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Die verratene
GenerationJugend ohne Zukunft?
Wer heutzutage jung ist, hat kein
leichtes Leben vor sich: Lehrstellen sind Mangelware, und die Hochschulen sind
überfüllt. Auch dass es wieder zu einem großen Krieg kommen könnte, ängstigt nach
jüngsten Umfragen 90 % der Jugendlichen.

Was hält die Zukunft für Sie bereit?
Fast zum Verzweifeln aber ist der Zustand von Natur und Umwelt: Die
heute 20jährigen wissen nicht, ob sie die Erde noch ein Leben lang trägt, oder ob
Dürren, Stürme und Hochwasserkatastrophen sie zu Umweltflüchtlinge machen - auch in
Europa, das vor den sich abzeichnenden Umweltkatastrophen nicht verschont bleiben dürfte.
Wer könnte es dieser Jugend verdenken, wenn sie in den Tag hinein lebt und
keine Perspektiven mehr hat? Die Jungen der 50er Jahre waren skeptisch, bauten dann aber
den "Wohlstand ohne Grenzen" auf. Die Jungen der späten 60er Jahre hatten ihn
satt und rebellierten dagegen. Die Hippies der 70er verschafften sich sexuelle Befreiung
und lebten sich aus. In den 80er Jahren wurde die Friedens- und Umweltbewegung mit einem
Schuss Esoterik für viele zum Aufbruch zu neuen politischen und religiösen Ufern. Dann
machte das Wort vom "Null Bock" die Runde. Auf Partys wurden mehr und mehr
Drogen konsumiert, und die Jugendkriminalität nahm zu.
"Music
is the key"
Und heute? Werden
Love-Parades nun zum Erkennungsmerkmal, was Jungsein heißt? 1,5 Millionen rhythmisch zum
Techno-Sound tanzende junge Leute als "Höhepunkt europäischer Jugendkultur",
wie es am Rande des Berliner Spektakels hieß? Das Leben als globale Party - ein neues
"Paradigma" des Jungseins?
Musik ist der Schlüssel, war das Motto der jüngsten "Love-Parade"
in Berlin, die von den Veranstaltern als größte Friedensdemonstration aller
Zeiten" bezeichnet wurde.
Die Anknüpfung an die Friedensbewegung der
80er Jahre hat Tradition. Im Jahr 1989 gab es die erste Love-Parade, mit
dem Motto "Friede - Freude - Eierkuchen." Damals waren es 150
Teilnehmer. Das Motto war ironisch gemeint und gleichzeitig ernst. Denn
"Eierkuchen für alle" wäre angesichts der weltweiten Hungersnöte ein
großer Fortschritt. Ebenso der "Friede" - bei einer späteren
Love-Parade wurde gegen den Golf-Krieg protestiert. Und die Freude? Für die könne man ja
selbst sorgen. Doch ist die Freude auch von einer Gemeinschaft abhängig, in der man sich
wohl fühlt. 61 % der Jugendlichen (der oben genannten Umfrage) gaben an, sie hätten mit Einsamkeit
zu kämpfen.
Suche nach Ekstase
Dazu
passt die Erfahrung von
Salina (21). Sie erlebte die "Zusammengehörigkeit" derer, die dabei waren, als
das Schönste bei der Love-Parade: Dass man schon bei der Anreise auf der
Autobahn seine Handy-Nummer groß im Autofenster präsentierte und dann
telefonisch miteinander "talkte", war ein starkes Erlebnis. Auch,
dass jeder so ausgeflippt sein konnte,
wie er wollte. Doch die meisten Jugendlichen registrierten auch anderes bei der Parade:
Den ersten Mord, eine weitere Leiche in einem Brunnen, immer mehr Porno-Darsteller und
-Animateure und Drogen an allen Ecken und Enden, vor allem die "Glückspille" Ecstasy.

Die Freude ist vielfach oberflächlich. Jugendliche ahnen, was auf sie zukommt.
So wurden den "Ravern"
(techno-tanzende Jugendliche) sogar Testmöglichkeiten angeboten, wo sie offenbar prüfen
konnten, ob den Pillen Kokain beigemischt war. Dass die begehrten Ecstasy-Pillen auch
süchtig machen und die körperliche und seelische Gesundheit schädigen, schien kaum ein
Thema gewesen zu sein. Salina: "Die meisten haben wohl etwas genommen." Sie
selbst lehnte allerdings ab.
Das Leben als Party
Am Tag nach der Party blieben 300 Tonnen Müll, und manche planten bereits
das nächste Treffen.
Alexander (19): "Die Love-Parade war die größte Party, aber es gibt
dauernd Parties." Z. B. das Open-Air auf dem 2700 m hohen Stubaital-Gletscher in
Österreich, wo der Veranstalter "Mountains Emotions" rund um die Uhr Angebote
für den "ultimativen Adrenalin-Kick" machte, zum Beispiel eine
Snowboard-Rallye,
bei der ein Graben mit eiskaltem Gletscherwasser überquert werden musste. Gefeiert wird
auf den "Events" (Ereignissen) bis in den frühen Morgen, mit Rock, Pop,
Schlager, Hip-Hop oder Techno - Hauptsache mit Spaß.
Alexander ist mittlerweile aus der Techno-Szene ausgestiegen: "Die
Musik hat meine Ohren kaputtgemacht." Es habe dort gute Ansätze gegeben, doch die
Bewegung werde immer extremer und kommerzialisierter.
"Cool-sein"
Was zieht Jugendliche von
einer Party auf die nächste? Warum gilt es als das wichtigste, "cool" zu sein,
und warum werden immer ausgefallenere "Kicks" gesucht ?
Für die einen geht es hauptsächlich um Sex, und ein Sprecher der
Love-Parade meinte "Die metallischen Viervierteltakte animieren zu mehr als nur
Händchenhalten." Viele Raver betonten allerdings die "Treue" zu ihrem
Partner. Sie nutzen die Parties, um sich in Stimmung zu bringen, um dann in der vertrauten
Zweisamkeit fortzufahren. Da die Sexualität immer weniger Befriedigung verschafft, sind
die Drogen auf dem Vormarsch, mit deren Hilfe man länger andauernde Glückszustände zu
erreichen sucht.
Und was das stundenlange Tanzen bei Techno-Musik angeht:
Musik-Kenner sprechen von einer Auflösung der abendländischen Musikformen und sehen
einen Zusammenhang zwischen Techno und der Lehre von der Auflösung aller Formen in
östlichen Religionen. Tatsächlich stehen in der Techno-Szene nicht mehr die Musiker im
Mittelpunkt, sondern die "DJs" (Discjockeys). Die Musik wird am Computer gemacht,
und die DJs mischen Klänge, Geräusche, Effekte und Rhythmen zum jeweiligen Techno-Sound.
Und wer den am wirkungsvollsten präsentiert, ist der Star.
Wer in der großen Menge tanzt und trotzdem auffallen will,
muss sich
etwas einfallen lassen. Er muss sich z. B. auffällig oder "verrückt" kleiden.
Denn "The Body is the message" (Der Körper ist die Botschaft), so
Der Spiegel,
und der muss deshalb entsprechend drapiert sein.
Das sind Momentaufnahmen - typisch für eine ganze Generation sind sie
nicht. Das Gesamtbild ist diffus. Die einen tanzen, eine kleine Minderheit macht
rechtsradikale Randale, die Mehrheit ist angepasster als es ihre Eltern waren. Man will
etwas werden, will Geld verdienen und eine Familie gründen, ergab eine
Emnid-Umfrage.
Man fühlt sich für das Staatwesen mitverantwortlich und hat gleichzeitig
wenig Respekt vor Politikern. Die Kirchen spielen kaum noch eine Rolle. Wer von den jungen
Leuten an Gott glaubt, braucht dazu meist keinen Pfarrer mehr.
Man will einfach
leben
Also eine heile Welt? Wer mit
Jugendlichen spricht und die Befunde der Meinungsforscher liest, kann sich des Eindrucks
nicht erwehren, dass die Jungen es leid sind, sich mit den Problemen zu beschäftigen, die
ihnen die Alten hinterlassen haben.
Sie sehen die galoppierende Umweltkrise und wollen dagegen auch etwas tun,
wie 95 % versichern. Aber sie steigen nicht mehr auf Barrikaden. Sie sehen zwar die
Ungerechtigkeiten, und 90 % wollen etwas dagegen tun. Aber sie richten sich vor allem
darauf ein, selbst irgendwie durchzukommen. Man will leben und steigt in die Tretmühle
von Vergnügen und Alltag ein, ohne lange nach dem Sinn und Ziel der Lebensreise zu
fragen.
Viele lassen das Leben vorbeirauschen, um nicht zum Denken zu kommen, weil
sie ahnen, dass es sie beunruhigen könnte.
Wo ist ein Vorbild?
Da sich der Generationenkonflikt
zwischen Jung und Alt entschärft hat, weil die heutigen Väter toleranter sind als
frühere, gab es vielleicht noch nie eine Jugend, die bereiter gewesen wäre, Erfahrung
und Lebensweisheit von den Älteren anzunehmen. Doch wo ist diese Weisheit?
Wissenschaftler erklären, dass es bald keine Nadelbäume mehr gibt und
dass die Zunahme
des Ozonlochs und die Klimakatastrophe unvermeidbar seien.
Doch die Alten leben den Jungen unverändert eine Ellbogengesellschaft
vor. Die "Apostel" für soziale Gerechtigkeit befürworten Großfusionen, die
jeweils Zehntausende von Arbeitsplätzen vernichten. Friedensbewegte von einst führen
heute selbst Kriege. Die "christlichen" Parteien treiben mit ihrem Namen
Etikettenschwindel. Den Schutz von Ehe und Familie, den die Verfassung gebietet,
demonstrieren führende Politiker dadurch, dass sie vier- bis fünfmal heiraten. Und die
Kirchenvertreter erklären die Ethik der Bergpredigt des Jesus von Nazareth zur
"nicht lebbaren Utopie". Woran soll sich diese Jugend noch orientieren?
Vielleicht ist es ihre Chance, dass sie ihren
kirchlichen Religionsunterricht vergessen hat, wenn die Frage nach dem
Sinn des Lebens früher oder später auftaucht. Vielleicht tritt dann der
Mann aus Nazareth erneut vor ihr geistiges Auge - nicht als das "liebe
Jesuskind", als der "tote Mann am Kreuz" oder als der weltfremde "Utopist", sondern als der mächtige Lehrer der
Menschheit, als Vorbild und Schlüssel zu einem sinnerfüllten Leben als junger Mann und
junge Frau.
Jesus war ein spontaner und dynamischer junger Mann, der nicht nur redete,
sondern auch in die Tat umsetzte, was Er sagte. Wie Sein irdischer Vater und Seine Brüder
arbeitete Er als Zimmermann. Bevor Jesus mit Seinen Aposteln auf den staubigen Straßen
Palästinas umherzog, wurde für die Familien der Jünger gesorgt, so dass diese nicht Not
leiden mussten.
Ob Er unter einem Baum saß, auf dem Feld stand oder ein Boot bestieg, die
Menschen kamen zu Tausenden, um die Botschaft von der Liebe Gottes zu hören und um
Heilung zu finden. Jesus lehrte das Wirken Gottes in jedem Menschen, jedem Tier und jeder
Pflanze. Und von Jesus lernten sie Geradlinigkeit, Klarheit, Offenheit, Ehrlichkeit,
Fürsorge und manches mehr. Den Geheilten sagte Er, dass sie ihr Fehlverhalten ändern
müssten, das ihrer Krankheit zugrunde lag.
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