Soweit Dan Leskien.
Seine Worte lassen vermuten, dass die Gentechnik-Industrie versuchen wird, auf den gerade
anfahrenden Zug des "Functional Food" aufzuspringen. Hinter diesem Begriff
verbirgt sich ein neuer Trend der Nahrungsmittelhersteller: Alle möglichen Produkte
werden mit angeblich gesundheitlich wichtigen Stoffen versetzt. Der Unterschied zwischen
Nahrungsmittel und Arzneimittel verschwimmt. Man kauft dann kein Brot mehr, sondern z. B.
ein "Gute-Laune-Brot", das Lycopin aus Tomaten enthält - ein Stoff, der die
Stimmung heben soll. Oder man erwirbt ein Joghurt, das gegen Osteoporose - eine
Knochenkrankheit - vorbeugen soll. Die Industrie, das wurde in der Fernsehsendung
Zeichen der Zeit (4.11.1999) aufgezeigt, verspricht sich von solchen Produkten wesentlich
höhere Renditen. Denn der Verbraucher, so ein Firmensprecher, sei bereit, mehr zu zahlen,
wenn eine bestimmte Wirkung zugesichert wird. Problematisch sei dabei einerseits die
juristische Seite - denn direkte Werbung mit angeblichen gesundheitlichen Wirkungen ist in
Deutschland bislang verboten. Andererseits sind die möglichen Nebenwirkungen bestimmter
Stoffe, die - anders als in der Natur, wo sie in einem ausgewogenen Verhältnis mit
anderen Stoffen stehen - nun isoliert eingesetzt werden, noch unbekannt.
Dass die Gentechnik dort mit einsteigen will, wo
es im Grunde nur um eine Steigerung der Rendite geht, passt ins Bild.
Der wachsame Verbraucher durchschaut das Spiel.