|
Urchristen in
Jugoslawien - Sie lesen in "Das ist mein Wort"
"Dieses Buch ist unsere
Kraftquelle"
Auch in Serbien leben Urchristen.
Wie es ihnen im Krieg geht, wie sie mit den Bombardements leben, schildert der Bericht
eines freien Mitarbeiters unserer Zeitung, der sie Ende Mai im Krisengebiet besuchen
konnte.
Die Geschwister aus Serbien bedanken sich
ausdrücklich und herzlich für alles, was ihnen seit Jahren an geistigem
Brot gereicht wird, denn: "Ohne geistige
Hilfe und ohne Inneren Weg", so eine Frau aus Belgrad, "wären wir in dem
Bombenhagel, im äußeren Chaos und in der Armut wie Waisenkinder, wie Kinder ohne
Eltern."
Zur Lage im Land
50 % aller Brücken sind
zerstört, 30 % aller Schulen sind zerstört oder am Unterrichten gehindert. Immer
häufiger werden auch Krankenhäuser und Wohnviertel Zielscheibe der Bomber. Durch die
Bombardierung sind schätzungsweise 2.000 Menschen in Serbien (außerhalb des Kosovo) ums
Leben gekommen. Arbeit gibt es nur noch wenig und wenn, dann gibt es kaum Lohn dafür. Die
Nachfrage nach Lebensmitteln wird dafür immer größer, und das Angebot immer kleiner.
Dementsprechend wuchern die Preise. Bei vielen gehen die Geldreserven zu Ende.
Dazu kommt die ökologische Katastrophe, die durch die Bombardierung der
Petrochemie und der Treibstofflager auch die Nachbarländer zunehmend bedroht. Viele
Menschen in Serbien klagen bereits über verschiedene Beschwerden und trauen sich kaum
noch, sich im Freien zu bewegen. Oft muss die Bevölkerung nach der Bombardierung in den
Häusern bleiben und die Fenster geschlossen halten. Die Urchristen berichten, dass sehr
oft schwarze Wolken am Himmel zu sehen sind - mal tiefer, mal höher. Sie sagen, dass die
psychische Belastung am schlimmsten ist, vor allem durch das ständige Donnern der
Flugzeuge. Sie kommen in der Regel vormittags, nachmittags und ab Mitternacht bis vier
oder fünf Uhr in der Früh. Die Menschen haben kaum noch Gelegenheit, sich zu erholen
oder ein paar Stunden ruhig und tief zu schlafen. Sombor und Belgrad haben sie bis jetzt
über 30 mal bombardiert und über 100 mal überflogen. Das Nervenkostüm der Menschen und
auch der Tiere ist derart überstrapaziert, dass man sich es kaum vorstellen kann.
Durch Kriegsrecht in
Schach gehalten
In Serbien werden die
Menschen durch das Kriegsrecht in Schach gehalten. In Montenegro ist ein Bürgerkrieg nur
noch eine Frage der Zeit. Die orthodoxe Kirche ruft in den Medien und in den
Kirchenpredigten ständig zu einem gerechten Verteidigungskrieg auf. Alle, die nicht
denken wie die Politiker und die Kirche, gelten als Landesverräter. Die Menschen in
Serbien sind weder für Milosevic noch für die NATO. Sie sind enttäuscht und
orientierungslos.
Die NATO-Kampfflugzeuge bombardieren aus einer Höhe von 10.000 m, weil
die serbische Artillerie nur bis zu 9.000 m treffsicher sei. Es werden aber nach
serbischen Berichten trotzdem NATO-Flugzeuge abgeschossen. Es gebe Augenzeugenberichte aus
Novi Sad, Belgrad, Aleskinac und Nis. Fürchtet man im Westen, dass bei Bekanntwerden
"eigener" Opfer die Stimmung gegen den Krieg wächst?
Viele Menschen wirken hilflos. Sie fühlen sich betrogen und von allen
verlassen. Immer wieder ist zu hören: Ist das die hoch gelobte westliche Demokratie? Nein,
die wollen wir nicht!
Viele fragen auch: Wer hat überhaupt ein Interesse, diesen Krieg zu
führen? Der Gott, den uns die Kirche predigt, hilft uns nicht. Es muss einen Gott geben,
und wenn es ihn gibt, warum lässt er uns leiden? (siehe unser
Artikel
dazu). Immer mehr fragen sich die Menschen,
was man tun könnte, um zum Frieden zu kommen, vor allem auch zum Frieden im eigenen
Inneren. Man spürt: Die Menschen lernen immer mehr aufeinander zu zu gehen, weg vom
Denken der Gleichschaltung. Man erlebt immer wieder Versöhnung auf der Straße oder im
Schutzkeller. Nachbarn reden wieder miteinander und helfen sich gegenseitig.
Unsere Freunde berichten weiter: "Einer ist für den anderen da, und
es wächst etwas zwischen uns, was wir neu erfahren dürfen - echte Freundschaft,
vielleicht Geschwisterlichkeit und Vertrauen zu Gott. Wir helfen uns, soweit es geht,
untereinander mit Nahrung, Geld und anderer Hilfe. Die Angehörigen machen mit. Es gibt
natürlich auch schwierige Situationen, besonders wo jetzt die Nahrungsvorräte und das
Geld knapp werden. Vor 10 Tagen wussten wir nicht, wie wir mit einer Situation fertig
werden sollten, und wir beteten gemeinsam zu Gottes um Hilfe. Und die Hilfe kam."
Vaterworte - auch für
Dich
"Wir lesen oft in Das ist
Mein Wort über die Zeit, in der wir leben und auch über die Zeit
danach. Dieses Buch ist eine Kraftquelle. Erst jetzt im Bombenhagel
lernen wir ernsthaft, Gottes Gesetze, schrittweise zu beachten und sie
umzusetzen; und zwar im Umgang mit allen, womit wir in Berührung kommen
- Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Luft, Erde und Mineralien. Wir
haben keine Zeit, uns zu überlegen: Bereinigen wir etwas oder nicht?
Denn die Bomben pfeifen uns um die Ohren, und du weißt nicht, ob du im
nächsten Augenblick noch lebst." "Lernst du nicht, an deinen Nächsten
und an sein Wohl zu denken, dann bist du von Angst und Sorgen befallen
und wirst verrückt", versichern uns einige unserer Gesprächspartner. Und
sie fügen hinzu: "Nur soweit wie wir bereit sind, auf
Gott zu bauen und Ihm zu vertrauen, nur soweit sind wir frei und furchtlos im Bombenhagel.
Jeder Gedanke an dein persönliches Wohl wirkt wie eine Spritze, die dich zu Lähmung,
Angst und Verzweiflung führt."
|
|
|
|






 |
|
Eine Frau erzählt:
"In der Stadt kam eine verzweifelte Frau zu mir und erzählte mir ihre aussichtslose
Lage. Sie sprach laut und vorwurfsvoll. Nach zehn Minuten wurde sie etwas ruhiger und
fragte mich plötzlich: Warum bist du so ruhig? Warum hörst du mir überhaupt zu?
Hast du keine Probleme in dieser chaotischen Zeit? Ich sagte: Doch, aber ich
lerne, damit umzugehen. Sie bat mich, ihr zu zeigen, wie man es lernen kann, ruhig
zu bleiben.
In der Stille
bat ich Christus, dieser Schwester zu helfen. Sie merkte, dass ich nicht
sofort reagierte und sagte: Du hast bestimmt ein Buch, wo du so etwas
lesen kannst. In dem Moment erinnerte ich mich, dass ich in meiner Tasche
das Büchlein Vaterworte - auch für Dich hatte und gab ihr das
kleine Buch. Die Frau nahm es. Sie las einige Sätze darin, umarmte mich, dankte dafür
und ging ihres Weges. Nach dieser Begegnung erinnerte ich mich an eine Frage, die ich
eines Morgens nach einer Bombennacht hatte: Hat mein Dasein noch einen Wert? Heute weiß
ich es - mein Dasein hat einen Wert. Ich bin glücklich und danke dem Vater für die
Begegnung mit der Frau, der ich einfach ruhig zugehört hatte."
Literaturhinweis: Die beiden Bücher Das ist Mein Wort und
Vaterworte auch an Dich sind im Verlag Das Wort erhältlich,
für jeweils 13,00 € bzw. 10,00 € plus Versand, 09391/504-135; Siehe
auch:
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_topic.cgi?lang=de&topic=botschaftausdemall |
|
|
|
|