Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

 Ausgabe 15/99

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Die verratene Generation

Jugend ohne Zukunft?

Wer heutzutage jung ist, hat kein leichtes Leben vor sich: Lehrstellen sind Mangelware, und die Hochschulen sind überfüllt. Auch dass es wieder zu einem großen Krieg kommen könnte, ängstigt nach jüngsten Umfragen 90 % der Jugendlichen.

Jugendliche
Was hält die Zukunft für Sie bereit?

Fast zum Verzweifeln aber ist der Zustand von Natur und Umwelt: Die heute 20jährigen wissen nicht, ob sie die Erde noch ein Leben lang trägt, oder ob Dürren, Stürme und Hochwasserkatastrophen sie zu Umweltflüchtlinge machen - auch in Europa, das vor den sich abzeichnenden Umweltkatastrophen nicht verschont bleiben dürfte.

Wer könnte es dieser Jugend verdenken, wenn sie in den Tag hinein lebt und keine Perspektiven mehr hat? Die Jungen der 50er Jahre waren skeptisch, bauten dann aber den "Wohlstand ohne Grenzen" auf. Die Jungen der späten 60er Jahre hatten ihn satt und rebellierten dagegen. Die Hippies der 70er verschafften sich sexuelle Befreiung und lebten sich aus. In den 80er Jahren wurde die Friedens- und Umweltbewegung mit einem Schuss Esoterik für viele zum Aufbruch zu neuen politischen und religiösen Ufern. Dann machte das Wort vom "Null Bock" die Runde. Auf Partys wurden mehr und mehr Drogen konsumiert, und die Jugendkriminalität nahm zu.

"Music is the key"

Und heute? Werden Love-Parades nun zum Erkennungsmerkmal, was Jungsein heißt? 1,5 Millionen rhythmisch zum Techno-Sound tanzende junge Leute als "Höhepunkt europäischer Jugendkultur", wie es am Rande des Berliner Spektakels hieß? Das Leben als globale Party - ein neues "Paradigma" des Jungseins?

Musik ist der Schlüssel, war das Motto der jüngsten "Love-Parade" in Berlin, die von den Veranstaltern als „größte Friedensdemonstration aller Zeiten" bezeichnet wurde.

Die Anknüpfung an die Friedensbewegung der 80er Jahre hat Tradition. Im Jahr 1989 gab es die erste Love-Parade, mit dem Motto "Friede - Freude - Eierkuchen." Damals waren es 150 Teilnehmer. Das Motto war ironisch gemeint und gleichzeitig ernst. Denn "Eierkuchen für alle" wäre angesichts der weltweiten Hungersnöte ein großer Fortschritt. Ebenso der "Friede" - bei einer späteren Love-Parade wurde gegen den Golf-Krieg protestiert. Und die Freude? Für die könne man ja selbst sorgen. Doch ist die Freude auch von einer Gemeinschaft abhängig, in der man sich wohl fühlt. 61 % der Jugendlichen (der oben genannten Umfrage) gaben an, sie hätten mit Einsamkeit zu kämpfen.

Suche nach Ekstase

Dazu passt die Erfahrung von Salina (21). Sie erlebte die "Zusammengehörigkeit" derer, die dabei waren, als das Schönste bei der Love-Parade: Dass man schon bei der Anreise auf der Autobahn seine Handy-Nummer groß im Autofenster präsentierte und dann telefonisch miteinander "talkte", war ein starkes Erlebnis. Auch, dass jeder so ausgeflippt sein konnte, wie er wollte. Doch die meisten Jugendlichen registrierten auch anderes bei der Parade: Den ersten Mord, eine weitere Leiche in einem Brunnen, immer mehr Porno-Darsteller und -Animateure und Drogen an allen Ecken und Enden, vor allem die "Glückspille" Ecstasy.

Spiegel-Titel "Jugend der Jahrtausendwende"
Die Freude ist vielfach oberflächlich. Jugendliche ahnen, was auf sie zukommt.

So wurden den "Ravern" (techno-tanzende Jugendliche) sogar Testmöglichkeiten angeboten, wo sie offenbar prüfen konnten, ob den Pillen Kokain beigemischt war. Dass die begehrten Ecstasy-Pillen auch süchtig machen und die körperliche und seelische Gesundheit schädigen, schien kaum ein Thema gewesen zu sein. Salina: "Die meisten haben wohl etwas genommen." Sie selbst lehnte allerdings ab.

Das Leben als Party

Am Tag nach der Party blieben 300 Tonnen Müll, und manche planten bereits das nächste Treffen.

Alexander (19): "Die Love-Parade war die größte Party, aber es gibt dauernd Parties." Z. B. das Open-Air auf dem 2700 m hohen Stubaital-Gletscher in Österreich, wo der Veranstalter "Mountains Emotions" rund um die Uhr Angebote für den "ultimativen Adrenalin-Kick" machte, zum Beispiel eine Snowboard-Rallye, bei der ein Graben mit eiskaltem Gletscherwasser überquert werden musste. Gefeiert wird auf den "Events" (Ereignissen) bis in den frühen Morgen, mit Rock, Pop, Schlager, Hip-Hop oder Techno - Hauptsache mit Spaß.

Alexander ist mittlerweile aus der Techno-Szene ausgestiegen: "Die Musik hat meine Ohren kaputtgemacht." Es habe dort gute Ansätze gegeben, doch die Bewegung werde immer extremer und kommerzialisierter.

"Cool-sein"

Was zieht Jugendliche von einer Party auf die nächste? Warum gilt es als das wichtigste, "cool" zu sein, und warum werden immer ausgefallenere "Kicks" gesucht ?

Für die einen geht es hauptsächlich um Sex, und ein Sprecher der Love-Parade meinte "Die metallischen Viervierteltakte animieren zu mehr als nur Händchenhalten." Viele Raver betonten allerdings die "Treue" zu ihrem Partner. Sie nutzen die Parties, um sich in Stimmung zu bringen, um dann in der vertrauten Zweisamkeit fortzufahren. Da die Sexualität immer weniger Befriedigung verschafft, sind die Drogen auf dem Vormarsch, mit deren Hilfe man länger andauernde Glückszustände zu erreichen sucht.

Und was das stundenlange Tanzen bei Techno-Musik angeht: Musik-Kenner sprechen von einer Auflösung der abendländischen Musikformen und sehen einen Zusammenhang zwischen Techno und der Lehre von der Auflösung aller Formen in östlichen Religionen. Tatsächlich stehen in der Techno-Szene nicht mehr die Musiker im Mittelpunkt, sondern die "DJs" (Discjockeys). Die Musik wird am Computer gemacht, und die DJs mischen Klänge, Geräusche, Effekte und Rhythmen zum jeweiligen Techno-Sound. Und wer den am wirkungsvollsten präsentiert, ist der Star.

Wer in der großen Menge tanzt und trotzdem auffallen will, muss sich etwas einfallen lassen. Er muss sich z. B. auffällig oder "verrückt" kleiden. Denn "The Body is the message" (Der Körper ist die Botschaft), so Der Spiegel, und der muss deshalb entsprechend drapiert sein.

Das sind Momentaufnahmen - typisch für eine ganze Generation sind sie nicht. Das Gesamtbild ist diffus. Die einen tanzen, eine kleine Minderheit macht rechtsradikale Randale, die Mehrheit ist angepasster als es ihre Eltern waren. Man will etwas werden, will Geld verdienen und eine Familie gründen, ergab eine Emnid-Umfrage.

Man fühlt sich für das Staatwesen mitverantwortlich und hat gleichzeitig wenig Respekt vor Politikern. Die Kirchen spielen kaum noch eine Rolle. Wer von den jungen Leuten an Gott glaubt, braucht dazu meist keinen Pfarrer mehr.

Man will einfach leben

Also eine heile Welt? Wer mit Jugendlichen spricht und die Befunde der Meinungsforscher liest, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Jungen es leid sind, sich mit den Problemen zu beschäftigen, die ihnen die Alten hinterlassen haben.

Sie sehen die galoppierende Umweltkrise und wollen dagegen auch etwas tun, wie 95 % versichern. Aber sie steigen nicht mehr auf Barrikaden. Sie sehen zwar die Ungerechtigkeiten, und 90 % wollen etwas dagegen tun. Aber sie richten sich vor allem darauf ein, selbst irgendwie durchzukommen. Man will leben und steigt in die Tretmühle von Vergnügen und Alltag ein, ohne lange nach dem Sinn und Ziel der Lebensreise zu fragen.

Viele lassen das Leben vorbeirauschen, um nicht zum Denken zu kommen, weil sie ahnen, dass es sie beunruhigen könnte.

Wo ist ein Vorbild?

Da sich der Generationenkonflikt zwischen Jung und Alt entschärft hat, weil die heutigen Väter toleranter sind als frühere, gab es vielleicht noch nie eine Jugend, die bereiter gewesen wäre, Erfahrung und Lebensweisheit von den Älteren anzunehmen. Doch wo ist diese Weisheit? Wissenschaftler erklären, dass es bald keine Nadelbäume mehr gibt und dass die Zunahme des Ozonlochs und die Klimakatastrophe unvermeidbar seien.

Doch die Alten leben den Jungen unverändert eine Ellbogengesellschaft vor. Die "Apostel" für soziale Gerechtigkeit befürworten Großfusionen, die jeweils Zehntausende von Arbeitsplätzen vernichten. Friedensbewegte von einst führen heute selbst Kriege. Die "christlichen" Parteien treiben mit ihrem Namen Etikettenschwindel. Den Schutz von Ehe und Familie, den die Verfassung gebietet, demonstrieren führende Politiker dadurch, dass sie vier- bis fünfmal heiraten. Und die Kirchenvertreter erklären die Ethik der Bergpredigt des Jesus von Nazareth zur "nicht lebbaren Utopie". Woran soll sich diese Jugend noch orientieren?

Vielleicht ist es ihre Chance, dass sie ihren kirchlichen Religionsunterricht vergessen hat, wenn die Frage nach dem Sinn des Lebens früher oder später auftaucht. Vielleicht tritt dann der Mann aus Nazareth erneut vor ihr geistiges Auge - nicht als das "liebe Jesuskind", als der "tote Mann am Kreuz" oder als der weltfremde "Utopist", sondern als der mächtige Lehrer der Menschheit, als Vorbild und Schlüssel zu einem sinnerfüllten Leben als junger Mann und junge Frau.

Jesus war ein spontaner und dynamischer junger Mann, der nicht nur redete, sondern auch in die Tat umsetzte, was Er sagte. Wie Sein irdischer Vater und Seine Brüder arbeitete Er als Zimmermann. Bevor Jesus mit Seinen Aposteln auf den staubigen Straßen Palästinas umherzog, wurde für die Familien der Jünger gesorgt, so dass diese nicht Not leiden mussten.

Ob Er unter einem Baum saß, auf dem Feld stand oder ein Boot bestieg, die Menschen kamen zu Tausenden, um die Botschaft von der Liebe Gottes zu hören und um Heilung zu finden. Jesus lehrte das Wirken Gottes in jedem Menschen, jedem Tier und jeder Pflanze. Und von Jesus lernten sie Geradlinigkeit, Klarheit, Offenheit, Ehrlichkeit, Fürsorge und manches mehr. Den Geheilten sagte Er, dass sie ihr Fehlverhalten ändern müssten, das ihrer Krankheit zugrunde lag.

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Die halsstarrigen Theologen und Schriftgelehrten entlarvte Er als Heuchler und sagte ihnen ordentlich die Wahrheit. Er war kein bequemer Anpasser, sondern war bereit, für das, was Er glaubte und lebte, auch einzustehen.* Vielen ist mittlerweile klar, dass ein solches Verhalten Zukunft hat - allen Hindernissen und Schicksalen zum Trotz.


* Mehr über das Leben von Jesus findet der Interessierte in Das ist Mein Wort. A und W. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche die Welt nicht kennt. Verlag DAS WORT, Marktheidenfeld

"Niemand schenkt dir was ..."

Katharina (40), eine Lehrerin, ist enttäuscht über die Selbstverständlichkeit, mit der viele Jugendliche die Annehmlichkeiten des Lebens konsumieren, ohne die Bereitschaft zu zeigen, sich anzustrengen und dafür auch etwas zu tun.

Die Jugendlichen selbst sehen das meist etwas anders und rechtfertigen ihr Verhalten. Zwei Drittel beantworteten bei der Emnid-Umfragen nachfolgende Aussage mit Ja: "Ich muss alles nehmen, was ich in diesem Leben kriegen kann. Denn niemand schenkt dir was" (Der Spiegel Nr. 28/1999). Weil junge Menschen in der Erwachsenenwelt oft als inkompetent und unerfahren gelten und mit ihren Ansichten nicht durchkommen, entwickeln sie eine Kultur der Opposition, und sie versuchen wenigstens, ihre Parties in vollen Zügen zu genießen.

 

"Endzeit-Jugend"?

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, dass die geschundene Erde und die auf ihr lebende Zivilisation von einem Kollaps bedroht sind: Im Unterbewusstsein ahnt vermutlich vor allem die Jugend die Endzeit-Situation.

Die Hektik der Suche nach Lebensgenuss ist Ausdruck des Gefühls, dass es nicht mehr lange so weitergeht. Die Gottesprophetie für die Jetztzeit macht uns nachhaltig darauf aufmerksam, wie viel es geschlagen hat. In der Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort heißt es hierzu:

"Die Propheten Gottes im Alten Bund und alle Propheten Gottes und erleuchtete Männer und Frauen in den zurückliegenden zweitausend Jahren warnten immer wieder die Menschheit vor ihrer eigenen Saat und riefen zur Umkehr auf. Der Menschheit wurde aus vielen Facetten der ewigen Wahrheit ihre satanische Saat offenbart und ihre entsprechende Zukunft, falls sie nicht umkehrt und die Gesetze Gottes erfüllt. In immer geringeren Abständen wurde und wird von der bevorstehenden Endzeit gesprochen.

Die Masse der Menschen jedoch lebte und lebt weiter in der Sünde und tanzte und tanzt weiter um ihr Goldenes Kalb: um ihr Ich, das nah Mein, Mir und Wohlleben trachtet. Die Mahnungen erfüllen sich. Die Menschheit steht in der so genannten Endzeit. Erkennet: Das Wort "Endzeit" meint nicht das Ende der Materie, das Ende des Erdplaneten, sondern das Ende all dessen, was wider Gott ist: Der Materialismus geht zu Ende ..."
(http://www.das-wort.com/deutsch/)


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