Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 22/99

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Geistige Hilfen

Vom Kopf ins Herz

Am Morgen

Guten Morgen, lieber Leser! Darf ich Sie fragen, ob jetzt, also heute morgen, schon beim Erwachen Ihre Gedanken im Reich Gottes sind, oder abgekehrt von dem, was ewig ist?

Wie viele Gedanken machen wir uns oftmals um das Dasein und wie wenige um das Sein der Ewigkeit. Legen wir nun kurz die Gedanken, die uns eventuell bewegen, beiseite, Gedanken um das Dasein, was hier und dort alles ist oder sein könnte, ob uns wohl die Arbeit gelingen, ob das bevorstehende Gespräch positiv ausgehen wird und anderes mehr, und machen wir uns bewusst, dass Gott, das Reich des Inneren, um alle Dinge weiß, auch um den Verlauf unseres heutigen Tages.

Möchten auch Sie vom Kopf ins Herz gelangen?

Dann lassen wir doch einmal das Herz sprechen und gehen in eine kleine Meditation:

Wir atmen tiefer,

bewusst atmen
wir tiefer.

Dabei richtet sich
unser Körper auf.

Wir atmen weiter,
ruhig und tief.

Wald

Wir spüren, wie wir
ruhig werden.

Die drängenden
Gedanken weichen,

unsere Augen
werden klarer,

der Blick weiter,

der Atem geht nun automatisch ruhig und tief.

Was ist geschehen? Wir haben ernsthaft den Vorsatz gefasst, vom Kopf zum Herz zu gelangen. Schon merken wir, etwas zieht uns in den Bann. Es ist ein Gefühl der Wärme, der Sicherheit, der Ruhe, etwas, was nicht beschrieben werden kann, das aber doch da ist. Es sind feine Ströme aus dem Reich Gottes in uns. Lassen wir diese feinen Ströme in unser Herz und Gemüt ein, dann spüren wir, dass wir diesem feinen Gefühl, dem Anklang von innerer Freude und Dankbarkeit, Ausdruck verleihen möchten. Das bedeutet: Wir sollten beten. Beten Sie, lieber Leser, liebe Leserin. Dieses Gebet ist dann Ihr Gebet. Es kommt aus der Tiefe Ihrer Seele, es ist Ihr Gespräch mit Gott.

Nach dem Gebet fühlen Sie, dass die äußeren Gedanken, die zuvor Ihren Morgen bestimmen wollten, die Sie für das Reale gehalten haben, wohl noch da sind, aber nicht mehr drängend und bindend, und dass Sie diese in Gottes Hand legen können.

Am Mittag

Ist die Mitte des Tages erreicht, dann sind die ersten Stunden des Tages schon bei Ihnen angekommen. Doch - wo sind diese angekommen? Einzig im Intellekt, im Kopf? Dann waren die Aufgaben oder Fragen schwer zu bewältigen oder zu beantworten.

Oder ist der Vormittag in Ihrem Herzen angekommen? Dann ging Ihnen die Arbeit leicht und gut von der Hand.

Die Mittagszeit ist uns unter anderem gegeben, um unseren Vormittag zu überdenken und das, was uns der Tag brachte, durch unser Herz schwingen zu lassen, um für das Soll und Haben zu danken. Das Soll könnten wir näher betrachten, um eventuell das, was uns noch unruhig macht, vor dem Mittagsmahl zu bereinigen.

Tun wir das, dann werden wir auch ruhiger und ausgewogener in den Nachmittag gehen.

Am Abend

Am Abend, wenn das Tagwerk getan ist, könnten Sie sich ebenfalls fragen: Wie?

Ihre Stimmungslage sagt es Ihnen. Überschäumende Freude oder auch Bedrücktheit sind vielfach Signale, die besagen, dass wir auf die Augenblicke, die Begebenheiten und Situationen unseres Tages mit dem Kopf, also intellektuell, geantwortet und reagiert haben.

Innere Freude – einer Dankbarkeit gleich – und innere Heiterkeit – gleich Gelöstheit – sind Antworten aus dem Herzen.

Ist Ihnen noch schwer ums Herz, sind Sie verstimmt und gereizt, dann wäre es besser, das herauszuarbeiten, was Sie bedrückt, um es zu beheben, bevor Sie zu Ihrer Familie, zu Bekannten oder Freunden gehen. Eine Tagesbilanz ist immer gut.

Sie gibt Aufschluss über das Soll und das Haben des Tages. Dann können wir das, was noch ansteht und was uns unruhig stimmt, mit der Hilfe des Geistes Gottes, des Inneren Reiches, bereinigen.

Dabei wird uns auch wieder bewusst werden, dass das Innere Reich das ewige Sein ist und wir letztlich Söhne und Töchter dieses Reiches sind – ewiglich.

Dort ist unser ewiges Sein, hier nur ein bedingtes Dasein. Das Innere Reich ist das Reich des Herzens, das wir auch nur mit dem Herzen erschließen.

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