Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 14/99

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Ich Ich Ich - Die Spinne im Netz (7): Erkenne Dich selbst - einmal anders

Schlechtes Gewissen?
Ungutes Gefühl?

In unserem Alltag gibt es viele Möglichkeiten der Selbsterkenntnis, wenn wir den Mut haben, uns selbst ins Visier zu nehmen: Wie verhalte ich mich zum Beispiel, wenn ich mich beobachtet fühle, und wie, wenn ich mich unbeobachtet wähne? Was denke und tue ich, wenn mich auf der Straße ein Fahrzeug verkehrswidrig überholt? Wie verhalte ich mich an der Kasse eines Kaufhauses oder wenn mein Vorgesetzter mir einen neuen Arbeitskollegen vorstellt?

Einige kleine Experimente können uns einmal auf andere Weise zu Erkenntnissen über uns selbst verhelfen:

Dazu setzen wir uns an einen einigermaßen ruhigen Ort und schließen die Augen. Wir stellen uns vor, rund um uns ist es dunkel. Nichts regt sich, alles ist still.

Plötzlich vernehmen wir ein Geräusch. Diese Wahrnehmung regt in uns Gefühle und Gedanken an. Das sind dann Aspekte unseres Ichs, die uns unser Gewissen übermittelt. Gehen wir nun diesen Gefühlen und Gedanken auf den Grund, dann erhalten wir Impulse aus den feinsten Bereichen unserer Gefühlsebene, die uns mahnen, über dies und jenes nachzudenken bzw. es zu beachten und nicht mehr zu tun.

Oder wir riechen plötzlich etwas. Auch dieser Geruch ist ein Impuls aus den feinen Schichten unserer Gefühlsebene. Es ist unser Gewissen. Lassen wir zu, dass es in unsere Gedanken einspricht, und erforschen wir diese Gedanken, dann erfahren wir, was wir jetzt, in diesem Augenblick, bereinigen sollten, um es künftig nicht mehr zu tun.

Oder es bewegt sich zum Beispiel plötzlich unser linker Fuß. Eine Zehe zuckt. Warum? Ein Gedanke pocht an unser Oberbewusstsein. Was will er uns sagen? Er regt unsere feinen Gefühle und unsere Gedanken an und vermittelt uns, was eventuell jetzt ansteht, es zu bereinigen und nicht mehr zu tun.

Wie geht das im Alltag? Hier ein Beispiel:
Ich setze mich kurz hin, schließe die Augen und versuche, an nichts besonderes zu denken. Da ist mir, als würde jemand leise die Tür öffnen. Unmut steigt in mir hoch und ein ungutes Gefühl. Was ist das? Ich halte still. Plötzlich sehe ich eine längst vergangene und vergessene Situation vor mir: In einer Mittagspause klopfte ein Arbeitskollege an meine Büro-Türe und öffnete sie leise. Er benötigte meine Hilfe.

Anstatt für ihn da zu sein, wies ich ihm - dem Störenfried - barsch die Tür. Aber welchen "Frieden" hatte er gestört? Ich denke nach. Meine Familie zeigte damals wenig Verständnis für mich und verweigerte mir ihre Hilfe; so war ich gerade dabei, eine geballte Ladung von Vorwürfen gegen sie loszuschicken. "Das war ja damals wirklich gerechtfertigt", versuche ich mich zu verteidigen, aber das ungute Gefühl will nicht weichen.

Plötzlich klickt es. He, du hast es doch mit dem Bürokollegen genauso gemacht! Hattest du denn Verständnis für ihn? Du hast ihm die Tür gewiesen. Wie mag er sich dabei gefühlt haben? - Ich spüre, dass es mir leid tut, und ich erkenne, dass ich mich auch heute noch in manchen Situationen ähnlich verhalte. Ich werde es überprüfen und ändern. Und ich werde meinen damaligen Bürokollegen anrufen und alles in Ordnung bringen. Entschieden verlasse ich den Raum. Das Experiment hat sich gelohnt. ...

Auch wenn wir mitten im Dunkel dieser Welt leben, umgeben von ihrem lauten, hektischen Getriebe, ist in uns eine Kraft, die an unser Herz pocht, die uns mahnt und uns auf vieles aufmerksam macht, was wir bereinigen könnten, um dem unbelastbaren Wesenskern in uns näher zu kommen und schließlich zu unserem Ursprung zu finden, der göttlich ist.

Das Buch Ich Ich Ich. Die Spinne im Netz. Das Entsprechungsgesetz und das Gesetz der Projektion bringt eine Fülle von bisher nicht bekannten Zusammenhängen und von praktischen Beispielen, was unter uns Menschen tagtäglich an Gegensätzlichem abläuft, welche Wirkungen als Folge unseres Fehlverhaltens in diesem oder anderen Leben wieder auf uns zukommen und wie wir aus unseren menschlichen Verstrickungen wieder herausfinden können.

Es heißt dort:
"Die Summe aller Programme in unserer Seele und in unserem Ober- und Unterbewusstsein bildet unseren Bewusstseinsstand. Was wir sind, das strahlen wir aus, und das strahlt uns auch aus allem entgegen ... Der unbelastbare Wesenskern, Gott, das Gute in uns, sendet ebenfalls unermüdlich Signale.

Diese Impulse bilden – neben weiteren göttlichen Hilfen durch Schutzwesen des ewigen Seins – unser Gewissen. Dieses schlägt an bei allen ungöttlichen Regungen und Neigungen in uns ... Vielfach wirkt unser Gewissen, das sich über die feinsten Schichten unserer Gefühlsebene offenbart, zuerst spürbar im Sonnengeflecht. Dort merken wir dann ein Unwohlsein, das einem leichten Übelgefühl gleichen kann. Gehen wir diesen feinsten Signalen nach, indem wir unsere Gefühlsebene erforschen, dann öffnen wir gleichsam eine Pforte, durch welche die Impulse aus dem Wesenskern, Gott, und die der Schutzwesen in unsere Gedankenwelt strömen. An den in uns aufsteigenden Gedanken können wir dann ablesen, was uns das Gewissen signalisiert.

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Wer sein Gewissen jedoch abtötet, indem er grundsätzlich seine egoistische Haltung beibehält, der wird mit der Zeit sein Gewissen los. Er überlagert es mit vielen Schichten seines Egoismus und hat dadurch kaum mehr Zugang zu seinen Gefühlen. Wer sein Gewissen los ist, der ist auch seinen Charakter los ..."

Wer dieses spannende Buch lesen möchte, kann es für 18,00 € + Versand unter der Nr. S 325 bestellen bei Verlag DAS WORT, Tel. 09391/504-135; http://www.das-wort.com/deutsch/mensch-und-kosmos/ich-ich-ich---die-spinne-im-netz.php

Schritte der Versöhnung

Wenn zwei Streitende sagen: "Wir sind uns wieder gut", dann ist die Frage: Sind sie wirklich versöhnt? Hat jeder das bei sich bereinigt, was zur Entzweiung führte? Denn Versöhnung solle nicht nur an der Oberfläche vollzogen werden, um etwas zuzudecken. Wir sollten bei einem Zerwürfnis in unser Unbewusstes blicken und erforschen, was in tieferen Schichten des Unbewussten oder in den Seelenhüllen zugrunde liegt.

Das kann auch bedeuten: Ich nehme eine schwierige Situation an, ohne zu murren und ohne dem Nächsten die Schuld zu geben. Wer sich in der Tiefe, im Inneren, mit dem Nächsten versöhnt, in dem erwacht das Bewusstsein für den Nächsten, und er kommt Gott näher und seinem Nächsten.

Eine Frage wäre: Können wir uns auch dann mit dem Nächsten versöhnen, wenn er nicht versöhnt ist? Das wäre Liebe und nicht das Säuseln von Liebe. Wenn wir uns mit unserem Nächsten ernsthaft versöhnt haben, dann kennen wir auch unsere Fehler. Bereinigen wir diese mit Hilfe der inneren Kraft und tun sie nicht mehr, dann erweitert sich unser Bewusstsein, und wir verstehen unseren Nächsten. Dann können wir ihm auch aus unserer Verwirklichung helfen - wenn er dies möchte.


 




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