Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Serie: "Heidnische Bräuche im Kirchen-
Christentum"

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Heidnische Bräuche im Kirchenchristentum (2)

Hase aus Ägypten sucht
Eier aus Babylon

Ähnlich wie die ersten Christen gedenken auch die Urchristen heute in Dankbarkeit der Auferstehung des Christus Gottes. Die Auferstehung Christi ist zugleich ein inneres Geschehen, das sich im Herzen desjenigen Menschen vollzieht, der mit der Kraft des Erlösers sein ichbezogenes Denken und Handeln überwindet und sich mit seinem Nächsten versöhnt.

Dies kann jeden Augenblick stattfinden, nicht nur an einem bestimmten Tag im Jahr. Vor allem aber sehen die Urchristen keinerlei Veranlassung, den Leichnam Jesu, den Josef von Arimathäa vom Kreuz abgenommen hat, dort wieder hinzunageln und zur Schau zu stellen. Sie verwenden das schlichte Auferstehungskreuz ohne Korpus. Es symbolisiert den auferstandenen Christus, der in jedem von uns lebt und der mit Seiner Kraft all jenen näher kommt, die nach Seinen Geboten leben und so mit Ihm auf Erden das innere Friedensreich aufbauen, das nicht von dieser Welt ist.

Pures Heidentum

Das Osterfest wurde schon relativ früh gefeiert, jedoch nicht mit Ostereiern und Osterhasen. Ursprünglich mit dem jüdischen Passah-Fest identisch, ist sein genauer Termin bis heute nicht einheitlich. Die Ostkirche feiert Ostern später als die Westkirche. Über die Herkunft des Wortes Ostern sind sich die Etymologen nicht einig. Möglicherweise ist es ein germanisches Wort für Morgen oder Morgenröte.

Nach anderer Deutung soll es mit der Frühlingsgöttin Astarte zusammenhängen. Denn nach babylonischem Glauben wurde die Göttin Astarte aus einem Ei ausgebrütet, und so war das Ei ihr Symbol. Nach der Enzyklopädia Britannica hatten bereits die Ägypter und Perser den Brauch, zu ihrem Frühlingsfest Eier zu bemalen. Ostereier sind demnach ein altes heidnisches Fruchtbarkeitssymbol.

Im christlichen bzw. scheinchristlichen Bereich tauchen sie erst im 10. Jahrhundert auf, wie Grabfunde von bemalten Eiern aus der deutsch-polnischen Grenzregion belegen. Das Verstecken von Eiern datiert aus dem 17. Jahrhundert, ebenso die Erwähnung des Osterhasen. Der Hase gilt bereits im alten Ägypten als ein Symbol der Weisheit. In der ägyptischen Sprache hatte das Wort für "Hase" einen ähnlichen Klang wie das Wort für "Lebenszyklus". Im Frühling beginnt ein neuer Zyklus der Fruchtbarkeit und der Erneuerung des Lebens.

Im Baalskult kannte man einen besonderen Gottesdienst bei Tagesanbruch, vergleichbar dem Ostergottesdienst. Die Babylonier kannten eine Fastenzeit im Frühling zu Ehren des Gottes Tammuz, der 40 Jahre alt wurde.

Während die ersten Christen zu Ostern der Auferstehung Jesu gedachten, also der Überwindung des Todes, übernahm die entstehende kirchliche Institution eine Vielzahl von Bräuchen aus den antiken Mysterienkulten. Dabei trat die Auferstehung in den Hintergrund, und der Tod und das Leiden Jesu wurden in den Vordergrund gerückt. Eine "heilige Karwoche" zum Beispiel kannten die ersten Christen nicht, wohl aber die Anhänger des Mithraskultes. Sie begingen z. B. einen großen Trauertag oder "Bluttag", auf den ein "Tag der Freude" folgte - so wie auf den Karfreitag der Ostersonntag. Ähnliche Passionsfeiern gab es auch im Attis-, Adonis-, Dionys und Osiriskult.

Inhalt der Serie "Heidnische Bräuche"
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Das Bild des Attis wurde dabei an einen Pfahl geheftet und herumgetragen - wer denkt da nicht an das Kruzifix bei den Karfreitagsprozessionen? Der Osiriskult kannte eine Grabruhe des Gottes, die dem Karsamstag entsprechen würde (Robert Kehl, Die Geheimnisse der Kirche, S. 11).

Direkte Verbindung vom Heidentum zu den "christlichen" Bräuchen

Die Ausgestaltung des Osterfestes mit den erwähnten Bräuchen fällt, wie auch die Übernahme anderer heidnischer Kultelemente, in das vierte Jahrhundert. Es war die Zeit, in der das Urchristentum durch Kaiser Konstantin bereits zu einer Institution geworden war. So besteht eine direkte Verbindung vom Heidentum zu den angeblichen christlichen Bräuchen des heutigen Osterfestes.

Literaturhinweis:
Ralph Woodrow, Die Römische Kirche Mysterien-Religion aus Babylon (Verlag 7000, Sebulon Zuflucht, Marienheide);
das Buch ist mittlerweile leider vergriffen.
Eine gute Zusammenstellung des Themas findet sich auch bei "Der Theologe, Ausgabe Nr. 25", "Kirche - keine Jesusnachfolge, sondern ein heidnischer Götzenkult.")


 


Ähnliche Artikel finden Sie in dem Büchlein "Von der Wiege bis zur Bahre - die Praktiken der Kirche", erhältlich beim Verlag Das Weisse Pferd oder im Internet unter der Rubrik "Kirchliches Heidentum"

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