Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

 Ausgabe 8/99

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Augenzeugen berichten

Die Tiere warnen
 vor den Bomben

Von Miluna T. aus Klajicevo in Nordserbien erhielten wir telefonisch folgenden Bericht:

Seit Beginn des Krieges in unserem Land reden viele vom unsagbaren Leid der Menschen, aber kaum einer über das Leid unserer Mitgeschöpfe, der Tiere und Pflanzen.

Seitdem die ersten Bomben gefallen sind, scheint die Natur wie verstört. Es kommt nur mehr selten vor, dass die Vögel morgens und tagsüber singen. Ich weiß nicht, ob sie ihre Nester bauen. Sie wirken aufgeschreckt und hilflos, und ich habe den Eindruck, dass sie unsere Hilfe und unsere Zuwendung suchen.

Auch die anderen Tiere im Haus und auf dem Feld haben sich verändert. Sie erleben das Kriegsgeschehen offenbar äußerst intensiv. Etwa eine halbe Stunde bevor die Sirenen ertönen oder die Flugzeuge zu hören sind, kommen die Tiere von dort angerannt, wo später die Bomben fallen. Sie sind völlig aufgeschreckt und suchen meine Nähe. Dann weiß ich, die Bomber kommen. Ich versuche die Tiere mit Zureden zu beruhigen und biete ihnen etwas zu essen und zu trinken an.

Spätestens wenn die Bomben detonieren, rücken alle Katzen und Hunde in unserer Nähe zusammen und schauen uns mit unbeschreiblichen Blicken an. Wenn es kracht, zucken und zittern sie. Eine gute Stunde nach den Detonationen werden die Tiere wieder etwas lockerer. Wir verlassen den Schutzraum und die Tiere, die zu uns gekommen sind, ebenfalls.

Ich habe auch mit einigen Bauern gesprochen. Sie berichten, dass die Kühe fast ein Drittel weniger Milch geben als vor dem Krieg. Schweine und Pferde wirken aufgewühlt und unruhig. Auch wildlebende Feldtiere verlassen fluchtartig den Ort der Bombardierung und suchen am Rande des Dorfes Schutz.

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Miluna sagte uns weiter: Die Tiere sind feinfühlig und leiden unsagbar. Betet auch für sie!

Ist den Menschen bewusst, was bei diesen Bombenangriffen auch den Tieren und der Natur zugefügt wird? Alles Leben empfindet - und leidet mit. Wie ist es mit den zerfetzten Tieren, wie mit den von einer auf die andere Sekunde weg gesprengten Bäumen und Pflanzen?


 



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