Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

 Ausgabe 14/99

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Der ganz normale Wahnsinn

Die Welt der Paranoiker

Das Wort von der "verrückten Welt" geht uns leicht über die Lippen. Meist denken wir dabei nur an die Torheit der anderen - "uneinsichtiger" Politiker, "größenwahnsinniger" Naturwissenschaftler oder auch bloß "dummer" Kollegen - und gehen schnell zur Tagesordnung über. Hauptsache wir selbst sind nicht verrückt. Wirklich nicht? Vielleicht ist das Ganze auch nur eine Frage der Definition oder des Standpunkts.

Schizophrene Menschheitsgeschichte

Als Lenin am Beginn des Jahrhunderts seine "proletarische Revolution" durchsetzte und in Russland mit Terror und Gewalt ein marxistisches System errichtete, hielten er und seine Anhänger sich für Idealisten, die die Menschheit in eine bessere Zukunft, den Kommunismus, führen würden. Für die Ideale dieser Zukunft nahm man jahrzehntelang den Tod von Millionen von Menschen in Zwangslagern und bei Hungerkatastrophen bewusst in Kauf.

Die Welt der Paranoiker
Ob der Mensch in seiner Selbstgefälligkeit noch seine Verzerrtheit erkennt? Huan Gris 1912

Als der amerikanische Präsident Truman am Ende des zweiten Weltkriegs über Hiroshima und Nagasaki seine Atombomben abwerfen ließ, um seine militärische Überlegenheit in einem längst gewonnenen Krieg zu demonstrieren, hielten er und sein Volk das für richtig. Den Tod von Hunderttausenden musste man eben in Kauf nehmen. Ein Priester gab den Bomberpiloten seinen Segen.

Die alten Römer propagierten den Grundsatz: "Wer den Frieden wählt, bereite den Krieg vor." Für den gesunden Menschenverstand ist diese Devise absurd. Sie hat auf Dauer auch nie funktioniert, sondern meist das Gegenteil bewirkt: Kriegsvorbereitungen machten dem potentiellen Gegner Angst und wurden zum Sog für den Krieg, den man durch Abschreckung verhindern wollte. 2000 Jahre abendländischer Geschichte, die sich vor allem als eine Abfolge von "Schlachten" darstellt, beweisen es. Dennoch wurde der Grundsatz altrömischer Feldherren - wider alle Erfahrung - zur beherrschenden Maxime politischen Handelns bis heute. Der Rat, es einmal ernsthaft mit dem Pazifismus des Jesus von Nazareth zu versuchen, wird von der herrschenden Meinung als "Utopie" friedensbewegter Spinner abgetan.

Das sind nur einige Beispiele aus der endlosen Reihe historisch-manifest gewordener Schizophrenien der Menschheit und ihrer Führer, die im Namen eines "Ideals" Tod und Verderben brachten: Für Lenin war es der Kommunismus, für Truman die "Freiheit der westlichen Welt", für die Kreuzfahrer der Römisch-Katholischen Kirche der "rechte Glaube", und für einen Mann wie Hitler die verbrecherische Wahnidee von der "Reinheit der Rasse".

Der Krieg gegen die Natur

Nicht immer ist die menschliche Paranoia - und um nichts anderes handelt es sich bei übermächtigen Ideologien, die alle Ethik und Moral niederwalzen - so fratzenhaft sichtbar, dass sie sich selbst entlarvt. Eine ihrer geschicktesten Verkleidungen besteht in der Devise des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts. In seinem Namen wurde lange Zeit jeglicher Raubbau an der Natur gerechtfertigt: die Brandrodung der Tropenwälder in Südamerika ebenso wie die Agrarchemie in Europa; die Zerstörung ganzer Landschaftsräume durch überdimensionale Industrie- und Verkehrsprojekte ebenso wie die Vergiftung der Erdatmosphäre; die Verseuchung der Flüsse und Meere, die Schädigung des Ozongürtels und vieles andere mehr.

Am Beginn dieser Entwicklung stand ein geistiger Umbruch im 16. und 17. Jahrhundert: Der Mensch verstand sich nicht länger als Teil der Schöpfung, sondern warf sich zu ihrem Beherrscher auf. Der englische Politiker und Philosoph Francis Bacon proklamierte, die Natur "gefügig und zur Sklavin zu machen"; und der Franzose René Descartes, der Philosoph der modernen Naturwissenschaft, errichtete zwischen Geist und Materie eine unüberwindliche Barriere, die alle Lebewesen der Natur zu leblosen Maschinen herabstufte.

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Normal oder verrückt? Wo ist der Unterschied?

Die Fernwirkungen dieser Art von Paranoia erleben wir heute in der Zerstörung des Ökosystems der Erde, in der Vernichtung des Lebensraums von Tieren und Pflanzen und in einem massenhaften Artensterben. Wir spüren, dass es so nicht mehr lange weitergeht, und machen dennoch weiter. Internationale Umweltkonferenzen verabschieden vielversprechende Resolutionen, Politiker verkünden vollmundig, Natur und Umwelt zu schützen, doch der Raubbau an den ökologischen Ressourcen wird - bestenfalls etwas langsamer - fortgesetzt. Wir wissen auch, dass ein hochkomplexes System wie der Naturhaushalt unserer Erde plötzlich umkippen kann, gewissermaßen über Nacht und unwiederbringlich, wenn die Belastung den kritischen Punkt übersteigt. Dennoch tun wir so, als würde die brennende Lunte das Pulverfass nie erreichen. Realitätsverlust und Paranoia gehören zusammen.

Die Welt gerät aus den Fugen

Inzwischen ist die Erde in Aufruhr: Überschwemmungen in Europa und Asien, schwere Wirbelstürme in der Karibik, Erdbeben in Südamerika, Dürren in Brasilien.

Längst überwunden geglaubte Seuchen kehren zurück: Tuberkulose, Cholera, Malaria... Wissenschaftler aus England fanden vor kurzem heraus, dass die Erderwärmung neben Klimakatastrophen zur weltweiten Ausbreitung von Seuchen und Epidemien beiträgt. Und von der Bayerischen Gesellschaft für Immun- und Tropenmedizin kommt ein weiterer Kassandra-Ruf: "Wenn Insekten im Winter nicht mehr sterben, werden bei uns vor allem Krankheiten wie Hirnhautentzündung verstärkt auftreten." All das gesellt sich zu der weiter steigenden Aids-Infizierung, die inzwischen 47 Millionen Menschen traf, von denen 14 Millionen bereits gestorben sind (Der Spiegel Nr. 16/1999).

Die Welt gerät aus den Fugen. Jesus von Nazareth hat es in seinen apokalyptischen Aussagen bereits vor 2000 Jahren prophezeit. Und der Gottesgeist vertieft dessen Aussagen seit 20 Jahren durch das Prophetische Wort für die Jetztzeit.

Christus sagt in der Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort: "Die Menschheit steht in der so genannten Endzeit. Erkennet: Das Wort "Endzeit" meint nicht das Ende der Materie, das Ende des Erdplaneten, sondern das Ende all dessen, was wider Gott ist: Der Materialismus geht zu Ende ...
Wer die Ereignisse und Geschehnisse auf dieser Erde betrachtet und von den Schicksalen der Menschen auf der ganzen Welt hört, der erkennt, dass die Vorgänge des Weltendes ihre Schatten als Zeichen voraus werfen und die Menschheit mitten in der Auflösung der alten, sündhaften Welt steht. Wer wach ist, erkennt auch, dass der sündhafte Mensch den großen Umwälzungen nicht standhalten kann. Erkennet: Diese Umwälzungen sind die Wirkungen von ebenso gewaltigen Ursachen, durch die das Gesetz von Saat und Ernte die Sünde von der Erde hinweg nimmt" (http://www.das-wort.com/deutsch/).

Doch die Menschheit hört auf den sich heute offenbarenden Gottesgeist genauso wenig wie auf Jesus von Nazareth. Noch während diese Zivilisation in den Abgrund schlittert, träumt sie von einer neuen Schöpfung aus geklonten Tieren und gentechnisch veränderten Pflanzen; und einem Menschen, der sein irdisches Leben durch eine Ersatzteilmedizin widernatürlich zu verlängern sucht, weil er das ewige Leben seiner Seele aus den Augen verloren hat. Auch und vor allem diese Bewusstseinsverengung auf das materielle Dasein, die Fixierung auf ein enges Segment, ist für Paranoiker symptomatisch.

Das kranke Unterbewusstsein und seine Genesung

Wie kam es zu dieser Bewusstseinsspaltung? Sie begann im Grunde mit dem Wahn, sein zu wollen wie Gott, was zum Fall der Geistwesen in die Materie führte. Sie setzte sich fort von Inkarnation zu Inkarnation und von Generation zu Generation durch den Zwiespalt zwischen unserem Denken, unserem Reden und unserem Tun. Schon als Kinder lernen wir, was "man" sagen und was man nicht sagen darf; dass man seine Gedanken verbergen und sich anpassen muss.

Je perfekter wir in dieser "Lebenskunst" werden, um so weniger können wir zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir fühlen und denken, noch unterscheiden - bis wir am Ende unser Wesen mit unserer Fassade identifizieren. Was nicht zu ihr passt, wird ins Unterbewusstsein verdrängt und baut sich dort zu einer autonomen Gegenmacht auf, die sich dem wägenden Gewissen entzieht. Je nachhaltiger dies im Lauf unseres Lebens geschieht, um so reichhaltiger wird die "Rumpelkammer" unseres Unterbewusstseins an Versatzstücken von Zwietracht, Neid und Hass, die wir in konkreten Lebenssituationen praktizierten.

Als echte Paranoiker halten wir nicht selten den kranken Zustand unseres Unterbewusstseins für pralle Gesundheit, die uns scheinbares Selbstbewusstsein verschafft. Wir wissen alles besser und können alles besser. Machtbesessenheit und Anerkennungssucht schleichen sich ein und prägen unser Wesen, ohne dass wir es merken. Im Kleinen heißt das Macht über Mann, Frau, Kinder, Kollegen; im Großen wird es zur Sucht, über ganze Völker zu herrschen. Und zu diesem Zweck geht der Paranoiker erforderlichenfalls über Leichen.

Wie können wir uns aus dieser Verstrickung lösen? Als erstes empfiehlt sich ein kritischer Abstand zu uns selbst, der uns die schrittweise Erkenntnis ermöglicht, dass nicht alles, was wir tun, unseren Reden entspricht, dass nicht alles, was wir sagen, unseren Empfindungen und Gefühlen entspricht, kurz: dass wir vielfältig gespalten und nicht eins mit uns selbst sind. Sodann benötigen wir den Kompass unseres Gewissens, um aus der Scheinwelt unseres Egos zu unserem wahren Sein, der Realität des Göttlichen in uns, zurückzufinden. Wir wurden schizophren, weil wir wussten, was Gott will, aber es nicht taten.

Mit dieser Diagnose ist auch die Therapie für unsere Krankheit vorgezeichnet. Gabriele, die Botschafterin Gottes sagte dazu kürzlich sinngemäß: Einswerden in sich selbst, eins werden mit seinem wahren Ursprung, der letztlich göttlich ist, heißt: Sieh’ auf den Balken in deinem eigenen Auge. Und wenn wir den Balken im eigenen Auge bearbeiten, also unser Allzumenschliches, unsere Fehler, unsere Schwächen, mit denen wir zum Nächsten gehen oder den Nächsten beschuldigen, bei uns sehen und wir unsere Schwächen, unsere Fehler bereuen, bereinigen und nicht mehr tun, dann werden wir uns orientieren, was wir tun können und wir werden auf den Willen Gottes stoßen und somit auf die Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu.

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Das ist die Sonde, die uns aus dem Irrgarten unserer Scheinwelt in die göttliche Realität zurückführt. Gabriele fuhr sinngemäß fort: Einswerden in sich heißt nicht, zwei zu werden oder drei zu werden, d. h., anderen zu Munde zu reden, anderen das zu erfüllen, was gegen den Willen Gottes ist. Und meist erfüllen wir doch nur das, was der andere will, damit wir es gemütlicher haben... Das ist Spaltung des Bewusstseins und niemals die Einswerdung mit unserem wahren Sein. Denn die Einswerdung mit unserem wahren Sein gibt uns die Kraft und die Festigkeit in Gott, unserem Nächsten vom Herzen her, aus dem erschlossenen Bewusstsein, aus den Gesetzen der Liebe, zu helfen, ihm zu dienen, für ihn zu sein.

In Wirklichkeit sind wir nämlich gegen uns, weil wir gegen unsere Nächsten sind. Denn was wir den Geringsten unserer Mitmenschen antun, das tun wir Gott an und letztlich uns selbst, weil wir im Ursprung göttlich sind.


 


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