Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 24/99

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Das "Heilige Jahr" wird eröffnet

Ein Grund zum Jubeln
- für wen?

Nicht nur eine - nein, gleich vier "Heilige Pforten" wird der "Heilige Vater" in den nächsten Tagen öffnen. Zwischen dem 24. Dezember und dem 18. Januar werden diese besonderen Tore an den vier Hauptkirchen Roms anlässlich des "Jubeljahres" 2000 geöffnet. Besonderer Effekt: Wer durch diese Tore schreitet, erhält einen "vollkommenen Ablass", also einen Nachlass seiner "zeitlichen Sündenstrafen", was immer das auch sein mag.

Was nur die wenigsten wissen werden, die durch eine solche Türe schreiten (auch in Deutschland gibt es übrigens ähnliche Einrichtungen, etwa an der Grabeskirche von Deggendorf): Bereits die römischen Kaiser öffneten und schlossen feierlich "heilige Pforten" vor allem die des Gottes Janus auf dem Forum Romanum. Sie schlossen die Pforte immer dann, wenn der Friede im Reich eingekehrt war. Kam der Krieg, wurde sie wieder geöffnet.

Der Papst vor dem Ablass-Tor
Wussten Sie schon, dass die "heilige Pforte" aus dem Heidentum stammt? Gab es Krieg in Rom, wurde sie geöffnet.

Heute wird zum Angriff auf die Geldbeutel der Pilger geblasen. Auf die Idee, diese Zeremonie mit einem "Ablass" zu verknüpfen und die Spendenbereitschaft der Untertanen dadurch gezielt zu fördern, kamen die römischen Kaiser nicht. Da haben ihre Nachfolger als Träger des Titels des heidnischen Oberpriesters ("Pontifex maximus") ihnen einiges an Geschäftstüchtigkeit voraus. Als Papst Bonifatius VIII. im Jahr 1300 das erste "Jubeljahr" verkündete, waren zwei Mönche Tag und Nacht damit beschäftigt, die Geldspenden der Pilger mit großen Rechen auf die Seite zu schaffen.

Papst Johannes Paul II. beruft sich, wie seine Vorgänger, beim Ausrufen des "Jubeljahres" auf die Tradition des alten Testamentes. Doch nach den Aussagen aus den Büchern Mose war ein solches Jubeljahr dazu da, um in regelmäßigen Abständen Schulden zu erlassen und Grundbesitz zurückzugeben. Im Buch Mose wird zum Geben aufgefordert - die Kirche nimmt.

Das "Heilige Jahr" zeigt aber auch, wie wenig den Vatikan die angebliche Versöhnung mit den Lutheranern wirklich kümmert. Der Ablasshandel war mit ein Auslöser zur Reformation. Nun haben sich beide Kirchen darauf geeinigt: "Der Glaube allein genügt." Rein zu werden, ist jetzt offenbar eine Sünde, denn Luther sagte ja: "Glaube tapfer, aber sündige noch tapferer." Wenn sich auch die katholische Kirche auf diese Weise rechtfertigen lässt, braucht man dann wirklich noch das Ablasstor? Offensichtlich ja. Denn wer durch die Ablasspforte geht, lässt in der Regel auch von seinem Bankkonto einiges ab. Die römisch-katholischen Lutheraner sind sicherlich willkommen.

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Rom, schon in der Bibel als "babylonische Hure" bezeichnet, hat die Christenheit durch seine heidnischen Bräuche zu Christen-Heiden gemacht. Der Ablass ist Ausdruck eines heidnischen Gottesbildes: Hier soll ein angeblich strafender, willkürlicher Gott durch äußere Taten "besänftigt" werden. Jesus lehrte eine innere Religion, keine heidnisch-konstantinische Kult-Religion.


Lesen Sie auch das Extrablatt der Freien Christen zum "Jubeljahr 2000": www.jubeljahr2000.de


 



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