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PsychologieWenn die Angst
kommt
"Die Angst der Leute: Der
große Krieg rückt näher". Es steht auf der ersten Seite der Zeitung (BZ,
17.4.1999). Eine andere Zeitung schreibt: "Die Kriegsangst in Deutschland wächst. 53
% der Bürger befürchten, der Kosovo-Krieg könne Deutschland direkt
bedrohen" (Main-Post, 8.4.1999). Woher kommt die Angst der Menschen? Wie kann man sie
überwinden?
Jeder kennt das Gefühl der Angst. Der eine ängstigt sich vor großen
Plätzen, vor Dunkelheit, vor Brücken, vor Aufzügen, ein anderer vor Hunden, Pferden,
Katzen oder Spinnen. Es gibt die Angst, krank zu werden, einen geliebten Menschen zu
verlieren oder Angst vor den Schrecken eines Krieges. Was ist Angst? Woher kommt sie? Ist
sie etwas Fremdes, Unergründbares?
Jede Angst besteht aus Gedanken und Empfindungen. Ihre Ursachen sind
verschieden. Angst kann auf früheren Fehlschlägen, Schicksalsschlägen oder
Zerwürfnissen beruhen, die noch nicht überwunden sind. Und der Furchtsame hat Angst,
dass Gleiches oder Ähnliches noch einmal auf ihn zukommen könnte.
Ursache von Angst kann auch das Verschleiern von Dingen und Geschehnissen
sein: Der Nächste soll nicht erfahren, was in mir vor sich geht, was ich z. B. halten oder
verbergen will. Angst kann ein Hinweis darauf sein, dass etwas in uns noch nicht in
Ordnung ist. Sie kann uns motivieren, etwas zu unternehmen, um das Ungelöste zu
überwinden. Sie kann auch eine Vorahnung sein: Wenn du im alten Trott weitermachst, kann
dies für dich unangenehme Folgen haben. Angst kann also ein Warnsignal dafür sein, mit
einer negativen Praxis aufzuhören und sein Leben zu ändern.
Angst liegt in uns
Jeder Mensch ist ein
Geschöpf Gottes. Gott ist die Liebe. Wenn aber Gott die Liebe ist, dann kann uns nicht
Gott Angst machen bzw. die Angst in unsere Gedanken und Gefühle eingepflanzt haben. So
ist Angst letztlich eine Folge unserer Verstöße gegen das göttliche Gesetz. Was wir in
diesem oder früheren Leben an Negativem in unsere Seele eingegeben haben, kann uns, wenn
es aktiv wird, Angst machen. Wenn wir also Angst haben, dann haben wir uns die Angst zuvor
selbst eingegeben. Denn: Keiner kann uns Angst machen, wenn diese Angst nicht in uns
liegt.
Angst ist immer ein Gedankenkomplex, in dem sich Unbereinigtes ausdrückt,
wie z. B. Neid, Habgier, Hass oder Eifersucht. Solche ungesühnten Gedanken und Handlungen,
die womöglich in vergangenen Leben geschahen, berühren jetzt Seele und Mensch. Sie
wollen den Menschen darauf aufmerksam machen, diese Aspekte jetzt zu bereinigen.
Angst, Gewissensregungen oder gegensätzliche Gedanken können somit auch
Mahner sein. Sie regen den Menschen an, Erkanntes zu bereuen, zu vergeben und um Vergebung
zu bitten. Denn gerade auch das Vergeben kann helfen, Angst zu überwinden.
Die Ursache liegt in
der Gedanken- und Empfindungswelt
Wollen wir erkennen, was die
Ursachen sind, dann sollten wir unsere Angst befragen, welche Inhalte sie hat. Die
Gedanken und Empfindungen, die Bilder, die uns in der Angst kommen, zeigen uns, was
zugrunde liegt.
Dazu ein Beispiel. Ein junge Frau spielt Geige. Jedes
Mal vor einem
Auftritt hat sie Lampenfieber. Sie fragt sich jedes Mal: Warum? Wovor habe ich Angst, wenn
ich mit meiner Geige auftrete?
Da fällt ihr ein: Sie hat Angst vor negativer Rückmeldung. Nichts
fürchtet sie mehr als Kritik. Und wieso? Sie stellt sich die Frage: Wie halte ich es denn
mit Kritik? Da wird ihr bewusst, dass sie ihre Mitmenschen andauernd kritisiert, in
Gedanken sowieso und auch mit Worten.

»Mein Kind, wenn
du weißt und erlebst, wer und was du bist, dann kann dir niemand und nichts etwas
anhaben.«
("Vaterwort" aus dem Buch Du bist nicht verlassen)
Das scheint der Schlüssel: Sie fürchtet sich davor,
dass das auf sie
zurückkommt, was sie selbst ausgesandt hat. Daher beschließt sie, ihre Kritiksucht zu
überwinden und stattdessen das Positive in ihrem Nächsten zu sehen und zu bejahen. Statt
Kritik versucht sie ihren Nächsten zu verstehen, sich in ihn einzufühlen - nach dem
Motto: Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht zwei Tage lang in seinen Schuhen
gegangen bist.
Wenn wir erkennen wollen, wovor wir uns ängstigen, sollten wir uns
fragen: Welche Gefühle, Empfindungen und Gedanken, welche Bilder kommen uns in der Angst?
Bereinigen wir diese Aspekte mit Christus, dann schwindet allmählich die Angst. Es
wächst in uns die innere Kraft, die innere Stärke, die gleich dem Vertrauen in Gott ist.
Denn letztlich ist es das Vertrauen, wodurch die Angst überwunden wird. Diese Haltung
kommt sehr schön in einem spirituellen Gedicht zum Ausdruck, das wie folgt lautet:
"Was fürchtest du? Es kann dir nur begegnen, was dir gemäß und was dir
dienlich ist. Ich seh den Tag, da du das Leid wirst segnen, das dich gelehrt, zu werden
der du bist."
"In dieser Welt
habt ihr Angst ..."
Als Jesus sah,
dass Seine
Jünger Angst hatten, sprach Er zu ihnen: "In dieser Welt habt ihr Angst.
Aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden." An anderer Stelle
sagte Er: "Was Ich
getan habe, das könnt auch ihr tun." Die Kraft, mit der Jesus die Angst überwunden
hat, ist letztlich die Kraft des Vaters in Ihm. Gestärkt durch diese innere Kraft ging Er
Seinen Weg als Jesus von Nazareth.
Die Kraft Gottes, die Kraft des Vaters, wohnt in jedem von uns. Sie hat
verschiedene Namen: innere Stärke, innere Sicherheit, Herzenskraft, Zuversicht,
Vertrauen, das Göttliche. Es ist der Geist Gottes in uns. Die Aufgabe unseres Lebens
besteht darin, diese Kraft zu entwickeln, so dass sie uns wieder ganz durchdringt. Das
geschieht durch Arbeit an uns selbst, zum einen durch die Übung der Verinnerlichung, zum
anderen durch die Bereinigung unserer Fehlhaltungen und durch ein Leben nach den
göttlichen Geboten.
Psychologische Wege
Die
psychologische Verhaltenstherapie geht andere Wege. Zum einen setzt man
das Prinzip um "Man muss
durch die Angst hindurchgehen". Es ist das so genannte "flooding"
(Überfluten) und bedeutet, dass man sich - in Begleitung des Therapeuten - der
Angst auslösenden Situation aussetzt. Eine Person, die z. B. Angst vor Aufzügen hat,
fährt minutenlang im Aufzug.
Jemand, der Angst vor hohen Brücken hat, geht auf ihnen hin und her
u. a. m. Weil die Angst auslösenden Objekte oder Situationen in der Phantasie häufig
überwertig werden, kann es hilfreich sein, sich der Realität auszusetzen. Dort erfährt
der Ängstliche, dass seine Angst unbegründet war und überwindet sie nach dem Motto:
"Was mich nicht umbringt, macht mich stärker".
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Eine andere Methode ist die so
genannte
systematische Desensibilisierung. Sie folgt dem Prinzip, dass ein Mensch nicht zugleich
ängstlich und entspannt sein kann. Der Patient lernt daher zunächst, sich zu entspannen.
In die entspannte Situation wird dann in abgestufter Dosierung der Angst lösende Reiz
eingeführt. Bei einer Katzenphobie wäre dies z. B. das gedruckte Wort "Katze",
das gesprochene Wort "Katze", später das Bild einer Katze und schließlich eine
lebendige Katze. Gelingt es dem Patienten in all den Situationen, entspannt zu bleiben, so
wird der Reaktionsablauf "Katze - Angst" gelöscht.
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Angst überwinden mit Christus
Die Wesen des Himmels leben im Strom des Seins.
Sie sind durchströmt vom Strom des Lebens. Sie kennen keine Angst.
Angst entstand erst durch die Abkehr von Gott. Durch den Abfall von
Gott kam es zur Verschattung des Geistleibes, zur Belastung der
Seele. Wo aber die Seele verschattet ist, kann die Geistkraft, die
Lebenskraft, nicht mehr voll fließen. Es wird "eng". Ein
beklemmendes Gefühl entsteht - eben die Angst. So ist die Ursache
der Angst letztlich die Sünde. Sünde kommt von "sondern", sich absondern. Durch das Absondern vom Strom des Göttlichen kam es
zu Verengung im geistigen Leib. Diese Enge wird als Angst erlebt. So ist alle Angst
letztlich Trennungsangst, ist eine Folge der Trennung von Gott.
Und doch gibt es kaum jemanden, der keine Angst hat. Schon die Tatsache,
dass jeder von uns einmal sterben muss, d. h. seinen materiellen Körper ablegt, kann Angst
auslösen. Denn unser Lebenswille reagiert mit Angst, wenn Leib und Leben gefährdet sind.
Auch wenn Schmerz, Leid oder Not drohen, kann dies Angst auslösen.
Wir sollten uns einer Angst nicht schämen oder sie verdrängen. Wir
sollten uns stattdessen der Angst stellen, sie annehmen und erforschen, was ihr
zugrunde liegt. Wenn wir die Ursache kennen, können wir die Angst überwinden - mit
Christus, der in uns die positive Kraft ist. |
Literatur:
Du bist nicht verlassen, Gott ist dir nahe in Wort und Tat, siehe
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s115de&type=desc&rtopic=botschaftausdemall |
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