Das Wesen eines Vertrages verbirgt
sich bekanntlich oft im Kleingedruckten. So musste im Deutschen Reich seit 1938 bei
jedem Auftrag und bei jeder Lieferung ein Zettel beigelegt werden, auf dem stand:
"Der Auftrag ist nur erteilt unter der Voraussetzung, dass die
Lieferfirma rein arisch ist."
Vergangenheit? Im Berlin des Jahres 1999 mietete die urchristliche
Glaubensgemeinschaft Universelles Leben einen Saal im Hotel Ambassador an. Wenige Tage vor
der geplanten Veranstaltung wurde der Vertrag vom Hotel fristlos gekündigt. Im
Kleingedruckten fand sich der Satz: "... bei Veranstaltungen mit
politischem Charakter, Sektencharakter ... behält sich das Hotel das
Recht vor, den Auftrag fristlos zu stornieren." Zuvor hatte das Land Berlin bei Nacht und Nebel eine
"Sektenbroschüre" herausgebracht, in der verschiedene
Glaubensgemeinschaften aufgeführt sind.
Ähnliches geschieht in Österreich: In Graz wurde den Urchristen ein
Hotel gekündigt, weil das österreichische Familienministerium ebenfalls eine solche
Broschüre veröffentlicht hatte. Irgendwelche greifbaren Vorwürfe waren darin nicht
enthalten. Es genügt die bloße Erwähnung, um die Ausgrenzung zu bewirken.