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Der Zusammenhang
zwischen Krieg und KapitalIm Krieg steigen die Renditen
In Jugoslawien werden Menschen
vertrieben oder getötet, es fallen Bomben. Der Militäreinsatz kostet täglich etwa 2
Milliarden Mark. Allein das Auftanken eines B-52-Bombers während des Fluges über den
Atlantik kostet 300.000 Mark.
Die Raketenarsenale leeren sich, Nachschub wird nötig. Kein Wunder,
dass die Aktien von Rüstungsproduzenten steigen. An der Börse in New York herrscht
Hochstimmung, während die Kampfbomber immer wieder in Richtung Belgrad aufsteigen. Wir
haben im folgenden einige Zitate zusammengestellt, die den Zusammenhang zwischen Krieg und
(Zins-)Wirtschaft beleuchten:
Günter Hannich, Sprengstoff Geld, 1998:
"Ein historischer Rückblick zeigt, dass eine Deflation im heutigen
System nur durch massive Sachkapitalvernichtung beendet werden kann. Insbesondere in einem
Krieg wird genügend Realkapital zerstört, so dass danach beim Wiederaufbau eine
ausreichende Rendite des Kapitals gesichert ist."
Ernst Winkler, Theorie der natürlichen Wirtschaftsordnung, 1952:
"Der Krieg ist die großzügigste und wirkungsvollste
Reinigungskrise zur Beseitigung der Überinvestition, die es gibt. Er
eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für
gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien,
wesentlich rascher und durchgreifender, als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden
auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist ... der Krieg das beste
Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems
immer wieder hinauszuschieben."
Der Schweizer evangelische Theologe Karl Barth:
"Wo nicht der Mensch, sondern das Zins tragende Kapital der Gegenstand
ist, dessen Erhaltung und Mehrung der Sinn und das Ziel der politischen Ordnung ist, da
ist der Automatismus schon im Gang, der eines Tages die Menschen zum Töten und
Getötetwerden auf die Jagd schicken wird."
Helmut Creutz, Das Geldsyndrom, 1997:
"Etwa ein bis zwei Jahrzehnte waren die Menschen nach dem Zweiten
Weltkrieg in den zerstörten Ländern mit dem Wiederaufbau beschäftigt. ... An Rüstungs-
oder gar Kriegsgeschäfte dachte kaum jemand in dieser Zeit. ... Als Folge dieses
allgemeinen Desinteresses dauerte der erste indisch-pakistanische Krieg Ende der 40er
Jahre nur acht Tage. ... Mit dem Auslaufen des Wiederaufbaus, den ersten
Sättigungserscheinungen auf den Konsummärkten und einer wachsenden Geldvermögensbildung
kam der Zins jedoch langsam unter Druck. ... Aber das Kapital hatte im wahrsten Wortsinn
Blut gerochen, zuerst im Koreakrieg und dann an vielen anderen
Kriegsschauplätzen in der Welt, so dass es kein Halten mehr gab. ... Niemals in der
Menschheitsgeschichte hat es ein Tötungspotential in dieser Größenordnung gegeben. ...
Doch dieser Wahnsinn hat Methode. Er garantierte einmal Tausenden von
Waffenschmieden und -händlern in aller Welt lukrative und staatlich abgesicherte Gewinne.
Vor allem aber sorgte er dafür, dass die Zinsen in der Welt auf einer ausreichenden Höhe
bleiben, um den Streik des Kapitals zu vermeiden. Die Kapitalrenditen bleiben auf diese
Weise zwar lange Zeit gesichert, nicht aber der Wohlstandsanstieg der Menschen. Denn mit
den Waffen und Militäranlagen mussten sie Produkte schaffen, von denen sie keinerlei
Nutzen hatten. ... Mit der Rüstung wird nicht nur Kapital bedient, sondern auch gebunden,
richtiger: vom Markt genommen.
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Würde man das in die Rüstung, die
Raketensilos, die Kasernen usw. investierte Kapital im zivilen Sektor einsetzen, dann
wäre das dort gegebene Angebot deutlich größer. Ein größeres Angebot an Wohnungen,
Konsumgütern usw. aber würde auf die Kapitalrendite einen entsprechenden Druck ausüben.
Aufgrund dieses Drucks müsste - wenn das Kapital nicht streiken könnte - der Zins
schließlich gegen null heruntergehen. Da aber das Kapital streiken, das heißt sich vom
Markt zurückziehen kann, sind die Staaten an ständiger Knappheit und ausreichend hohen
Zinsen interessiert, notfalls sogar unter Duldung oder Förderung von Kriegen." |
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