Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 9/99

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Der lutherische Glaube, die Bergpredigt und der Kosovo-Krieg

"Keine sauberen Hände"

Es wäre "ethisch unverantwortlich", so Hermann von Loewenich, lutherischer Landesbischof von Bayern, den Verbrechen im Kosovo tatenlos zuzusehen. Andererseits brächten die Bombenabwürfe natürlich auch menschliches Leid und damit Schuld mit sich. Denn: "Wir leben in einer Welt, in der wir keine sauberen Hände behalten können."

Das ist lutherische Lehre - aber nicht christliche. Luther und seine Nachfolger nehmen damit dem Menschen die Hoffnung, sich gemäß der Bergpredigt und der Zehn Gebote richtig verhalten zu können. Mose lehrte: "Du sollst nicht töten". Loewenich macht im Geiste Luthers daraus: "Vor dem Einsatz militärischer Gewalt müsse sorgfältig geprüft werden, ‘ob diese Mittel auch das leisten, was sie leisten sollen’" (Süddeutsche Zeitung, 27.4.1999). Das heißt doch: Du darfst töten, aber nur unter bestimmten Umständen - und wenn, dann bitte möglichst effektiv ...

Aussagen wie die oben genannte stehen im Widerspruch zur Lehre des Jesus von Nazareth, der uns gebot: "Werdet vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Auch wenn wir davon noch weit entfernt sein mögen: Wer den Menschen nur als Sünder sieht, der seiner Sündhaftigkeit nicht entkommen kann, der also den Kreislauf von Ursache und Wirkung nicht verlassen kann - der lehrt nicht Gottes Gebote. Wessen Gebote dann?

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Wer Menschen über die Lehre des Christus täuscht und diese Täuschung auch noch als christliche Wahrheit ausgibt, der möge prüfen, ob nicht Matthäus 23, 13 auf ihn zutrifft: "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler. Ihr verschließt das Himmelreich vor den Menschen und kommt selbst nicht hinein."

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