Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 12/99

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"Meme" oder wie Gedanken ein Eigenleben führen

Da staunt der Kundige nicht schlecht: Susan Blackmore, eine britische Psychologin, vertritt in ihrem Buch The Meme Machine die These, dass Gedanken, Ideen und Verhaltensmuster - Meme genannt - ein Eigenleben führen. Der Mensch diene ihnen lediglich zur ihrer Verbreitung.*

Der Wort "Mem" ist eine Begriffsbildung des englischen Biologen Richard Dawkins, in seinem Buch Das egoistische Gen, das inzwischen als Klassiker der biologischen Evolutionsforschung gilt. Darin vertrat er die These, dass es bei Mensch und Tier ein egoistisches Gen gebe, dem es lediglich um die eigene Verbreitung gehe. Eine weitere These Dawkins war: So wie Gene den Gesetzen der biologischen Evolution unterworfen sind, so seien es auch Gedanken und Verhaltensweisen, die er Meme nannte. Bekanntlich "sterben" schlechte Witze aus, gute Pointen leben länger. Was Dawkins nur halb ernst gemeint hatte, haben Philosophen und andere Wissenschaftler inzwischen in ihr Denksystem eingebaut. Auch das ehrwürdige Oxford English Dictionary hat den Begriff Mem aufgenommen.

Susan Blackmore, die sich bisher kritisch mit paranormalen Phänomenen befasst hatte, sieht in den Memen ein praktisches Erklärungsmuster für vielerlei Phänomene, von Musik über Religion bis zur Empfängnisverhütung. Meme - so die Theorie - vermehren sich, indem ein Mensch Gedanken eines anderen übernimmt, ob es sich dabei um ein mathematischen Lehrsatz handelt oder um einen Witz.

Wie das so ist: Glaubt man, den Baustein zur Erklärung der Welt gefunden zu haben, dann dient er als Erklärungsprinzip für fast alles. So geschah es mit dem Sexualtrieb Freuds, mit dem bedingten Reflex Pawlows oder der Konditionierung Skinners, und nun tut die Autorin ähnliches mit dem "Mem". So ist Religion jetzt ein Memplex, bestehend aus vielen Memen. Die christliche Religion habe sich besonders wirksamer Meme bedient, um ihre Verbreitung zu sichern, z. B. in ihrem Anspruch, die einzig wahre Religion zu sein. Wer daran glaube, erhalte ewige Seligkeit, wer nicht, ewige Verdammnis.

Besonders erfolgreich verbreiteten sich die Sex-Meme, weil der Mensch von alters her für sie besonders empfänglich sei. Schrift, Buchdruck, Radio seien Instrumente der Mem-Verbreitung. Der Mensch schließlich sei nichts anderes als eine "Mem-Maschine". An ein menschliches Bewusstsein glaubt Frau Blackmore überraschender nicht: "‘Das Selbst ist ein gigantischer Memplex - wohl das heimtückischste und durchdringendste aller Memplexe.’ Im Laufe von Jahrtausenden habe die Evolution im Feuchtbiotop des Schädels jene Meme hervorgebracht, die die trügerische Vorstellung eines handelnden Subjekts erzeugten’" (zit. nach Spiegel Nr. 21/1999).

Noch erklärt aber keiner der Mem-Theoretiker, wie man die Einheit eines Mems definieren kann, wie Meme sich kopieren, wie sie gespeichert werden und wie sie sich im Evolutionsprozess wandeln.

Gedankenkontrolle ist eine zentrale Aufgabe

Ein Frage an die Autorin wäre, welchen Memen sie denn ihre eigene Existenz zu verdanken glaubt und welche sie zum Schreiben ihres Buches veranlassten.

Sieht man von den skurrilen Spekulationen der Autorin ab, so wird im Begriff des Mems offensichtlich ein Stück der geistigen Realität eingefangen, das schlicht und einfach lautet: Gedanken sind geistige Realität. Sie sind Energien, sie haben eine bestimme Form und wirken. Sie werden gespeichert im Gehirn, in der Seele und in den Gestirnen, und sie kehren zum Sender zurück - nach dem Prinzip Senden und Empfangen. Es gibt das Phänomen der Gedankenübertragung, über Raum und Zeit hinweg.

Gedanken - häufiger gedacht - bauen sich zu einem Gedanken-Kraftfeld auf, das zur Verwirklichung drängt. Sie haben z. B. Angstgedanken die Tendenz, das anzuziehen, wovor der Mensch Angst hat.

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Der Mensch ist, was er denkt und er wird zu dem, was er denkt. Er kann Gedanken erzeugen. Da er den freien Willen hat, kann er entweder positive, aufbauende Gedanken denken oder negative, zerstörerische. So ist für den, der dem Guten zustreben möchte, die Gedankenkontrolle eine zentrale Aufgabe. Gedankenkontrolle fordert die Unterscheidung zwischen positiven und negativen Gedanken und die Entscheidung für solche Gedanken, die positiv sind. Positive Gedanken sind solche, die dem Willen Gottes entsprechen, d. h. sie sind von der Art, dass Gott durch sie wirken kann.

* (Spiegel Nr. 21/1999, S. 242 f.)

PS: Heute [2011] ist die Wissenschaft schon einen Schritt weiter. Man spricht nicht mehr von "Memen", sondern vor allem von Quanten. Mehr dazu:
im Kapitel Die Quanten, die geistigen Teilkräfte, sind die geistigen Energieträger. Sie übertragen die Geistkraft in die Materie, das heißt, in die materiellen Atome in dem Buch Ursache und Entstehung aller Krankheiten; http://www.das-wort.com/deutsch/ganzheitsheilung/ursache-und-entstehung-aller-krankheiten.php)


 






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