Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 4/99

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Verpflanzung von Zellen abgetriebener Föten

Menschliche Embryonen - ein "kostbarer Rohstoff"?

Das Thema Fortpflanzungsmedizin ist längst ein riesiger Geschäftszweig. So werden zum Beispiel Zellen abgetriebener Föten weiterverarbeitet und anderen Menschen eingepflanzt. Professor Lee Silver sagt voraus, dass es eines Tages unterschiedliche Menschen-Typen gibt, die sich nicht mehr untereinander fortpflanzen können.

"Rund zehntausend Mark werden für ein Gramm bezahlt", so die Auskunft eines Chefarztes im Fernsehen. Es ging um die Frage, was die Zellen menschlicher Föten kosten, die abgetrieben wurden. Er erhielt mehrfach Angebote von "Händlern", die er aber ausschlug.

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Werdendes Leben - oder "Rohstoff" für menschliche Hybris?

Experten in der Fernsehsendung (Von kopflosen Klonfröschen ..., BR, 20.1.1999) schätzten, dass im Handel mit dem "kostbaren Rohstoff" Embryo im Jahr 2001 etwa ein Umsatz von 1,7 Mrd. DM erzielt werden wird. Wofür werden sie benötigt? Zum einen werden Parkinson-Kranken Zellen von Embryonen ins Gehirn verpflanzt, um dort kranke Gewebeteile wieder zum Wachstum anzuregen.

Der Erfolg dieser Operationen ist zwar umstritten, und außerdem sind sie riskant; dennoch werden z. B. in den USA zahlreiche solcher Eingriffe durchgeführt - in manchen Fällen sogar im "Doppelblindversuch". Dabei werden bei einem Teil der Patienten Scheinoperationen durchgeführt, der Schädel wird also angebohrt und wieder verschlossen, ohne dass etwas verpflanzt wird. Die Patienten erfahren erst nach Monaten, ob die Operation tatsächlich zu Ende geführt wurde. Trotzdem unterziehen sie sich dieser Tortur, manche mehrmals, weil sie diesen Strohhalm, der ihnen von der Medizin angeboten wird, ergreifen wollen.

Das andere "Geschäftsfeld" ist die künstliche Befruchtung. Hier werden Eizellen im Reagenzglas befruchtet und die Embryonen "auf Eis gelegt" (man spricht auch von so genannten "frosties"), bis sie der betreffenden Frau oder einer "Leihmutter" eingesetzt werden können. Ein solcher neu erzeugter Embryo kostet ca. 20.000 Dollar. Wenn ein Paar, das keine Kinder bekommen kann, jedoch einen überzähligen Embryo erwirbt, dann kostet dieser "Second-hand-Embryo" nur ca. 2.000 Dollar. Dass dann ein Kind zur Welt kommt, das ganz andere Eltern hat, ist gegenüber der Kostenersparnis zweitrangig.

Der Titel der Sendung bezog sich auf die Froschembryonen, die ohne Kopf gezüchtet wurden - so, wie man in Zukunft vielleicht auch menschliche Embryonen als "Ersatzteillager" züchten will.

Der Freiburger Augenarzt Franz Josef Große-Ruyken äußerte die Befürchtung, "die Vision vom nachwachsenden menschlichen Rohstoff könne zu bestellten und bezahlten Schwangerschaften und zu einem Fötenhandel führen". Im Bereich der künstlichen Befruchtung gibt es solche Geschäfte bereits. So engagierte eine Deutsche kürzlich eine Inderin als "Leihmutter" für ihr künstlich befruchtetes Kind für 4.000 Mark.

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Prof. Lee Silver aus den USA ist noch einen Schritt "weiter": Er sagt voraus, dass es in ferner Zukunft durch genetische Manipulation und Auslese verschiedene Menschenarten geben wird, die nicht mehr "kompatibel" sein werden, die sich also nicht mehr untereinander fortpflanzen können, weil ihre Gene voneinander abweichen.

"Denn sie wollten sein wie Gott" - so begann der Sündenfall des Menschen. Wann erkennen die Gen-Ingenieure, dass auch sie keine Götter sind, sondern Kinder Gottes?

Aussichten

Schon will der Arzt - wer könnts vertuschen? -
Dem lieben Gott ins Handwerk pfuschen.
Er bringt zu künstlich neuer Blüte
Die uralt schauerliche Mythe -
Vorerst an hündischen Geschöpfen -
Von jenen arg vertauschten Köpfen.

Uns bangt, ob ers nicht so weit treibt,
Dass er den abgenutzten Leib
Ritsch-ratsch ersetzt durch einen jungen.
Und ist erst das einmal gelungen,
Wird sich der Frevel ganz entpuppen:

Der Mensch vereinigt sich zu Gruppen,
Die Köpfe, Herzen, Nieren, Nerven
In einen Leib zusammen werfen
Zu frisch gezellter Lebenswonne -
Der Rest kommt in die Abfalltonne.

Die Leute laufen dann herum,
Nicht mehr als Individuum, -
Weil ja natürliche Personen
Dann ohnedies sich nicht mehr lohnen -
Nein - mit geballter Leistungskraft
als rechtsgebundne Körperschaft.

Eugen Roth


 



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Fernsehtipp: www.erde-und-mensch.tv

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