Sie
wollen die rot-weißen Fragebögen nicht ausfüllen. Erstmals stehen in
Mannheim vier Landwirte vor Gericht, die der
"Saatgut-Treuhandgesellschaft" die Auskunft verweigern, wie viel
Getreidekörner sie als Saatgut verwenden. Dieser "Nachbau"
war bisher problemlos möglich.
Doch die internationale Saatgut-Lobby hat eine
Vereinbarung durchgesetzt, wonach die Wiederaussaat - soweit sie bei den
"modernen" Sorten überhaupt noch machbar ist - kostenpflichtig wird. Es
geht um viel Geld - und wohl auch um die Kontrolle des
Lebensmittelbereichs durch undurchschaubare Großkonzerne. Die Landwirte
sind jedenfalls empört: "Wenn das die Viehzüchter machen, muss ich für
jedes neugeborene Kalb auch Lizenzgebühren zahlen. Und mein Auto darf
ich auch ohne Lizenzabgabe verkaufen, obwohl es zahlreiche
patentgeschützte Teile enthält." Besonders sauer sind sie auf ihre
Berufsvertretung, den Bauernverband, der eine solche bauernfeindliche
Regelung nicht verhindert hat.