|
Perversion der Nächstenliebe?
Neues
Leben durch
fremde Organe?
Organtransplantation und ihre seelischen Folgen
Als Christian Barnard vor 32
Jahren das erste Herz verpflanzte, herrschte Euphorie im Medizinsystem. Zwar starb der
erste Herzpatient nach 18 Tagen an Lungenentzündung. Doch inzwischen leben von den
Empfängern fremder Herzen nach einem Jahr noch 80 %, nach fünf Jahren noch 70 %. Hat der "Störenfried" Tod in diesem Umfeld bald ausgespielt? Das Weisse Pferd bat einen Fachmann
um den nachfolgenden Beitrag.
Obwohl Organtransplantation inzwischen alltäglich geworden ist, werden viele
Transplantierte ihres neues Lebens nicht recht froh. Zum einen bleiben sie lebenslang von
Medikamenten abhängig, um die Abstoßungsreaktion des fremden Organs zu unterdrücken.
Zum anderen haben sie mit den seelischen Folgen der Organübertragung zu kämpfen.
"Manchmal fühlte es sich fast so an, als ob ich meinen Körper mit
einer zweiten Seele teilte". Die 48jährige Frau, die Herz und Lunge eines tödlich
verunglückten Motorradfahrers erhielt, ringt darum, mit der Veränderung ihres Wesens
fertig zu werden. Eine Woche nach der Operation bekommt sie plötzlich Appetit auf
Hühnerkeulen und Bier - Dinge, die sie vorher nie gemocht hatte. Ihre Lieblingsfarbe
wechselt von rot zu grün. "Meine Persönlichkeit veränderte sich und wurde
maskuliner." Sie war betroffen, dass es ihr nicht mehr möglich war, "wieder die
gleiche Ebene der Spiritualität zu erlangen, die ich während meiner Krankheit erreicht
hatte. Ich wollte unbedingt die Lehren, die ich damals erfahren hatte, in mir wach halten -
Vergebung, den tieferen Zugang zu mir selbst, das Gefühl der Gelassenheit und die
Zuversicht, dass sich das Universum seiner Bestimmung gemäß entfaltet. Doch jetzt konnte
ich fast körperlich spüren, wie die geistige Dimension sich mir immer mehr entzog."
Und das, obwohl sie ihre täglichen Meditationen beibehielt.
(Claire Silvia,
Herzensfremd - Wie ein Spenderherz mein Selbst veränderte, 1998, S. 154)
Anfänglich führt sie ihre seelische Veränderung auf die vielen
Medikamente zurück, die sie täglich nehmen muss. Als dann massive Alpträume einsetzen,
sucht sie psychotherapeutische Hilfe auf. Sie findet zu einer Gruppe von
Herztransplantierten. Sie alle berichten über Wesensveränderungen. "Einen Großteil
der Zeit waren wir elend oder verstört oder starr vor Angst", schreibt Claire
Silvia.
Zehn Jahre nach der Herz-Übertragung wird ihr ein weiteres Organ
transplantiert - eine Niere, wegen Nierenversagens infolge der vielen Medikamente. Der
Spender ist ihr Freund.
Organspende -
ein Akt der Nächstenliebe?
Ein Einzelfall? Wohl nur in
dem Sinne, dass sich Betroffene selten in die Öffentlichkeit begeben. Denn in der Regel
werden die seelischen Folgen von Organtransplantationen verschwiegen. Auch in der
gemeinsamen Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen
Kirche in Deutschland zur Organtransplantation (1990) ist davon keine Rede. Im
Gegenteil: "Die Kirchen sehen ... in einer Organspende durchaus die Möglichkeit,
über den Tod hinaus das eigene Leben in Liebe für den Nächsten hinzugeben." Und
was sagen die Kirchenmänner zu den seelischen Folgen? Sie werden schlichtweg
ausgeblendet: "Der Empfänger eines Organs braucht keine Änderung seines Wesens zu
befürchten, kann aber zuweilen bedenken, dass er das Organ eines anderen, meistens eines
verstorbenen Menschen in sich trägt."
Dann wird in "bischöflicher Vollmacht" dekretiert: Der
Hirntod bedeutet ebenso wie der Herztod den Tod des Menschen. Mit dem Hirntod fehlt dem
Menschen die unersetzbare und nicht wieder zu erlangende körperliche Grundlage für sein
geistiges Dasein in dieser Welt. Der unter allen Lebewesen einzigartige menschliche Geist
ist körperlich ausschließlich an das Gehirn gebunden ..."
Wie tot ist ein
Hirntoter?
Ein Mensch gilt als hirntot,
wenn die Gesamtfunktion des Groß- und Kleinhirns und des Hirnstamms unwiederbringlich
erloschen ist. Doch der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen, sondern nur der Beginn des
Sterbeprozesses, der mit dem Herzstillstand endet. Die klassischen Todesmerkmale in der
jahrhundertealten Medizingeschichte sind Erkaltung, Leichenstarre und Todesflecken.
Bis 1968 war es üblich, von einem irreversiblen, d. h. nicht mehr
rückgängig zu machenden Koma zu sprechen oder von totalem Hirnversagen. Kurz nach der
ersten Herzverpflanzung wurde daraus "hirntot", ein Begriff, der an der
Harvard-Universität kreiert wurde. Dabei handelt es sich letztlich um eine Definition zum
Zwecke der Organtransplantation. Denn nur der noch lebende Organismus des
"Toten" garantiert die Verwertbarkeit seiner Organe. Also wird der Patient per
Definition für tot erklärt, d. h. ihm wird der Leichenstatus aufoktroyiert, ohne
dass er
sich dagegen wehren kann.
Tote kann man
nicht beatmen
Eine hirntote Frau konnte
nach Monaten noch ein Kind austragen, das gesund zur Welt kam. Ein hirntoter Mann kann
noch Erektionen haben. Der "Hirntote" wird bis zur Organentnahme beatmet.
Beatmen aber kann man nur einen lebenden Menschen, keinen Toten. Den könnte man
allenfalls "aufblasen". Der Hirntote hat vor der Organentnahme einen normalen
Blutdruck und eine stabile Herzfrequenz. Kurz vor dem Eingriff kommt es in der Regel zu
einem dramatischen Blutdruckanstieg auf Werte von 230 zu 115. Gleichzeitig steigen
bestimmte Hormone an wie das Adrenalin. Bekanntlich werden Organspender bei der
Explantation narkotisiert. Warum, wo sie doch tot sind? Sie sollen keine unkontrollierten
Bewegungen machen. Trotzdem kommt es immer wieder vor: Die Patienten machen spontane,
unkontrollierte (Abwehr-) Bewegungen - die Arme bewegen sich, eine Hand hebt sich, beide
Hände werden zum Kinn geführt, um in dieser Haltung zu verharren. Mediziner sprechen vom
"Lazarussyndrom".
"Nachklingende
Prozesse an einem Leichnam ..."
Die Gleichsetzung des
Hirntodes mit dem Tod des Menschen blendet die Frage aus, was mit dem Menschen in der
Übergangsphase vom Leben zum Tod geschieht. Der katholische Moraltheologe Johannes
Gründel, ein Befürworter der Hirntod-Theorie, sagte dazu in einer Rundfunksendung:
"Nach dem Auseinanderbrechen dieser Einheit Mensch mit dem irreversiblen Ausfall der
Gehirnfunktionen hört diese Form von Leben auf, aber Lebensprozesse bleiben, und diese
Lebensprozesse haben jetzt nichts mehr mit dem Leben zu tun, wo ein Mensch noch erfährt,
wo er sensibel ist, wo er etwa denkt und dergleichen, sondern das sind nachklingende
Prozesse an einem Leichnam ..." Darauf die Moderatorin: "Können wir denn
wissen, was ein Mensch will? Kann man denn das, was in der Seele eines Menschen oder in
seiner Psyche vorgeht, messen?" Die Antwort von Prof. Gründel:
"Lassen Sie mal den Begriff Seele weg ..." Die Seele weglassen? Und das
aus dem Mund eines "Gottesmannes"? Offensichtlich hängt er der in Wissenschaftskreisen
verbreiteten Meinung an, die Seele sei ein Anhängsel des Gehirns.
Das Organ
überträgt seelische Information
Die Hirntod-Theorie ist der
makabre Höhepunkt eines Materialismus, der die Seele schlichtweg zu einer Funktion der
Gehirntätigkeit erklärt. Doch die Seele ist unser geistiger Leib, der vor der Geburt
existiert und nach dem Tod weiterlebt. Dabei ist die Seele die Trägerin des Lebens. Leben
ist Bewusstsein, Schwingung, Kommunikation - in jeder Zelle, in jedem Organ, das mit dem
gesamten Organismus in Verbindung steht und das Informationsmaterial des ganzen Menschen
in sich trägt. Die Seele überträgt dem Körper die Programme, die sie in diesem Leben
bereinigen möchte.

Mit dem Herzen wird nicht
nur das Herz übertragen
Wird nun ein Organ, z. B. das Herz, transplantiert, so kann das Herz nur
leben, wenn die Seele weiterhin die Lebensenergie für das Herz gibt. Die Seele des
Spenders kann sich also gar nicht vom lebenden Organ trennen. Sie hält den Kontakt zum
transplantierten Organ. Dabei überträgt sie ihre Programme auch den Körperzellen des
Empfängers. Hier liegt zugleich eine Antwort auf die Frage, warum eine permanente
Abstoßung des Fremdorgans stattfindet. Es treffen Schwingungen aufeinander, die sich
abstoßen, weil sie nicht zusammenpassen.
Fremdorgan ist
Fremdschwingung
Das transplantierte Organ
bringt also das Bild- und Informationsmaterial der Seele des Spenders in den Körper des
Empfängers und in dessen Seele. Es wird ihm aufgezwungen, wodurch eine Fremdbestimmung
stattfindet. Die eigenen Lebensprogramme des Organempfängers einschließlich seiner
seelischen Belastungen werden von den Programmen des Spenders überlagert.
Dadurch wird es dem Empfänger schwer wenn nicht gar unmöglich, seine
eigenen Fehlprogramme zu erkennen und zu bereinigen - worin der eigentliche Sinn unseres
Erdendaseins besteht. Die Fremdprogramme funken ständig dazwischen. Die unverwechselbare
Identität des Menschen geht verloren. Spätestens hier wird offensichtlich,
dass eine
Transplantation wohl kaum ein Akt der Nächstenliebe sein kann.
Zwei Seelen
kämpfen um einen Körper
Transplantation ist also ein
Eingriff, der weit über das Irdische hinausgeht. Beim normalen Leibestod hat die Seele
ihre Aufgabe für diese Inkarnation abgeschlossen. Wird sie in der Materie festgehalten,
so kann sie den ihr gemäßen Entwicklungsweg nicht weiter gehen. Der Mensch wiederum hat
für die Fortsetzung des Lebens auf der Erde kein Lebensprogramm mehr. Lebt er dennoch
weiter, ist er vielfach orientierungslos, wie mittlerweile zahllose Erfahrungen belegen,
oder er wird zum Spielball fremder Einflüsse.
Die meisten Organspender sind Unfallopfer. Dabei kann es sein,
dass die
Seele des Spenders diese Erde gar nicht verlassen will. Vielleicht dankt sie sogar den
Ärzten, weil sie glaubt, diese hätten ihren Körper wieder zum Leben erweckt. Ihr Herz
schlägt ja weiter ... Im Organempfänger hat sie ein Instrument gefunden, durch das sie
weiterleben und wirken kann. Unter Umständen kann es der Seele gar nicht
bewusst sein,
dass es sich um einen ganz anderen Körper handelt. Dann beginnt der Streit zwischen den
beiden Seelen: Wer geht in den Körper rein? Auch dadurch bleiben die beiden Seelen an die
Materie gebunden.
Ein seelenloses
Konzept
Kann aber das der Wille
Gottes sein? Und wenn es nicht Gottes Wille ist, wessen Wille ist es dann? Und wenn die
Kirchen die Organspende fördern, in wessen Diensten stehen sie dann?
Bei einer Organtransplantation werden Prozesse in Gang gesetzt, deren sich
die Beteiligten in der Regel nicht bewusst sind - weder der hilflose Patient, noch der
Arzt, noch der Politiker, der um die gesetzgeberische Entscheidung ringt. Die Kirchen, die
es wissen könnten, haben einmal mehr die Lehre des Jesus von Nazareth ignoriert: Kann man
sich vorstellen, dass Christus empfehlen würde, Körperorgane zu übertragen, um die
Lebensspanne eines Menschen gewaltsam zu verlängern?
Die Transplantationsmedizin ist ein Produkt des materialistischen Denkens.
Sie huldigt einer Ersatzteilmentalität, die vorgaukelt, dass sich jede Krankheit heilen
und jedes Verschleißteil auswechseln ließe. Hinter ihr steht der
medizinisch-industrielle Komplex, der auf Expansion und Gewinnmaximierung drängt. Die
moralische Basis für die Transplantationsindustrie liefern die Kirchen.
Beschädigung
der Seelen
Wer ist
an dieser seelenlosen Entwicklung der modernen Medizin schuld? Jeder,
der die materielle Existenz für den Höhepunkt der Schöpfung hält, die es
um jeden Preis zu erhalten gilt und der damit die Lehre des Jesus von
Nazareth ignoriert. Jesus sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt". Sein Reich ist ein geistiges Reich, das in der Tiefe der
menschlichen Seele zu finden ist: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch".
|
|