Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Serie: "Heidnische Bräuche im Kirchen-
Christentum"

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Heidnische Bräuche im Kirchenchristentum (3)

Statt innerer Wandlung
 ein äußeres Ritual

Die größten kirchlichen Feste des Jahreslaufes, Weihnachten und Ostern, waren in ihrer heutigen Form den ersten Christen unbekannt. Wie steht es nun mit dem katholischen Messopfer, kurz Messe genannt? Ist dieses Messritual christlich?

prunkvolle katholische Messe
Die katholische Messe ist an antike Mysterienkulte angelehnt.

Die ersten Christen kannten ein ritualisiertes Abendmahl nicht. Denn Jesus hatte ein ritualisiertes Abendmahl nicht eingesetzt, wie kritische Theologen schon seit langem einräumen (vgl. Deschner, Abermals krähte der Hahn, 1972, S. 270). Bis in das zweite Jahrhundert hinein brach man in den Urgemeinden gemeinsam das Brot, d. h. man hielt ein Mahl, das man "agape", Liebesmahl, nannte.

Es hatte zugleich den Charakter einer "Sättigungsmahlzeit für die Armen" (Deschner, S. 271). Paulus war es, der anregte, man solle zu Hause essen und im Versammlungsraum nur eine symbolische Feier abhalten. Um 150 n. Chr. wurde diese dann auf den Vormittag verlegt. Noch einmal 100 Jahre dauerte es, bis sich die Vorstellung der Eucharistie als "Sühneopfer" herausgebildet hatte (a.a.O., S. 277).

Und erst weitere tausend Jahre später, im Jahre 1215 n. Chr., wurde die Lehre von der angeblich realen Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi (die sog. "Transsubstantiation") zum Dogma erhoben. Wie konnte es dazu kommen?

ZeremonienutensilGott ist schon vor der katholischen Zeremonie der "Wandlung" in der Hostie. Und nicht nur dort, sondern überall.

Die entstehende Institution Kirche lehnte sich schon bald an heidnische Mysterienkulte an. Ein "Heiliges Mahl", bei dem, vermittelt durch einen Priester und letztlich auf magischer Weise, die Kraft eines "Gottes" auf die Teilnehmer übergehen soll, kannte man z. B. im Dionysos-, Isis-, Attis- und im Mithraskult. Auch die äußere Form der katholischen Messe wurde bis in Einzelheiten hinein von antiken Mysterienkulten übernommen: Altar, Ministranten, Händefalten, Hinknieen, Priester mitsamt ihren Messgewändern (letztere lehnte noch Papst Cölestin im Jahr 428 ab), Weihwasser, Kerzen, Weihrauch, Kanzel - das alles sind heidnische Elemente (Robert Kehl, Die Geheimnisse der Kirche, Zürich 1977).

Ist es nicht urheidnisch, ein "Sühneopfer" als Inhalt einer Zeremonie zu machen?

Neben äußeren Formen übernahm die Kirche jedoch besonders die zugrunde liegende Wandlungsidee. Denn sowohl dem heidnischen wie auch dem katholischen Wandlungsritual liegt die Vorstellung zugrunde, man könne dadurch göttlich werden, dass man sich seinen Gott "einverleibt", ihn also in irgendeiner Form "aufisst".

Abendmahl: Ein Symbol

Christus offenbart in »Das ist Mein Wort«:

»Ich nahm den Wein, gab etwas Wasser hinzu und sprach sinngemäß:

Was Ich euch jetzt sage, ist ein Symbol. Erkennet die Bedeutung - und denkt an Mich, wenn ihr speist und trinkt, denn in allem ist der Geist des Lebens, der Ich Bin.«

(Diesw "Botschaft aus dem All" (über 1000 Seiten) ist für 13,00 € + Versand erhältlich im Verlag Das Wort, 09391/504-135, http://www.das-wort.com/deutsch/)

Liegt hier nicht magisches Denken zugrunde, das die Theologen dazu verleitete, aus den symbolisch gemeinten Abendmahlsworten: "Das ist Mein Leib, das ist Mein Blut" gewissermaßen eine magische Formel zu machen, die Materie verwandeln soll, obwohl es doch um eine innere Wandlung geht - um die Verwirklichung der göttlichen Gebote und die Umwandlung unserer negativen Energie durch den Geist des Christus in uns.

Kehl nennt, gestützt auf namhafte Wissenschaftler, Paulus als den Hauptverursacher für die Übernahme heidnischer Elemente (S. 79). Der Theologe Leipoldt vermutet, Paulus "habe die Mysterienreligionen bewusst nachgeahmt, um bei den Griechen besser anzukommen" (Kehl, S. 81).

Es ist sicher kein Zufall, dass der französische Theologe Alfred Loisy der maßgeblich an der Aufdeckung der genannten Zusammenhänge beteiligt war, von der katholischen Kirche im Jahr 1908 exkommuniziert wurde.

Inhalt der Serie "Heidnische Bräuche"
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Und was geschah in der Reformation? Luther reduzierte zwar vieles von den "Zutaten" des Paulus. Was übrig blieb, ist jedoch auch nicht das ursprünglich Christliche, sondern entspricht als "Wortgottesdienst" weitgehend der Liturgie, wie sie die entstehende Kirche aus dem jüdischen Gottesdienst übernahm. Das "ursprünglich freie, vom Geiste Christi eingegebene christliche Gebet" (Deschner, S. 281) wurde beispielsweise bereits am Ende des ersten Jahrhunderts durch Gebetsformel ersetzt, die der jüdischen ähnlich waren.

Wie halten es die Urchristen?

Die Urchristen im Universellen Leben treffen sich in schlichten Versammlungsräumen zum freien Gebet und Gespräch oder zu einem gemeinsamen Mahl. Sie machen sich dabei bewusst, dass Gottes Kraft sowohl in Speise und Trank als auch in jedem einzelnen Menschen gegenwärtig ist. Diese Form des Abendmahls war auch die der ersten Christen.


 


Weitere Artikel zum Thema finden Sie in dem Büchlein "Von der Wiege bis zur Bahre - die Praktiken der Kirche", erhältlich beim Verlag Das Weisse Pferd oder im Internet unter der Rubrik "Kirchliches Heidentum"

Nicht in der Broschüre enthalten sind die Artikel:
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