Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 6/99

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Ein Bericht von dem Verein Heimat für Tiere – Neue Zeit e.V.

Lebensraum - artgerecht

"Artgerecht" ist ein Wort, das neuerdings häufig zu lesen ist, dessen Bedeutung aber nicht unmittelbar verständlich ist. "Art" ist im zoologischen Sinn gemeint und "gerecht" heißt, es jemandem seinen Bedürfnissen entsprechend recht machen. D. h., eine Tierart soll mit ihren körperlichen, verhaltens- und lebensraummäßigen Eigenarten leben können.

Tauben im Taubenschlag
Die Ställe der Tauben und Pfauen sind großzügig, und der Ausflug steht immer offen. Neben dem, was wir ihnen im Stall zu Essen bieten, finden sie in der Natur reichlich Abwechslung.

Heute leben Tausende von Menschen in Hochhäusern und halten in diesen Häusern oftmals auch Tiere. In dem Buch Liobani, Du, das Tier, Du der Mensch ist zu lesen: "Durch das Übereinander, Nebeneinander und Untereinander hat sich der Mensch vom Menschen und von der Natur wie hermetisch abgegrenzt. Doch der Mensch und das Tier benötigen den Kontakt zur Erde und zur Natur, denn die physischen Körper sind Naturkörper und den Naturgesetzen zugeordnet. Mit der Zeit fehlt dem Menschen und dem Tier der Bezug zur Erde. Diese Kontaktarmut bewirkt im Menschen und im Tier Stumpfsinnigkeit, Grüblerisches und in vielen Fällen ein nachlässiges Verhalten." (http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.
cgi?article=s133de&type=desc&rtopic=tiereundnatur)

So spüren Menschen oftmals nicht mehr, was eigentlich ihre Bedürfnisse wären und auch nicht, was ihre Tiere brauchen. Der Mensch hat die Tiere domestiziert, sie zum Haustier gemacht. Doch dadurch haben sich die Ansprüche der Tiere an den Lebensraum nicht verändert. Sie haben sich durch Gewöhnung lediglich an die für sie unnatürlichen Situationen angepasst.

KüheKühe sind besonders gesellige, empfindsame Wesen, lieben gegenseitige Körperpflege mit Artgenossen. Sie haben bei uns einen geräumigen Offen-Laufstall, täglich frische Einstreu mit gutem Stroh und eine große Liegefläche mit Gummiboden zum Ruhen. Dazu kommt täglicher Weidegang und ständiger Kontakt zu  anderen Tieren am Hof.

Für die Gestaltung der Ställe von "Heimat für Tiere" haben wir uns die Frage gestellt, wie das Leben des jeweiligen Tieres in der freien Natur aussehen würde und so haben wir dann die Anlagen gestaltet:

Die intelligenten, bewegungsfreudigen und geselligen Schweine (ohne Foto) haben das gesamte Hofareal und sämtliche Weiden zur Verfügung. Ihre Häuser stehen im Pferdestall und sind stets frei zugänglich. Natürliche Suhle steht ihnen immer zur Verfügung.

Alle Tiere, die auf dem Hof leben, haben mindestens einen Artgenossen. Viele von ihnen kamen aus einer Notsituation z. B. über Tierschutzgruppen oder Tierheime zu uns. In diesem Jahr ist geplant, weitere Tierpärchen zu sammeln. Zusammen mit unseren Freunden vom Tierschutz wird es uns gelingen, weiteren Tieren zu einem besseren Leben zu verhelfen. Und auch für manches ältere Tier gibt es hier einen Ort, an dem es ruhig und ohne Angst seinen Lebensabend verbringen kann. Wir gehen speziell auf seine Bedürfnisse ein und achten es als Teil der großen Tierfamilie. Denn jedes Tier hat seinen Wert.


Hasen und Meerschweine
Hasen und Meerschweine haben einen geräumigen Stall, der zum Frühjahr erweitert wird durch ein großes Außengehege. Dort können sie in der Erde graben und auch Grünfutter aufnehmen und nach Herzenslust Wind und Sonne erleben. Im Stall finden sie in ihren hohlen Baumstämmen oder verschiedenen Häusern Unter-schlupf. Sie essen gerne Körner, Obst, Gemüse, Heu und Stroh und knabbern gern an Ästen vom
                                                              Obstbaumschnitt.

Lebensraum und artgerecht geht jedoch über tierfreundliche Ställe hinaus. Für die Tiere, die bereits hier leben und die vielen Tiere, die noch kommen werden, bedarf es entsprechender Flächen. Pferde, Kühe, Esel, Ziegen, Schafe usw. - sie alle brauchen viel Weideland. Gerade im Frühjahr, wenn das Gras zu wachsen beginnt und ihr Bewegungsdrang größer wird, wäre es schön, den Tieren die notwendige Freiheit bieten zu können. So ist es uns ein Anliegen, Felder in Hofnähe hinzuzupachten, die bisher noch intensiv landwirtschaftlich genutzt werden. Wir könnten Sträucher, Bäume und Hecken pflanzen, so dass das Landschaftsbild wieder belebt wird und auch Lebensraum für wildlebende Tiere geschaffen wird.

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Hühner
Hühner sind äußerst bewegungsfreudige Lauf- und Scharrvögel. Sie lieben Sandbäder, picken Körner und essen erstaunliche Mengen an frischem Grünfutter. Ganzjährig können sie über eine Hühnerleiter in den Ziegenstall und vom Ziegenauslauf durch einen Tunnel raus auf die Felder. Im Stall finden sie jederzeit ein trockenes Sandbad, Körner, Wasser, Muschelgritt und ruhige Nester zum Legen. Hühner und Hähne leben in einer bunten Gemeinschaft.

Anschließend an ein kleines Wäldchen, das zur Arche gehört, haben wir die Möglichkeit, ein Biotop anzulegen. Vorgesehen ist ein größerer Teich, der so gestaltet werden soll, dass er für viele Tierarten Zufluchtsort und Lebensraum sein kann. Es gibt hier in der Nähe kaum Wasserstellen, so dass es für die Wildtiere eine Bereicherung bedeuten wird. Ein Teich ist für viele Wassertiere Heimat wie z. B. Enten, Schwäne, Gänse, Zwergtaucher, Teichrohrsänger, Rohrammer, Libellen sowie tausende von Kleinlebewesen. Auch Ringelnatter, Sumpfschildkröten, Lurche, Kleinfische können sich hier einfinden. Das Anlegen von großen Reisighaufen rund um den Teich bietet verschiedensten Vogelarten Brutplätze, und Steinhaufen stehen für die Salamander und Eidechsen bereit. Wasserlebensräume verleihen einer Landschaft Lebendigkeit und Stille. Sie begeistern jung und alt und helfen, einen Bezug zur Natur, zur Pflanzen-, Tier- und Mineralwelt aufzubauen.

PfauEin Pfau auf seinem Lieblingsplatz

Wer möchte, der kann dieses Projekt gerne unterstützen. Der Aufbau einer Arche Noah als Heimat für Tiere ist zwar nur ein kleines Projekt - und doch kann es auch eine Möglichkeit zur Wiedergutmachung sein für das, was wir Menschen den Tieren zugefügt haben.

 

Pferdestall
Ganzjähriger, großräumiger Freilaufstall mit ständigem Zugang zu den Außenausläufen. Für den gesunden Huf: Kein Beschlag, Hufbäder, unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, täglich frische Einstreu, Bewegung. Kunterbunte Herdenhaltung bietet viel Abwechslung.

Wir freuen uns über jedes neue Fördermitglied

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Tage der Offenen Stalltüre
Derzeit [2008] an jedem 1. Sonntag im Monat vom 13 bis 17 Uhr (es gibt auch Kaffee und Kuchen), auch in der kälteren Jahreszeit.
Großer Tag der Offenen Stalltüre mit vielseitigem Programm:
In der Regel am 1. Sonntag im Juli


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