Jahr für Jahr werden die Bürger vom Staat immer mehr
beschnitten, nur die Kirchen kommen meist ungeschoren davon. Milliarden
über Milliarden bekommen sie zusätzlich zu der Kirchensteuer aus dem
allgemeinen Steueraufkommen. Wir fordern deshalb: "Herr Finanzminister,
hier können Sie sparen!"
Der deutsche
Finanzminister Oskar Lafontaine ist Anfang 1999 in Nöten: Das Bundesverfassungsgericht hatte soeben
entschieden, dass Familien mit Kindern steuerlich nicht schlechter gestellt sein dürfen
als Alleinerziehende. Sie sollen dieselben Abzugsmöglichkeiten erhalten. Nun klaffte ein
Loch von ungefähr 22,5 Mrd. DM im Haushalt.
Den Familien soll es besser gehen, gar keine Frage. Aber wo nehmen wir
jetzt das Geld her? Ganz einfach: Die Bundesregierung müsste nur einmal mutig an das
"Tabuthema" der Kirchensubventionen ran. Etwa 17 Milliarden verschenkt der Staat
Jahr für Jahr an die Großkirchen - und zwar zusätzlich zur Kirchensteuer! Und das ohne
jede Gegenleistung. Für ihre sozialen Einrichtungen erhalten sie weitere Milliarden vom
Staat. Wenn die bisher vom Staat bezahlten Eminenzen und Exzellenzen auf luxuriöse
Residenzen verzichten und mal ein kleineres Auto fahren, dann sind sicher auch die anderen
Bürger zu einem Opfer bereit, um die restlichen fünfeinhalb Milliarden noch
zusammenzubringen.