Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 15/99

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Gott JA - Kirche nein

Mitunter fragt uns der eine oder andere Leser, warum wir "gar so kirchenkritisch" seien. "Ist das christlich, die Kirchen so anzugreifen?" Wir haben für diese Frage Verständnis und wissen, dass sich innerhalb der Kirchen viele Menschen ernsthaft um ein christliches Leben bemühen. Nur darf dabei die Wahrheit nicht auf der Strecke bleiben.

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Eben diese wurde im Interesse der Institution Kirche allzu lange verdrängt - durch Tradition und Duckmäusertum, das gegen die Staatskirche nicht anzugehen wagte. Und die verdrängte Wahrheit ist nun einmal, dass sich die Kirchen zu Unrecht "christlich" nennen, weil sie durch ihre blutige Geschichte und ihre unchristliche Gegenwart Jesus von Nazareth hundertfach verraten haben.

Sie haben ihre Mordaufrufe gegen Ketzer nicht freiwillig eingestellt und auf ihre Scheiterhaufen nicht freiwillig verzichtet, sondern weil sie von einer sich allmählich von kirchlicher Bevormundung emanzipierenden Gesellschaft und einem modernen Rechtsstaat dazu gezwungen wurden. Um so verwunderlicher ist es, dass es Organisationen mit solch krimineller Vergangenheit gelungen ist, sich heutzutage als moralische Autorität aufzuspielen.

Im Nachkriegsdeutschland schafften sie dies mit der Legende vom kirchlichen Widerstand gegen Hitler. Das vom Krieg zermürbte Volk fiel darauf herein, weil es nicht wusste, wie Papst und Bischöfe mit dem Nazi-Regime kollaboriert hatten. Ein weiterer Trick, der den demoralisierten Kirchen zur moralischen Aufrüstung verhalf, war das heuchlerische Gehabe ihrer Repräsentanten und Einrichtungen. Das Volk nahm den hohen ethischen Anspruch, den sie vor sich hertrugen, ernst, weil es nicht wusste, dass die Diplomaten des Vatikans mit Diktatoren und die Banker der Kirche mit Mafiosi zusammenarbeiten, und dass Jugendliche von Priestern und so manchem Kardinal sexuell bedroht und missbraucht werden.

Am wirksamsten war die religiöse Legende: Dass man Gott nur in der Kirche finden könne. Die Menschen glaubten es, weil es ihnen von Kindheit an eingetrichtert worden war, obwohl Jesus von Nazareth weder eine Kirche noch Priester installiert hatte, was sich inzwischen auch unter Theologen herumspricht.

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All dies darf nicht länger unter den Teppich gekehrt werden, nur um die Macht einer veräußerlichten Kirche nicht zu gefährden. Unsere Zeitung fühlt sich dem Urchristentum, dem inneren Christentum des Nazareners, verpflichtet, das weder Dogmen noch Rituale, noch Priester kannte. Deshalb unser Motto: Gott ja - Kirche nein. Wir wollen den Verrat an Jesus von Nazareth entlarven. Deshalb knüpfen wir immer wieder an den Aufruf der Johannesoffenbarung an: "Ziehet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und von ihren Plagen nicht mitbekommet!" (Offenbarung 18, 4)


 



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