Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

 Ausgabe 8/99

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Unsere Freunde, die Tiere

Wie verbringen Tiere
 ihren Alltag?

Mancher mag sich vielleicht die Frage stellen, was die Tiere eigentlich den ganzen Tag tun. Eine Freundin, die neulich half, die Tiere zu versorgen, machte folgende Beobachtung: "Mir fiel auf, dass die Tiere alle einen Rhythmus haben."

Hasen

Je mehr Freiheit die Tiere haben, umso mehr
 können sie ihr eigenes Wesen entfalten

Bei den Tieren, unseren Übernächsten, die nahe bei uns Menschen leben, ist es so, dass sie sich uns anpassen müssen.

Der Hund hätte einen anderen Rhythmus

Wenn z. B. jemand einen Hund hat, dann muss dieser eben morgens mit seinem Menschen aufstehen und, bevor dieser zur Arbeit geht, vielleicht noch mal kurz rausgehen. Der Hund selbst hätte jedoch einen ganz anderen Rhythmus! So sollte man recht einfühlsam im Umgang mit den Haustieren sein, denn sie haben es mit uns Menschen nicht einfach. Da ist es sehr hilfreich für die Übernächsten, wenn sie noch Artgenossen haben und wenn man ihnen ermöglichen kann, viel in der Natur zu sein und sich nicht nur in der Wohnung aufzuhalten.

Wir sollten den Tieren sagen, was wir vorhaben

Auch die Tiere in den Ställen der Landwirte sind durch den Menschen verändert worden. Durch die Haltungsbedingungen ist ihr Freiraum teilweise sehr beschränkt und sie können ihr eigentliches Wesen kaum noch entfalten.

In dem Buch Du das Tier - Du der Mensch. Wer hat höhere Werte? (Verlag Das Wort, siehe unten) können wir lesen:

"Es nützt wenig, bestimmte Tierarten zu erforschen, denn die meisten gleichen sich, so weit es möglich ist, den Bedingungen der Umwelt an. Ihre Verhaltensweisen in der Luft, auf und in der Erde und in den Gewässern entsprechen in den meisten Fällen nicht mehr ihrer inneren geistigen Uhr, den gesetzmäßigen Abläufen. Sie passen sich den Umweltbedingungen an und nehmen in vielen Fällen das auf, was Menschen ihnen ungesetzmäßig oder brutal aufzwingen oder was Menschen durch ihre Denk- und Lebensweise in die Atmosphärische Chronik eingeben – was dann auch wieder auf Menschen, Tiere und Umwelt einwirkt."

Wir möchten einmal berichten, was wir in unseren Ställen von Heimat für Tiere beobachten.

Jedes der Tiergeschwister hat seinen Rhythmus. Doch auch hier müssen wir viele Kompromisse machen, und die meisten Tiere haben nur einen kleinen Teil der Freiheit, die sie eigentlich bräuchten. Am Morgen sind alle ganz lebendig. Sie warten auf den Menschen, der ihnen das Essen bringt. Sie lassen sich viel Zeit zum Essen, und im ganzen Stall hört man die verschiedensten Tiere genüsslich kauen. Es ist immer etwas Besonderes, am Morgen durch die Ställe zu gehen. Danach gehen sie in der Regel auf die verschiedenen Weiden oder Ausläufe. Am späten Vormittag kehrt Ruhe ein.

Wir teilen ihnen unsere Pläne mit

Die Pferde und Esel haben dann ihre Ruhephase. Sie stellen sich in Grüppchen zusammen und dösen ein wenig. Später dann sieht man sie spielen, raufen und herumrennen. Sie verbringen sehr viel Zeit mit Essen: Sie knabbern Äste, suchen sich die ersten Grashalme und bekommen mittags wieder Futter gereicht. Wir üben uns darin, den Pferden am Morgen schon zu sagen, ob sie an diesem Tag geritten oder eingespannt werden.

Esel
Was können wir wohl von den Eseln lernen?

So können sie sich darauf einstellen. Sie verstehen es ganz gut, wenn man ihnen bildhaft erklärt. Manchmal dürfen ein oder zwei Esel neben den Pferden beim Ausritt mitlaufen. Sagen wir ihnen: "Ihr dürft nachher mit zum Reiten", dann stehen sie schon am Gatter, wenn man mit dem Halfter kommt. Sagen wir ihnen nichts, dann bleiben sie im Stall stehen und wissen, dass die Pferde alleine gehen.

Am Abend, wenn alle wieder gegessen haben, herrscht immer eine ganz besondere Stimmung im Stall. Die Esel machen meist noch ihr Fang-Spiel quer durch den Stall. Später dann legen sich Pferde und Esel meist nebeneinander ins Stroh.

Eigenständige und gesellige Schweine

Die Schweine sind sehr eigenständig. Sie haben Zeiten, wo sie in ihren Häusern schlafen - und schnarchen. Später marschieren sie über den ganzen Hof, schnuppern überall herum, wühlen in der Erde, suhlen sich in der Pfütze. Mit Vorliebe legen sie sich in das Heu der Pferde, während diese essen. Rocky macht am Morgen in der Regel noch einen Ausflug zum Wald, oder er läuft die Straße entlang. Zwischendurch spielt er gerne mit den Pferden oder ärgert sie auch ein wenig, indem er ihre Füße zwackt. Dreimal am Tag bekommt er sein Essen zusammen mit Viktor auf einem eigenen Tisch. Gehen die Pferde auf die Weide, entscheidet Rocky sich meist mitzugehen. Er kommt jedoch dann heim, wann er es für richtig hält.

Die Schweine sind den ganzen Tag sehr beschäftigt, bis sie in all den Ställen waren und ihre Freunde besucht haben. Mal sieht man sie bei den Kühen liegen, mal mit dem Hengst raufen. Viktor liegt am liebsten bei den Katzen. Die Katzen haben nämlich entdeckt, dass Viktor schön warm ist. Vor allem Janni liegt gerne auf Viktor und knetet ihn mit ihren Pfoten. Auch wenn die Schweine viel alleine unterwegs sind, lieben sie doch die Nähe der anderen Tiere und sind sehr gesellig.

Wohin die Hühner wohl ihre Eier legen

Die Hühner sieht man überall. Doch auch sie haben ihren Rhythmus. Am Morgen essen sie im Stall, danach gehen sie zu den Ziegen und schauen, was es da gibt. Danach geht’s meistens raus aufs Feld oder in die Blumenbeete. Sie machen ihre Sandbäder, besuchen die Pferde oder legen sich bei den Kühen an einen sonnigen Platz.

Ein Huhn legt seine Eier prinzipiell im Pferdestall, das andere im Futterschaft und wieder eines in dem Schweinehäuschen. Wenn es regnet, sitzen die Hühner bei den Ziegen - oder auch auf ihnen - und schlafen. Am Abend kommen sie alle zurück zum Stall. Dabei benutzen fast alle ihren Aufgang, doch einige lassen sich jeden Abend zum Stall bringen oder setzen sich vor die Türe und warten, bis ihnen aufgemacht wird.

Hahn
Jedes Tier hat seinen Rhythmus

Je mehr Freiheit die Tiere haben, umso mehr entfalten sie ihr eigenes Wesen oder zumindest Aspekte davon. So ist es wichtig, den Rhythmus der Tiere zu berücksichtigen und zu achten. Wenn ein Pferd zum Beispiel in der Ruhephase ist, sollten wir es nicht einfach herausreißen und zum Reiten nehmen.

Das gilt genauso bei Haustieren, beispielsweise bei den Hunden.

In dem Buch Du das Tier - Du der Mensch. Wer hat höhere Werte? lesen wir: "Was der Mensch nicht will, dass man ihm tu, das sollte er auch seinen Mitmenschen und Tieren nicht zufügen. Das gilt auch für den Schlaf. Wenn ihr im Tiefschlaf liegt, wollt ihr auch nicht aufgetrieben und angetrieben werden; denn ihr spürt, dass dieser Schock dem Nervensystem nicht zugute kommt."
 

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Also sollten wir behutsam auf den Übernächsten zugehen und ihm sagen, was wir vorhaben. So kann er langsam wach werden und muss nicht gehetzt aufstehen und loslaufen.

Je feiner wir im Umgang mit den Tieren werden, desto sensibler werden auch die Übernächsten. Oft genügt dann ein Gedanke, und sie verstehen uns schon. Ein feinerer Umgang mit den Tieren kann uns dabei helfen, mit unserem Bewusstsein in der Gegenwart, im Augenblick, zu sein.
 

Literatur:
 Das Leben mit unseren Tiergeschwistern. Du, das Tier - Du, der Mensch. Wer hat höhere Werte?, Verlag Das Wort, 136 S., kart., 9,50 €, SFr 16,80 + Versand; auch in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch und Slowenisch erhältlich, 09391/504135,
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s133de&type=sampl&rtopic=tiereundnatur


 



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