Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 13/99

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Kirchenaustritt jetzt: Die Kirchen, der Krieg und das Geld

"Ziehet aus, mein Volk!"

Das kirchliche Ja zum Nato-Krieg in Jugoslawien war für viele Menschen der letzte Anlass zum Kirchenaustritt. Von ihren Anfängen bis heute verfälschen die Kirchen die Botschaft des Mannes aus Nazareth und entlarven sich zunehmend als Gegenspieler des Christus.

Himmel ohne Kirche
Der Prophet Johannes hörte eine Stimme aus den Höhen, die sprach: "Ziehet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfanget von ihren Plagen" (Bibel, Ofb. 18, 4).

Die "christlichen" Politiker jubelten: "Die NATO hat gesiegt." Die "christlichen" Kirchen beteten: "Wir danken für den Frieden." Der scheidende deutsche Bundespräsident, der ebenfalls sein Christentum betont, erbaute sich an einem Zapfenstreich der Bundeswehr. Soldaten spielten das Lied: "Ich bete an die Macht der Liebe ..."

Noch vor kurzem starben Tausende von Soldaten und Zivilisten im Bombenhagel dieser "Liebe", mit der man das Belgrader Regime in die Knie zwingen wollte. Das ist zwar nicht gelungen; die Kosovo-Albaner wurden dennoch zu Hunderttausenden vertrieben; aber dafür wirkte die NATO kräftig mit, deren Heimat in eine Wüste zu verwandeln. Nun können sie in ihr verbranntes, vergiftetes und vermintes Land zurückkehren. Das sind die Früchte eines Krieges, den evangelische und katholische Politiker, Generäle und Bischöfe damit rechtfertigten, dass er eine "humanitäre Katastrophe" verhindern würde.

Die Politiker sprechen von Schritten zum Frieden, ja gar von Gerechtigkeit, doch Hass und Rachsucht ziehen durch ein verwüstetes Land. Während die albanischen Flüchtlinge zurückkehren, fliehen nunmehr die Serben, weil sie um ihr Leben bangen. Während die Milizen des Belgrader Diktators Massengräber hinterließen, sorgten die "Luftschläge" der NATO für die größte Umweltkatastrophe, die es dort je gab. Brennende Chemiefabriken und zerstörte Ölraffinerien vergiften Grundwasser, Flüsse, Böden und die Luft nicht nur über Jugoslawien, sondern auch in den Anrainerstaaten. Hochgiftige Dioxine und Furane, die durch die brutalen Bombardements freigesetzt wurden, finden Eingang in die Nahrungskette und gefährden Leben und Gesundheit von Hunderttausenden in- und außerhalb Jugoslawiens. Die Volkswirtschaft eines europäischen Landes ist total zerstört. Doch: "Wir haben gesiegt ..."

Der Verrat an Jesus Christus

Viele der bombardierenden Friedensbringer nennen sich "Christen". Sie verhöhnen damit Jesus von Nazareth, den Christus Gottes, der die Menschen lehrte: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ‘Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein’ (Mt. 5, 21 f). Und zu Petrus, der Jesus vor Seinen Mördern mit dem Schwert schützen wollte - eine ‘humanitäre Aktion’ - sagte Er bekanntlich: ‘Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen’" (Mt. 26, 52).

MenschenImmer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Sie suchen Gott außerhalb der Mauern aus Stein.

Die Kirchenführer reagierten kleinlaut und gewunden oder verteidigten die NATO-Angriffe gar als "gerechten Krieg". Die Friedensethik des Nazareners wird von dem Scheinchristentum der Kirchen verdrängt, das in seiner blutigen Geschichte die "abendländische Christenheit" das Kriegführen lehrte und heute im Gewand eines NATO-Christentums auftritt. Kaum war die Römisch-Katholische Kirche unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert an die Macht gekommen, bedrohte sie Kriegsdienstverweigerer mit dem Kirchenbann. Seither beteiligte sie sich in jeder Geschichtsepoche an Kriegen, an der Verfolgung, Folterung und Ermordung von Millionen von Ketzern, Hexen, Juden und anderen kirchlicherseits unliebsamen Zeitgenossen - bis hinein in unser Jahrhundert, als während des 2. Weltkriegs in Kroatien mit stillschweigender Billigung, wenn nicht sogar Ermutigung durch den Vatikan, Hunderttausende orthodoxer Serben in einem katholischen Kreuzzug kroatischer Ustascha-Milizen ermordet wurden.

Die im Namen der Kirche begangene Gewalt tobte sich also nicht nur in Kriegen aus, sondern auch in der Verfolgung Andersdenkender. Der von der Katholischen Kirche bis heute hoch verehrte Thomas von Aquin lehrte, dass Häresie ein strafwürdiges Delikt sei, so dass die weltliche Obrigkeit Häretiker in den Tod schicken dürfe bzw. müsse. An Thomas von Aquin knüpfte Martin Luther an, der dem Staat riet, Prediger ohne kirchliche Lizenz dem Henker zu übergeben; der dazu aufforderte, die aufständischen Bauern zu erschlagen und den Juden ihre Synagogen zu verbrennen. Adolf Hitler pries Luther als einen "großen Mann", denn: "Er sah den Juden wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen." Und der evangelische Landesbischof Martin Sasse pries angesichts der Reichskristallnacht Luther und Hitler im Verbund: "Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird ... damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt ..." Der bekannte Philosoph Karl Jaspers schrieb über Luther: "Seine Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt."

Nach heutigem Rechtsverständnis war Luther am Ende seines Lebens ein Krimineller, den der Staatsanwalt sofort verhaften ließe, wenn er seiner habhaft würde - wegen Volksverhetzung, Anstiftung zum Mord, Anstiftung zum Landfriedensbruch und Anstiftung zur schweren Brandstiftung. Dennoch hängt das Bild dieses Mannes, der mit seinen Aufrufen Jesus Christus ins Gesicht schlug, immer noch in den Amtsstuben lutherischer Bischöfe und Pfarrer. Der evangelische Landesbischof von Bayern erklärte im Jahr 1997 in einer Botschaft für das Internet wörtlich: "Wir wollen das geschichtliche Erbe der lutherischen Tradition bewahren als unsere kulturelle und geistige Heimat." Wer weiß, was uns da noch bevorsteht.

Selig die Reichen ...

Auch gegenwärtig bekämpfen die Kirchen neue religiöse Bewegungen, vor allem durch Verleumdungen und Ausgrenzungen. Gleichzeitig unterstützt sie der Staat mit milliardenschweren Subventionen. Das hat Tradition: Staatliche Zuwendungen verschafften den Kirchen über Jahrhunderte unermesslichen Reichtum. Dazu kamen Ablasshandel, Erbschleicherei, Raubzüge von Fürstbischöfen, dubiose Bankgeschäfte, Urkundenfälschungen und vieles mehr, womit die Kirchen den Gottessohn, der als schlichter Zimmermann lebte, erneut verspotteten.

Die Katholische Kirche verfügt nach Schätzungen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel (6.3.1995) über ein Vermögen an Grundbesitz und Immobilien von rund 400 Milliarden Mark. Hinzu kommen rund 80-100 Milliarden Kapital- und Anlagevermögen, also Aktien, Wertpapiere usw. (Focus, 30.12.1996). Über das Grundbesitz- und Immobilienvermögen der Evangelischen Kirche liegt uns keine Gesamtschätzung vor. Ihr Anlage- und Kapitalvermögen dürfte sich aber in ähnlichen Größenordnungen wie das katholische bewegen, denn die Evangelische Kirche verfügt pro Jahr über fast ebenso viel "Einnahmen aus Vermögen" wie die Katholische - sie, die lutherische Kirche, erhält allein an Zinsen aufgrund dieses Vermögens 2,3 Milliarden Mark im Jahr, gegenüber 2,8 Milliarden Mark der katholischen Kirche. Größter nichtstaatlicher Grundbesitzer in Deutschland ist die Katholische Kirche, zweitgrößter die Evangelische Kirche. Gemeinsam verfügen sie über Flächen von der Größe des Saarlands, Bremen, Hamburgs und Berlins zusammengenommen.

Herr Finanzminister, hier können Sie sparen!

Beide Kirchen erhalten jährlich zusammen etwa 17 Milliarden Mark Kirchensteuern. Davon geben die Kirchen nur etwa 5-8 % für öffentlich-soziale Zwecke aus. Darüber hinaus erhalten sie in etwa noch einmal den gleichen Betrag an staatlichen Subventionen aus den allgemeinen Steuermitteln. Der Staat finanziert den kirchlichen Religionsunterricht an staatlichen Schulen, die Ausbildung katholischer und evangelischer Theologen und die Militärseelsorge (allein für letztere 54 Millionen Mark im Jahr) die Gehälter fast aller Bischöfe und Landesbischöfe - zwischen 15.000 und 20.000 DM monatlich, bei freier Dienstwohnung, Dienstwagen, Chauffeur und sonstigen Vergünstigungen.

Der deutsche Finanzminister könnte die über 16 Milliarden gut gebrauchen, die der Staat jedes Jahr den Kirchen an Subventionen in den Rachen wirft. Er hat unlängst ein "Sparpaket" mit 30 Milliarden geschnürt. Rentner, Arbeitslose, Landwirte, der soziale Wohnungsbau - alle müssen sich einschränken - nur die Kirchen nicht. Der Staat alimentiert die Kirchen weiter, die im Gegenzug seine Kriege absegnet.

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Immer mehr Menschen ziehen aus dieser Heuchelei die einzig logische Konsequenz: Sie verlassen die Kirchen, die durch die erneute Rechtfertigung eines blutigen Krieges ihre Gegnerschaft zur Lehre des Nazareners einmal mehr unter Beweis gestellt haben. Immer mehr Menschen befolgen den Ratschlag der Bibel, wo es in einem der letzten Kapitel heißt: "Ziehet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und von ihren Plagen nicht mitbekommet" (Ofb. 18, 4).
 

Wie kommt die Welt ins Lot?

Wem daran gelegen ist, mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen ins Reine zu kommen und die positive Christus-Gottes-Kraft in sich zu erfahren, für den ist das Buch Glaubensheilung - die Ganzheitsheilung eine wertvolle Hilfe. Nachfolgend ein Auszug aus dem Buch:

"Jesus lehrte die Feindesliebe: Liebe deine Feinde; tue Gutes denen, die dich hassen. Wer diese Aussage Jesu in der Tiefe erfasst, der versteht auch, warum es in dieser Welt so ist, wie es ist; er versteht, dass Krankheit, Leid, Siechtum, Erdkatastrophen, Kriege und vieles mehr nicht von Gott kommen und auch nicht Willkür sind, sondern einzig vom Menschen ausgehen. Eine Ganzheitsheilung kann daher nur dann erfolgen, wenn wir uns unserer Fehlhaltungen - auch in unserem Beteiligtsein am Weltgeschehen - bewusst werden und wir damit beginnen, mit unseren Mitmenschen, aber auch mit dem gequälten Tierreich, dem Pflanzen und Mineralreich Frieden zu schließen, indem wir unsere Fehlhaltungen ihnen gegenüber erkennen, sie bereuen, mit der Hilfe des Christus Gottes bereinigen und nicht mehr tun."

Aus: Glaubensheilung - die Ganzheitsheilung, S. 36, zu bestellen beim Verlag DAS WORT, Tel. 09391/504-135; Preis: 12,00 € / 21,90 SFr + Versand; auch in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch und Slowenisch erhältlich
http://www.das-wort.com/cgi/
gen_article.cgi?article=s330de&type=desc&rtopic=heilung

Beispiel für die Rückforderung der Kirchensteuer

Brief an das Kirchensteueramt einer evangelischen Landeskirche

Betrifft:
Rückzahlung der Kirchensteuer wegen arglistiger Täuschung

Sehr geehrte Damen und Herren,

bis zu meinem Austritt aus der ev. Kirche wurden mir von meinem Arbeitgeber erhebliche Beträge einbehalten und an die ev. Kirche überwiesen. Ich habe es seinerzeit hingenommen, weil ich davon ausging, dass das Geld einem guten Zweck diene. Zum einen glaubte ich, dass das Geld an eine christliche Organisation ginge, die es im Sinne von Jesus Christus verwende. Zum anderen glaubte ich, dass es für öffentlich-soziale Zwecke verwendet werde.

Ich wusste nicht, dass das Geld nur zu einem Bruchteil für gemeinnützige soziale Zwecke verwendet wird, sondern vor allem zur Finanzierung von beamteten Amtsträgern, die für ihren Lebensunterhalt nicht wie andere Menschen leistungsbezogen arbeiten müssen, und zur Vermehrung des kirchlichen Milliardenvermögens. ...

Im Religionsunterricht hat man mir verschwiegen, dass Luthers Lehren einen Angst erregenden Gott verkünden und dass Luther das christliche Gebot, seine Feinde zu lieben, dahingehend verfälschte, dass er gefordert hat, viele ihm nicht genehme Menschen oder Bevölkerungsgruppen zu rädern, zu steinigen oder anderweitig umzubringen. Bestürzt hat mich vor allem der furchtbare Antisemitismus von Luther, den lutherische Bischöfe noch im Dritten Reich massiv unterstützt haben, und die Tatsache, dass die Kirche bis heute keine Wiedergutmachung an die Opfer gezahlt hat. ...

Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die von mir geleisteten Zahlungen ihren Zweck verfehlt haben, sowohl in sozialer als auch in religiöser Hinsicht. Wer etwas zu einem bestimmten Zweck bezahlt, kann es zurückverlangen, wenn dieser Zweck durch die Zahlungen nicht erreicht werden kann. Das ist ein Grundsatz des bürgerlichen Rechts, der auch hier gilt.

Der Umstand, dass ich meine Zahlungen aufgrund meiner damaligen Mitgliedschaft leistete, ändert daran nichts. Ich war nur deshalb Mitglied, weil man mich als willenlosen Säugling in die Kirche hineingetauft hat. Und ich blieb zunächst Mitglied, weil man mich über die Ziele und Absichten Ihrer Organisation und ihres Gründers getäuscht hat. Allein deshalb bin ich zunächst nicht ausgetreten. Sittenwidriges Verhalten gegenüber einem Geschäftspartner führt bekanntlich zur Nichtigkeit auch stillschweigender Erklärungen.

Ich bitte Sie also um Rückzahlung aller Beträge, die Sie im Laufe der Jahre von mir erhalten haben, auf das unten angegebene Konto, und bedanke mich für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen

Lesen Sie auch die Broschüre:
Gott wollte keine Kirche aus Stein. Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.


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