Wer kann beweisen, dass Gott
in mir wohnt?
»Kein Mensch kann seinen
Glauben beweisen, weil der Glaube an Gott eine innere Erfahrung ist, die einem anderen
nicht als wahr übermittelt werden kann.« (aus: Der Prophet Nr. 11)
Das uralte Thema der Mystik lautet: Gott in uns.
Das Zeugnis der
Mystiker
So sagt z. B. der schlesische
Mystiker Angelus Silesius: "Halt an, wo willst du hin, dein Gott, er
wohnt in dir." Jakob Böhme schrieb: "Denn es ist kein anderer wahrer Glaube, der selig
machet, als allein Christus in uns ... in unserer armen Seele muss Christus vom Tode
auferstehen, als in einer neuen Menschheit." Der Mystiker Jakob Böhme
bekannte sich zum "Tempel Jesum Christum in uns, dass wir Christum in unserem Herzen sollten hören
lehren." Von Augustinus stammt das Wort: "Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in
Dir, o Herr." Woher wissen die Mystiker um die Realität des Göttlichen in ihnen
selbst? Und vor allem: Können sie beweisen, dass Gott im Menschen wohnt? Wo doch diese
Welt wahrlich nicht danach aussieht, als seien die Menschen ehemals göttliche Wesen.

In mir ist die Kraft der Liebe und der
Freiheit: Gott, das Leben
Die Prophetin und Botschafterin Gottes, unsere Schwester Gabriele, sagte in einer Schulung sinngemäß:
Ich habe es mir selbst
bewiesen
Wer kann mir beweisen, dass wir ehemals reine Wesen waren? Ich kann
diesbezüglich keinen Beweis bringen, doch ich kann es mir selbst beweisen. Ich habe es
mir selbst bewiesen, dass in mir etwas lebendig ist, das das Allzumenschliche nicht an-
und aufnimmt. Und das nannte und nenne ich das Reine in mir, das Unbelastbare, das
Göttliche, und im Göttlichen: Gott in mir.
Gott ist Liebe - allumfassende Liebe. Aus der göttlichen Liebe gab uns
Gott, Seinen reinen Kindern, die Freiheit. Liebe und Freiheit sind höchste Kräfte, die
auch uns Menschen zur Verfügung stehen, weil in unserem Innersten die Liebe und die
Freiheit ist, das Göttliche. Das kann ich mir jedoch nur selbst beweisen, und ich habe es
mir folgendermaßen bewiesen.
Die Liebe, die wieder
verschwand
Auch ich suchte nach Liebe.
Ich fand sie da und dort und dachte: "Jetzt bin ich glücklich, ich habe die Liebe
gefunden." Es dauerte nicht lange, da musste ich erkennen, dass das, was ich als
Liebe bezeichnete, letztlich nur meine Eigenliebe war. Ich liebte in diesem oder jenem
Menschen die Aspekte, die mir angenehm waren ...
So machte ich mir meine Gedanken und sagte: "Ich suche nach der
Liebe." Ich glaubte immer wieder, sie gefunden zu haben, und doch
musste ich
feststellen - sie schwand. Kaum hatte ich sie gefunden, kaum glaubte ich, glücklich zu
sein, schwand sie schon wieder. Da erinnerte ich mich: In mir ist etwas, das mich liebt,
an das glaube ich. Und ich spürte zugleich in meinem Herzen, dass da etwas ist, das sich
als Liebe ausgibt. Aber ich konnte diese Liebe nicht fassen.
Im Laufe der Zeit nannte ich diese Liebe - Gott. Und später nannte ich
diese Liebe - Gott, meinen Vater. Und weiter dachte ich: Diese Liebe ist allgegenwärtig
und in mir. Wie finde ich zu dieser Liebe: Denn ich finde sie nicht beim Nächsten. Und
trotzdem weiß ich, dass der Nächste auch nach dieser Liebe sucht. Jeder sucht letztlich
nach Liebe und Geborgenheit, und wenige finden sie - warum?

Jeder kann sich nur selbst beweisen,
dass in ihm ein
reines Wesen ist
Weil wir uns selten nach Innen orientieren, zu der einen großen Liebe,
die Gott, unser Vater, ist, Dessen Geist in uns wohnt, Der uns liebt und uns Geborgenheit
schenkt.
Stiller werden und
verstehen
Ich begann, stiller zu
werden, meine Mitmenschen verstehen zu lernen. Ich suchte weiter und ging mehr und mehr
ins Gebet, in dem Bewusstsein: In mir ist die große Liebe, und nur in mir finde ich Halt
und Geborgenheit. Ich dachte um und machte mir bewusst: Ich kann von meinen Mitmenschen
nicht die Liebe verlangen, die ich mir wünsche: Sicherheit, Geborgenheit und Freiheit.
Und es dämmerte empor: "Lerne deine Mitmenschen zu verstehen. Lerne sie zu
verstehen, um mit ihnen in Frieden und Freiheit leben zu können."
Ganz allmählich hörte ich in den Gesprächen heraus, wie mein
Gesprächspartner wirklich ist; dass er so, wie er spricht, es oftmals nicht meint;
dass
er in seine Worte etwas ganz anderes hineinlegt als das, was an mein äußeres Ohr klingt.
Und ich merkte plötzlich: Ich nehmen meine Mitmenschen in meinem Herzen auf.
Ich werte nicht mehr
Ich urteile nicht mehr, ich
werte nicht mehr. Ich lerne sie zu verstehen. Gleichzeitig merkte ich,
dass ich durch
diese Übung mich selbst erkennen und verstehen lernte, indem ich auch auf meine Worte
hörte und mich selbst hinterfragte: "Was wolltest du eigentlich sagen?" Auf
diese Weise begann ich, Gott zu lieben, und ich gab mir selbst den Beweis,
dass in mir die
Kraft der Liebe und der Freiheit ist: Gott, das Leben, der Geist meines Vaters, Der mich
liebt.
Ich wandte mich mehr und mehr nach Innen und wurde von Herzen her
glücklicher. Es ist ein inneres Glück, das mit äußeren Worten nicht zu beschreiben
ist. Es ist ein stetiges Leben, und in dieser Stetigkeit ist auch die Freiheit. Ich
dränge meinen Nächsten zu nichts, ich dränge ihn nicht, mir Liebe zu geben.
Als ich meinen Nächsten verstehen lernte, verstand ich auch mich. Je mehr
ich mich erkennen durfte und mich wandelte - mein Menschlich-Allzumenschliches umwandelte
in Verständnis, Wohlwollen, in Toleranz - und mich immer wieder selber korrigierte in dem
Bewusstsein: Ich möchte Gott in mir näher kommen - ich möchte meinem Wesen, meinem
Ur-Wesen, das ewig rein ist, näher kommen, lernte ich, meine Mitmenschen anzunehmen und zu
verstehen.
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So habe ich mir
selbst bewiesen, dass in mir ein reines Wesen ist. Ich habe mir selbst bewiesen,
dass in
mir die Geborgenheit ist, und ich weiß: Ich kann jederzeit zu dieser großen Liebe
kommen, zu ihr sprechen, zu ihr beten. Und ich erhalte auf vielfältige Art und Weise
Antwort - durch Menschen, durch äußere Begebenheiten, durch die Naturreiche. Der Beweis
liegt in uns. Aber ich selbst kann niemandem beweisen, dass ich mir das selbst bewiesen
habe, wie es geht und wie es in mir abläuft.
Doch jeder kann es sich selbst
beweisen: Wenn er den Weg geht, den uns die Göttliche Welt aufgezeigt hat. Er beginnt mit
der Stufe der Ordnung: Erkenne dich selbst. Schau hinter deine Worte bzw. blicke in deine
Worte hinein. Schau hinter deine Gedanken, blicke in deine Gedanken hinein in der Frage:
Was willst du, Mensch, und was möchte Gott?
Literatur:
Schriftenreihe "Der Prophet", Ausgaben Nr. 1-16,
gratis in vielen Sprachen erhältlich; nähere Information: Verlag Das
Wort, 09391/504135,
http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html |
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