"Wenn einst die Geschichte
unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema Kirche und Tierschutz im
20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema
Kirche und Hexenverbrennung im Mittelalter ... Denn für Tierschutz hält
sich die Kirche nicht zuständig." Soweit der Theologe Prof. Erich Grässer,
Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn.
Hat der Theologe dabei die Bibel in seine Überlegungen mit einbezogen?
Nicht nur, dass sich die Kirchen für Tierschutz als nicht zuständig
erklären - durch die Propagierung auch des Alten Testamentes als bis in alle Einzelheiten
"inspiriertes Wort Gottes" haben beide Kirchen die heutige Tierquälerei - von
den Schlachthöfen über die Massentierhaltung bis hin zu den Tierversuchen - maßgeblich
mit verursacht.
Wem ist eigentlich schon aufgefallen, dass ausgerechnet die Metzger und
Fleischer häufig ein Osterlamm in ihren Innungszeichen abbilden, meist mit dem
Kreuzsymbol - und oft genug auch gleich mit zwei Hackebeilen daneben? Und woher kommt es?
"Wenn eine Innung ist, der Ruhm und Lob geziemt, so ists die
Fleischer-Zunft, ... denn wie erwiesen worden, entspringet sie ja selbst aus dem
Leviten-Orden, die da im alten Bund das Opfer-Vieh geschlachtt, so man auf dem Altar
dem Höchsten dargebracht."
So lautet ein altes Innungslied aus Heilbronn. In der Schrift Der
Prophet - die Stimme der Wahrheit ist es abgedruckt - in der soeben erschienenen
Ausgabe Nr. 15 mit dem Titel: Zwei Weltall-Götter, der Gott des Mose und der
Gott des Jesus - oder der Eine unwandelbare Gott? Tiere klagen an - der Prophet klagt
an. Dort wird aufgezeigt, wie sich alte heidnische Blutopfer-Bräuche in die
Religion der Israeliten einschlichen. Die angeblichen "Bücher Mose" - die in
Wirklichkeit zum großen Teil von der Priesterkaste gefälscht wurden, wie auch die
Wissenschaft heute nachweisen kann - strotzen nur so von blutrünstigen Anweisungen zur
Schlachtung von Opfertieren durch die "Söhne Aarons", die Priester am
"Altar Gottes".
Was ist das aber für ein "Herr", was für ein "Gott",
der da "beruhigt" werden muss? Derselbe Gott wie der, der Mose die Zehn Gebote
gab, darunter das fünfte: "Du sollst nicht töten!"? Ist es derselbe Gott, der
durch die Propheten des Alten Bundes das Volk Israel immer wieder aufforderte, den
gräulichen Opferkult zu lassen, weil Gott ihn nicht will:
"Ich kenne alle Vögel des Himmels, was sich regt auf dem Feld, ist
mein eigen. Hätte ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen, denn mein ist die Welt
und was sie erfüllt. Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken
trinken? Bring Gott als Opfer dein Lob, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde! Rufe
mich an dem Tag der Not; dann rette ich dich, und du wirst mich ehren" (Psalm
50, 9-15).
Wie meilenweit sind diese Worte entfernt von Sätzen aus dem
katholischen Katechismus, wo wir etwa lesen: "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den
er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur
Herstellung von Kleidern bedienen. ... Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche
sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches
Leben zu heilen und zu retten" (Nr. 2417).