In
Deutschland gibt es zwei Parteien, die sich ausdrücklich als "christlich"
bezeichnen, gleichzeitig aber den Bombenkrieg gegen Jugoslawien immer
befürworteten, die CDU und die CSU. Und niemand scheint an diesem
Etikettenschwindel Anstoß zu nehmen. Jesus, der Christus Gottes, auf den
sich die beiden Parteien in ihrem Namen berufen, lehrte:
"Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst
nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage
euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig" (Mt. 5, 21 ff).

Ein "C" zuviel.
"Katholisch" oder "lutherisch" wäre ehrlicher
Und zu Petrus, der Ihn gegen Seine Mörder mit dem Schwert verteidigen
wollte, sagte Jesus:
"Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert
greifen, werden durch das Schwert umkommen" (Mt. 26, 52).
Diese Aussagen des Nazareners sind eindeutig: Er war ein konsequenter
Pazifist, der das Töten unter keinen Umständen mit den Geboten Gottes für vereinbar
hielt. Er lehrte auch: "Liebet Eure Feinde, tut wohl denen, die Euch hassen" (Mt. 5, 44).
Es ist deshalb ein grober Missbrauch, unter Seinem Namen Tausende von
Menschen (Soldaten und Zivilisten) zu Tode zu bomben, eine unermessliche Umweltkatastrophe
durch die Verseuchung von Flüssen und die Vergiftung ganzer Landschaften anzurichten,
massenhaft Tiere zu töten und die Volkswirtschaft eines ganzen Landes zu zerstören.
Brennende Chemiefabriken und zerstörte Ölraffinerien vergiften Grundwasser, Flüsse,
Böden und die Luft nicht nur über Jugoslawien, sondern auch in den Anrainerstaaten. Die
hochgiftigen Dioxine und Furane, die durch das brutale Zerstörungswerk freigesetzt
werden, finden Eingang in die Nahrungskette und gefährden Leben und Gesundheit von
Hunderttausenden in- und außerhalb Jugoslawiens.
Im "christlichen Abendland" mag dies nicht neu sein: Bereits
Kaiser Konstantin "der Große" missbrauchte den Namen Christi als Feldzeichen, um
seine Kriege zu führen; Karl "der Große" massakrierte die Sachsen im
Namen der "Kirche Christi"; die Kreuzritter brachten 70.000 Sarazenen in
Jerusalem um, "weil Gott es will"; Luther forderte zu Pogromen gegen
Bauern und Juden auf; Pius XII. segnete den faschistischen Ustascha-Führer Pavelic,
der Anfang der Vierziger Jahre Hunderttausende orthodoxer Serben umbringen ließ; und Johannes
Paul II. rechtfertigte vor der UNO die Ansammlung von Atomwaffen. Die Friedensethik
des Jesus von Nazareth wurde 1.700 Jahre lang durch die Kirchen und die ihnen hörigen
Politiker verraten.
