Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 11/99

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Auch im Pazifik gibt es ein "Atlantis"

Malona -
ein Kontinent taucht auf

"Atlantis - ein Volk wählt seinen Untergang" - so der Titel eines der unzähligen Bücher, die über den versunkenen Kontinent Atlantis geschrieben wurden. Dieser Satz drückt aus, dass die Menschen immer schon bei derartigen Katastrophen ihre Hand im Spiel hatten. Atlantis war und ist kein Einzelfall. Im Bewusstsein der Menschheit taucht allmählich auch ein anderer Kontinent wieder auf, der vermutlich unter den Fluten des Pazifik begraben liegt: Malona. Inzwischen gibt es wissenschaftliche Hinweise auf seine Existenz.

Wo lag Malona, das versunkene Atlantis des Pazifiks?

So sah James Churchward den versunkenen Kontinent, den er Mu nannte. Nach anderen Berichten war er kleiner.

"Wo lag das Atlantis der Galápagos-Leguane?" Unter dieser Überschrift brachte die Welt am 2.1.99 einen Bericht über Forschungen im Pazifik. Zum einen erforschten Geologen den Meeresboden in der Nähe der Galápagos-Inseln, die 960 Kilometer westlich der südamerikanischen Küste liegen. 2000 Meter unter dem Meeresspiegel fanden sie Gesteinsproben, die Abnutzungserscheinungen aufwiesen, wie sie nur über dem Meeresspiegel entstehen können. "Es sind Reste uralter, durch Erosion im Laufe der Erdgeschichte wieder im Meer versunkener Inseln", so Dave Christie, einer der Forscher.

Zum anderen untersuchte ein weiteres Forscherteam die Gene der Galápagos-Leguane. Diese gehören zu den Meerechsen. Die Forscher fanden heraus, dass diese Meerechsen mit den Landleguanen verwandt sind. Die beiden Familien müssen sich allerdings in einer Zeit auseinander entwickelt haben, als es die Galápagos-Inseln noch gar nicht gab. Diese sind nämlich vulkanischen Ursprungs und wenige tausend Jahre alt. Eine Herkunft vom amerikanischen Kontinent scheidet aus, weil sich dort keine Spur eines gemeinsamen Vorfahrens findet. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Vorfahren beider Leguangattungen untergegangene Inseln bewohnt haben müssen und sich von Insel zu Insel in ihren heutigen Lebensraum gerettet haben.

Soweit der Stand der Forschung. Im Bereich der Legenden und Mythen ist ein untergegangenes Land im Pazifischen Ozean durchaus nicht unbekannt. Die Aussagen darüber sind allerdings wesentlich spärlicher als die über den ebenfalls untergegangenen Kontinent Atlantis, mit dem sich über 5000 Bücher beschäftigen. Der versunkene Kontinent im Pazifik wird unter den Bezeichnungen Mu, Malona, Lemurien oder Kásskara erwähnt. Er soll sich im Gebiet zwischen dem heutigen Hawaii, den Osterinseln und den Fidschi-Inseln befunden haben. Sein Untergang muss wesentlich früher als derjenige von Atlantis stattgefunden haben, der im allgemeinen zwischen 8.000 und 12.000 v. Chr. angesetzt wird.

Woher kommen die Hopi-Indianer?

Eine der Quellen der Vermutungen über das "versunkene Paradies" (denn auch dieses wird dort vermutet) ist der österreichische Raketenforscher Josef Blumrich, der nach dem Krieg bei der amerikanischen Weltraumbehörde NASA arbeitete und sich nebenbei mit den Überlieferungen der Hopi-Indianer befasste. Blumrich veröffentlichte ein Buch (Kásskara und die sieben Welten, Knaur-Verlag), in dem der versunkene Kontinent "Kásskara" genannt wird.

Nach Aussage des Hopi-Chronisten "Weißer Bär" ist dieser Kontinent ganz langsam abgesunken, während das heutige Amerika, das damals noch teilweise überflutet war, sich allmählich emporhob. Die Vorfahren der Hopis seien damals von Insel zu Insel (unter anderem über die Osterinseln) in ihre neue Heimat, nach Arizona, ausgewandert.

Leguan von den Galapagos-Inseln
Die Galapagos-Leguane - ihre Art ist älter als die Inseln, auf denen sie heute leben. Kamen ihre Vorfahren von einem versunkenen Kontinent?

Ein anderes "Standardwerk" zu diesem Thema ist das Buch Mu, der versunkene Kontinent des britischen Oberst James Churchward. Dieser bereiste Ende des 19. und Anfang des 20 Jahrhunderts nicht nur die Südsee, sondern auch weite Teile Amerikas. Nach seiner Theorie sind die verschiedenen Völker des Kontinents Mu (dessen Lage mit den Angaben der Hopis übereinstimmt) nicht nur nach Amerika, sondern auch nach Asien ausgewandert. Er sieht die Hochkulturen der Mayas ebenso in Verbindung mit Mu wie diejenigen der Sumerer, der Ägypter und eines untergegangenen uigurischen Großreiches.

Der Franzose Robert Charroux (Vergessene Welten, Knaur) hat einen Teil der Aussagen von Churchward kritisch überprüft und ihm bezüglich amerikanischer Funde einige Fehler nachgewiesen. Churchward habe alles, was er fand, in übertriebener Weise seiner Theorie untergeordnet, so Charroux. Dennoch sei es bemerkenswert, was Churchward vor allem in der Südsee gefunden habe: Steinerne Monumente wie Torbogen oder Reste von Tempelanlagen.

Im Falle der Tongapatu-Insel liegen diese Monumente über 200 Meilen vom nächstgelegenen Steinbruch auf einer ganz anderen Insel entfernt. Die Zivilisation, die die Europäer auf diesen Inseln antrafen, sei zu solchen Transport-Leistungen nicht fähig gewesen. Aber vielleicht wurden die Steine ja über Land transportiert ...

Warum ging Malona unter?

Churchward behauptet, seine Erkenntnisse hauptsächlich in Indien erhalten zu haben, wo er auf uralte Tontafeln gestoßen sei. Er führt aber auch andere Aufzeichnungen und Legenden an, die seine Aussagen untermauern sollen. In einer davon findet sich ein Hinweis auf die Ursache des Untergangs von Mu: "Ihr werdet alle gemeinsam mit euren Dienern in euren kostbaren Palästen sterben, und aus eurer Asche werden neue Kulturen erwachsen.

Wenn sie vergessen, dass ihre Überlegenheit allein auf dem beruht, was sie geben und teilen, und nicht auf dem, was sie sich nehmen, werden sie dasselbe Schicksal erleiden, das ihr jetzt erleiden müsst." In einer Legende der Zuni-Indianer, wie die Hopi zur Familie der Pueblo-Indianer gehörig, heißt es: "In ferner Vergangenheit, lang ist es her, waren die Zunis einmal sehr verderbt und schlecht. Sie waren böse Menschen. Trotz der fortwährenden Warnungen und Mahnungen Jener-im-Himmel hielten sie an ihren Übeltaten fest, bis die Schattenwesen beschlossen, sie zu zerstören und vom Angesicht der Erde zu verjagen.

Die Schattenwesen öffneten die zwei großen Schleusen des Universums: den Speicher oben, aus dem alle Regen fallen, und den Speicher unten, aus dem alle Quellen, Bäche und Flüsse entspringen."

Wie häufig, so wird auch hier das Tun der Menschen - die Ursachen, die sie setzen und die ihre Wirkungen nach sich ziehen - auf außerirdische Kräfte projiziert, in diesem Falle auf "Schattenwesen". Dass negative Gedanken und Gefühle des Menschen Energien sind, die sich auch auf die Materie auswirken, ist eine Tatsache, die bisher im Bereich der Wissenschaft noch kaum geistigen Widerhall gefunden hat. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Raffgier und Rücksichtslosigkeit unserer heutigen Zivilisation zu Folgeerscheinungen wie Klimaänderung, atomarer Verseuchung, Abholzung der Wälder oder Überfischung der Meere führt, kann man den Bezug zwischen Ursache und Wirkung leichter nachvollziehen. Die geologischen Auslöser wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Zusammenbrüche mächtiger Gaskammern in der Erdkruste, die ein Absinken eines ganzen Kontinentes verursachen können, sind in dem oben genannten Bericht freilich nur angedeutet.

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Das Auftauchen des versunkenen Kontinents Atlantis zwischen Europa und Amerika ist in vielen Prophezeiungen angekündigt. Gilt dasselbe auch für Mu oder Malona? Wer weiß. Möglicherweise ist der Mensch schon dabei, diesen Vorgang sogar zu beschleunigen - durch die atomaren Versuche in der Südsee, die über Jahrzehnte hinweg durchgeführt wurden und deren längerfristige Auswirkungen bis heute unbekannt sind.

Es ist ein Unterschied, ob eine Landmasse allmählich aufsteigt oder zu schnell - vor allem für die anderen Kontinente, die im letzteren Fall ihrerseits von katastrophalen Überflutungen bedroht wären. Wann wird der Mensch aus der Geschichte lernen, dass sein Verhalten und seine Eingriffe in die Natur nicht folgenlos bleiben?

Lesen Sie auch:
Atlantis - der versunkene Kontinent in Nr. 3/1999


 



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