffen. Das zeigt noch einmal eindrücklich, dass Vorhersagen mit konkreten Zeitangaben nicht im Gesetz Gottes sind. Wer die Zeichen der Zeit sieht, der sollte umkehren und sich auf den Weg zu Gott machen. Das Kirchenchristentum und die vielfach zerstörerische Zivilisation des Westens werden die Zeit nicht überdauern, denn das Licht wird siegen: Christus, der Geist der Wahrheit.

 

Spekulation des "Magazin 2000":
 Was passiert am 11. August 1999?

Einer der wenigen Vierzeiler, in denen Nostradamus eine Jahreszahl nennt, ist Quatrain X, 72. Darin heißt es:

"Im Jahre 1999, im siebten Monat, wird ein großer Schreckenskönig am Himmel erscheinen: Den großen König von Angolmois wird er von den Toten erwecken. Davor und danach wird Mars regier´n zu guter Zeit."

Sicher ist, dass Nostradamus mit diesem Text nicht den Weltuntergang vorhersagte, denn seine eigenen Vorhersagen reichen bis zum Jahr 3797. Schaut man sich die Deutungsversuche dieses Vierzeilers an, so sind sie recht verschieden. "Was bedeutet der Vierzeiler nun wirklich?" fragt das Magazin 2000 (Nr. 1/1999, S. 28f). Es sei sehr wahrscheinlich, dass Nostradamus die große Sonnenfinsternis gemeint habe, die sich am 11. August 1999 ereignen wird. Das sei der 29. Juli nach dem Julianischen Kalender, der zur Zeit des Nostradamus noch gegolten habe. Für die Menschen seiner Zeit sei eine Sonnenfinsternis der "König aller Schrecken" gewesen.

Das Magazin weiter: "Wer aber ist mit dem ‘großen König von Angolmois gemeint? Die Grafschaft Angoulmois oder Angouleme ist eine historische Region Frankreichs, doch die Deutungen reichen von ‘Angelus M’ (Erzengel Michael) bis zu einem Anagramm von ‘Mongolais’, womit das Reich der Mongolen gemeint sein könnte, was wiederum entweder für China oder für Russland steht. Vielleicht liegt darin der Schlüssel: Nach dem Machtverlust Boris Jelzins könnte ein neuer starker Mann in Russland an die Macht kommen und das am Boden liegende Riesenreich zu neuem Leben erwecken."

Man sieht an diesem Beispiel, wie die Interpretation von Vorhersagen zukünftiger Ereignisse letztlich Spekulation ist.


Lesen Sie dazu auch:
"Der Theologe Nr. 41" - Apokalypse: Die Offenbarung des Johannes erfüllt sich in unserer Zeit


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