Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 10/99

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Christus oder Petrus?

Noch immer kräht der Hahn

Fällt eigentlich niemandem auf, dass die Katholische Kirche ihren wichtigsten Sakralbau nicht Christuskirche, sondern Peterskirche nennt? Und dass sie nicht auf einem "Christusplatz", sondern auf dem Petersplatz in Rom steht?
Selbst wenn es zuträfe, dass sich die Kuppel Michelangelos über dem Grab des Apostels Petrus wölbt - was längst als Legende entlarvt ist - müssten sich die Männer auf dem
"Stuhl Petri" fragen lassen, wie es um den Stuhl des Jesus, des Christus, in Rom steht. 2000 Jahre Kirchengeschichte ließen uns offenbar so abstumpfen, dass uns gar nicht mehr auffällt, dass man Christus durch Petrus ersetzt hat.

Der Petersplatz in Rom

Alles dreht sich um Petrus. Doch der Fels ist in Wahrheit Christus.

Die Rechtfertigung, dass Jesus von Nazareth mit den Worten "Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen" (Mt. 16, 18) die Katholische Kirche installiert habe, ist eine Fälschung. Selbst die Bibelwissenschaft hat längst nachgewiesen, dass Jesus das so nie gesagt hat.

Schon dem Laien fällt auf, dass diese angeblichen Worte Jesu in drei von vier Evangelien fehlen, vor allem in den Petrusbekenntnissen bei Lukas und Markus, den ältesten der Evangelien. Die anderen Bilder der Bibel, in denen von Steinen oder Felsen die Rede ist, beziehen sich auf Jesus. Einzig an dieser Stelle im Matthäus-Evangelium soll nun plötzlich Petrus der "Fels" sein, und auch noch als einziger der Jünger.

Eine ausführliche Darlegung zur Fälschung der Kirche über Petrus, den "angeblichen" Fels, lesen Sie in "Der Theologe Nr. 51": Nicht Petrus, Christus ist der Fels

Eine erschlichene "Schlüsselgewalt"

Und angeblich hätte Petrus anschließend auch als einziger die so genannte "Schlüsselgewalt" bekommen, nämlich die "Schlüssel des Himmelreiches", um damit auf der Erde "binden" und "lösen" zu können. Die Kirche behauptet nun, "Nachfolger" des Petrus zu sein und diese "Gewalt" von ihm sozusagen geerbt zu haben. Und daraus leitet sie wieder ihren maßlosen Anspruch ab, im Namen Gottes Sünden vergeben zu können und durch ihre Rituale den Menschen den Himmel aufschließen zu können; und umgekehrt auch, jemanden für immer in die ewige Hölle verbannen zu können.
Liest man jedoch nu im Matthäusevangelium weiter, dann entdeckt man schon wenig später, dass Jesus allen Nachfolgern bzw. zumindest allen Jüngern, die seine Worte hörten, diese "Schlüssel" gegeben hat, und es heißt wörtlich: "Alles, was ihr auf Erden bindet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein" (Mt. 18, 18). Und das heißt praktisch wohl nichts anderes als: Wovon sich ein Mensch auf der Erde abhängig macht, daran wird er auch nach seinem Tod gebunden sein. Und welche Belastungen er auf der Erde löst, z. B. durch gegenseitige Vergebung, davon wird er auch nach seinem Tod frei sein.

Was geschah wirklich?

Was zwischen Jesus und Petrus wirklich geschah, steht in der Christusoffenbarung Das ist Mein Wort, Alpha und Omega aus dem Jahr 1989: Darin übermittelt Christus durch Prophetenmund:

"Meine göttlichen Worte ‘... liebst du Mich mehr als diese’ waren nicht einzig an Petrus gerichtet, sondern an die anwesenden Jünger, und letztlich an alle Menschen. Denn der liebt am meisten, der das Gesetz Gottes weitgehend erfüllt und Mich mehr liebt als die Welt.
Solche Menschen sind Felsen in der Brandung, glaubensstark und gottbewusst. Ihnen ist es gegeben, das Evangelium der Liebe auszulegen und die Gesetze des Lebens zu lehren - weil sie selbst aus dem Geiste Gottes schöpfen und im Geiste des Herrn leben. Solche Menschen können aus dem Geiste des Ewigen Meine Lämmer auf den Weiden des ewigen Lebens betreuen und sie auf die Auen des geistigen Seins führen, da Ich lebe und wirke durch sie, die im Geiste der Liebe und im Gesetz Gottes leben und dieses kennen.
Ihnen ist die Kraft gegeben, Meine Schafe zu lehren, ihnen das Gesetz des Lebens nahe zu bringen, damit auch sie den Weg zu den Weiden des Lebens finden und Lämmer werden, um sich mit dem Ewigen zu vereinen. Wer im Gesetz des Lebens, in Gott, lebt, der wird die Schafe zu der einen Herde führen, deren Hirte Ich, Christus, Bin. Er wird sich bemühen, dass die Schafe weder versprengt werden noch sich absondern. Er selbst wird jedoch Wegweiser sein - und nicht der Hirte" (S. 936 f; http://www.das-wort.com/deutsch/).

Die kirchlichen "Oberhirten" könnten sich das zu Herzen nehmen. Christus hat also keinen Menschen beauftragt, ein "Hirte" oder "Oberhirte" zu sein, da Er selbst für jeden der gute Hirte sein möchte.

Nicht Petrus, Christus ist der Fels

Kürzlich äußerte sich auch Gabriele, die als Prophetin und Botschafterin Gottes wirkt (mehr dazu siehe hier), zu diesem Thema. Durch sie wurde auch Das ist Mein Wort. Alpha und Omega übermittelt. Sie fragte, wozu wir Gott überall suchen, nur nicht in uns:

"Wir suchen ihn in der Theologie. Wir suchen ihn in den Kirchen aus Stein. Doch Gott ist in uns, in dem Tempel aus Fleisch und Bein. Würden wir an Ihn ernsthaft glauben, dann würden wir Ihn ganz allmählich aufsuchen, Schritt für Schritt hineinwandern zu dem Positiven in uns, zu dem Göttlichen, das in uns ist und wartet, bis wir kommen - ja, es wartet, denn wir haben den freien Willen, uns nach außen zu orientieren oder uns zu verinnerlichen, um unser wahres Erbe wieder zu erschließen, um wieder göttlich zu werden, um Jesus näher zu kommen.
Dann merken wir, dass wir im Grunde als Mensch in unserer so genannten Menschlichkeit nichts sind. Wir spüren, was es heißt, göttlich zu werden, denn dieses Gespür hilft uns, in uns standhaft zu werden, auf den Fels Christi zu bauen und nicht auf den Fels Petri."

Der Schachzug der Rom-Kirche

Es war also ein geschickter Schachzug der Rom-Kirche, nicht auf Jesus von Nazareth aufzubauen, sondern Petrus dazwischen zu schieben, denn: Jesus von Nazareth ist gefährlich. Er lehrt die Gleichheit und die Geschwisterlichkeit. Er kennt kein Oben und Unten, und alle Macht wird abgelegt. Petrus hingegen erwies sich als Mensch, der seinen Meister in der Stunde höchster Gefahr verleugnete - dreimal, ehe der Hahn krähte. Doch Petrus kehrte wenigstens um und bereute: Er "ging hinaus und weinte bitterlich."

Die Petrus-Nachfolger von Rom zeigen solche Reue nicht. Sie verspürten auch keine Reue im Angesicht der Blutspur, die ihre Kreuzzüge und ihre Inquisition hinterließen. Papst Johannes Paul II. räumt ein, einige Menschen in seiner Kirche hätten gefehlt. Das Papsttum und die Institution Kirche sparte er jedoch aus. Und der Kirchenlehrer Thomas von Aquin, der die Ermordung von Ketzern als ein Gebot der Nächstenliebe lehrte, gilt in der Römisch-Katholischen Kirche bis heute als Heiliger und Kirchenlehrer.

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Noch heute verrät die Kirche den Friedensfürsten von Nazareth durch ihre Lehre vom "gerechten Krieg", wie die Rechtfertigung des NATO-Bombardements auf Jugoslawien durch deutsche Bischöfe beweist. Jesus von Nazareth lehrte nicht den Krieg. Auch hielt Er Seine Bergpredigt nicht, damit die Nachfolger Petri sie zur "Utopie" erklären, die man im Alltag nicht leben könne. Niemand kann von sich behaupten, dass er den Forderungen des Nazareners voll gerecht wird; aber wer sich Christ nennt, sollte es jedenfalls ernsthaft versuchen und nicht zynisch abwinken.

Wer ist gefährlicher, Jesus oder Petrus? Warum gibt es einen Stuhl Petri, aber nicht den Stuhl des Jesus, des Christus, in Rom? - Der Thron des Papstes steht im Zentrum - "... und abermals krähte der Hahn."

Tipp zum Weiterlesen:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri, 3 Bände,
http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/wer-sitzt-auf-dem-stuhl-petri-band-1.php


 



 




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