Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 19/99

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Irland: Kirchliche Amtsträger missbrauchten und töteten Kinder

In katholischen Heimen
war die Hölle los

"John Prior verliert sein Leben, bevor es beginnt." So beginnt ein Fernsehbericht über einen Skandal, der gegenwärtig Irland erschüttert (ZDF-Auslandsjournal, 2.9.1999). "Mit drei Jahren nimmt ihn der Staat seiner Familie und weist ihn in ein Erziehungsheim ein ..., weil die Eltern angeblich ihre Fürsorgepflicht vernachlässigen." John kommt, wie Tausende seiner Altersstufe, in ein katholisches Erziehungsheim. "John hat keinen Namen mehr und keine Rechte. Von nun an ist er 892 Prior."

All dies geschieht in den 50er Jahren. Doch es erschüttert Irland erst jetzt, weil die Vorgänge in solchen Heimen jahrzehntelang unterdrückt und vertuscht wurden. Erst 1999 erfährt die Öffentlichkeit davon.

Baby im Arm einer Nonne

Tausende von Kindern wurden in Irland in kirchliche Heime gesteckt - und durchlebten dort schreckliche Jahre.

"Die schlimmsten Prügel, die ich je bekommen habe", erzählt John vor der Kamera, "das war, als ich der Krankenschwester erzählte, dass ich von einem Bruder sexuell missbraucht wurde. Ich war neuneinhalb oder zehn. Sie hat mich erst geschlagen und es dann dem Bruder erzählt. Der hat mich weggebracht und dann haben mich zwei Brüder geschlagen und geschlagen und geschlagen. Ich hatte überall Wunden."

Ein Klassenkamerad von John starb unter den Schlägen seiner "Fürsorger". John musste mit ansehen, wie sein Freund Joseph mit einem Lederriemen geschlagen und mit schweren Stiefeln getreten wurde, "bis er sich nicht mehr bewegen konnte. Joseph hatte das Bewusstsein verloren und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort ist er gestorben. Sie sagen hier, es war Leukämie, aber er ist nicht an Leukämie gestorben."

John durchlebt die Hölle auf seine Weise: "Der sexuelle Missbrauch hat mit einem Bruder angefangen, der jetzt tot ist. ... Er ist in den Schlafsaal gekommen und hat mich aus dem Bett geholt, und er ist auch in die Duschen gekommen ... Der Bruder hat sich ausgezogen und ist zu mir gestiegen, und er hat einige Buben vor den Augen der anderen missbraucht und sie gezwungen, sich gegenseitig anzufassen. Er hat mich einmal vergewaltigt ... ich habe so schlimm geblutet, dass die Krankenschwester Jod benutzte, und ich schrie vor Schmerzen."

John wurde sieben Jahre lang sexuell missbraucht, von zwei Ordensbrüdern und einem katholischen Priester. Jetzt erst, mit 54 Jahren, hat er gegen den einzigen Überlebenden seiner Peiniger Anzeige erstattet.

Vom Staat finanziert

Ein irischer Dokumentarfilm belegt, dass die irischen Behörden über Jahrzehnte hinweg vom Kindesmissbrauch wussten und die Schulen dennoch stillschweigend weiter finanzierten. Jetzt hat die Regierung sich entschuldigt und 10 Millionen Mark für die Therapie der Opfer bereitgestellt.

Therapie benötigen die meisten. Als John die Schule verließ, erhielt er ein Pfund - und den guten Rat, zu schweigen. 40 Jahre lang kam John nie zurecht in seinem Leben. Sein Therapeut sagt: "John hat Angstzustände, kann nicht schlafen, vertraut niemandem. Fast alle Beziehungen sind gescheitert, und beruflich hat er nie etwas erreicht."

Kirche: Noch keine Entschädigung

Die Kirche hat inzwischen auch um Verzeihung gebeten - doch "um Entschädigung für das erlittene Leid, für ein zerstörtes Leben müssen die Missbrauchten noch kämpfen".

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In Deutschland verleumden Kirchenvertreter Privatschulen, die von anderen Glaubensgemeinschaften unterhalten werden und unterstellen ihnen, die Kinder zu indoktrinieren und sie in seelische Gefahr zu bringen. Man sieht an diesem Beispiel, wie heuchlerisch solche Kampagnen sind.


PS: Mittlerweile [2008] werden auch in Deutschland zunehmend Verbrechen an den Heimkindern aufgedeckt. Siehe z. B.:
http://www.theologe.de/kirche_hoelle.htm#kirchliche_heime_1

http://www.theologe.de/kirche_hoelle.htm#kirchliche_heime_2


 



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