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Vom 11. September zum 11. März Es geht nicht nur um Terror Schlittert die Menschheit gegenwärtig in einen neuen Weltkrieg – dieses Mal nicht zwischen Staaten, sondern zwischen zwei Kulturen? Was sind die Hintergründe des sich ausbreitenden Terrors? Lässt er sich mit polizeilichen oder militärischen Mitteln eindämmen, oder bedarf es eines fundamentalen Wandels der Weltgesellschaft? Nach Einschätzung westlicher Geheimdienste stehen 20.000 bis 30.000 junge Islamisten bereit, um den »großen Satan« Amerika und alle, die mit ihm verbündet sind, zu bekämpfen. Der 11. September 2001 war der Paukenschlag auf der Kriegstrommel, dem schon in den 90er Jahren mörderische Trommelwirbel vorausgegangen waren – der erste Anschlag auf das World Trade-Center 1993 und Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998 mit insgesamt 263 Toten. Es waren die ersten großen Terrorakte der so genannten »Welt-Islam-Front für den Dschihad gegen die Juden und Kreuzzügler«. Ihr Programm lautet im Originalton Bin Ladens: »Es ist die Pflicht jedes Muslims, Amerikaner und ihre Alliierten zu töten, Militärs wie auch Zivilisten.« Von Kampfgefährten zu Todfeinden Er gab diese Losung im Februar 1998 mit Billigung des Talibanchefs Muhamed Omar aus. Das Tischtuch zwischen der amerikanischen Ölwirtschaft und dem Terrorregime in Kabul war zerrissen – wenige Monate nach dem letzten Besuch einer Taliban-Delegation in Washington und nach langen Jahren intensiver Zusammenarbeit: Hat doch die CIA Bin Laden und seine Organisation finanziell und logistisch aufgebaut, einschließlich ihrer Trainingslager, in denen ursprünglich die Mudschahedin-Kämpfer gegen die Sowjetarmee ausgebildet wurden. Auch nach dem gemeinsamen Sieg gegen die Sowjets verlor man sich nicht aus den Augen. Als die Taliban in den 90er Jahren das Land eroberten, geschah dies mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes, mit Hilfe Osama Bin Ladens und seiner Al-Quaida-Organisation und wiederum mit amerikanischer Hilfe. In Washington galt das sunnitische Regime der ehemaligen Koranschüler als ein Bollwerk gegen den USA-feindlichen Iran. Und die amerikanische Ölwirtschaft bewarb sich prompt bei den Taliban um das Geschäft mit der Öl- und Gaspipeline, die aus Turkmenistan quer durch Afghanistan zu den Überseehäfen Pakistans führen sollte. Doch nun wurden ehemalige Kampfgefährten zu Todfeinden, und dies auf höchster Ebene: Präsident Bush kündigte Bin Laden und seinem Netzwerk (»Al-Quaida«) einen Jahre, ja vielleicht Jahrzehnte dauernden Krieg an. Auf den Paukenschlag von New York und Washington folgte der Donnerschlag in Afghanistan. Das Taliban-Regime wurde mit Bombengeschwadern von der Platte gefegt und so mancher War-Lord zog sich in die Berge zurück, um von dort bis heute mit einer Privatarmee sein blutiges Unwesen zu treiben. Der Krieg in Afghanistan dauert an. Die Regierungsgewalt der von den Siegern installierten Regierung ist äußerst beschränkt. Zugespitzt könnte man sagen: Präsident Karsai ist Bürgermeister von Kabul. Terror global total Al-Quaida verlor ihre Stützpunkte und Trainingslager am Hindukusch, viele ihrer Führer wurden getötet oder in alle Winde verstreut. Bin Laden selbst soll im unwegsamen Bergland zwischen Pakistan und Afghanistan auf der Flucht sein. Manche halten ihn für bereits tot. Bösen Gerüchten zufolge sei er gefangen und werde zur rechten Zeit vorgezeigt. Doch auf ihn kommt es längst nicht mehr an. Das islamistische Netzwerk lebt inzwischen ohne ihn und überall und schlägt immer öfter und immer grausamer zu: Im tunesischen Djerba im April 2002, im pakistanischen Karachi im Mai 2002 und erneut im Juli des selben Jahres, auch mitten in Kabul im September 2002. Die bisherigen Höhepunkte waren die Bombenattentate vom Oktober 2002 in Bali mit 202 Toten, in Istanbul vom November 2003 mit 67 Opfern und nunmehr in Madrid mit über 200 Toten. Ziele sind nicht nur Symbole der kapitalistischen Welt, wie die Twin-Towers oder das Gebäude eines Bankenkonsortiums in Istanbul; auch nicht mehr bloß Einrichtungen der religiösen Feinde der Islamisten, wie beispielsweise die beiden Synagogen in Istanbul, oder ihrer politischen Gegner, wie beispielsweise US-Botschaften und britische Konsulate, sondern auch Hotels, Diskotheken, Vorortszüge, ja sogar Ausländersiedlungen wie beispielsweise in Riad und Marokko. Die Botschaft lautet: Keiner ist mehr sicher, gleich ob Christ oder Moslem, Staatsdiener oder einfacher Bürger. Noch verwirrender ist die Szene in Irak, wo immer furchtbarer gebombt und gemordet wird, ohne dass man jeweils weiß, ob es sich um erste Vorboten eines Bürgerkriegs oder die Fortsetzung des Al-Quaida-Terrorismus handelt, der das von Amerika besetzte Land als idealen Kampfplatz nutzt. Tödliches Chaos breitet sich aus, von Indonesien bis Nordafrika, von Afghanistan bis zum Irak, von der Türkei bis nach Spanien – und bis wohin noch? Weitere blutige Terroranschläge sind so sicher wie der Hass und die Heilsgewissheit der jugendlichen Selbstmörder. Das macht sie schier unbesiegbar. Gegen Mord durch Selbstmord ist kein Kraut gewachsen. Wer jedes Risiko eingeht, ist jedem anderen überlegen. Und diese Überlegenheit steigert sich ins Unermessliche angesichts der vielen »weichen Ziele« einer hochtechnisierten Gesellschaft – vom U-Bahn-Zug über das Flugzeug bis hin zum Kernkraftwerk. Auch die Kommunikationsfähigkeit der modernen Gesellschaft kommt ihren Feinden zugute: Früher brauchten Bombenattentäter noch Zündschnüre, heute genügt ein Handy. Und was am schlimmsten ist: Die Waffen der Terroristen werden immer gefährlicher. Bislang steigerte sich nur der Einsatz von Sprengstoff. Dass sie eines Tages auch über chemische, bakteriologische oder atomare Vernichtungspotentiale verfügen, ist keineswegs auszuschließen. Mit jedem Anschlag wächst die Angst der Bedrohten. Die Kosten des Terrors sind bislang nicht nur Tausende von Menschenleben, sondern volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Tourismusströme versiegen, Börsenkurse kollabieren, Arbeitsplätze gehen verloren und mit jedem Anschlag steigern sich Angst und gegenseitiger Hass. »Kampf der Kulturen« Immer fassungsloser steht die Menschheit vor der Frage, was die Triebfedern der endlosen Spirale blindwütiger Gewalt sind. Die ersten Parolen, die Bin Laden formulierte, offenbarten viele Motive: Die Vertreibung der »Ungläubigen« aus Saudi-Arabien, dem Land der »heiligen Stätten« von Mekka und Medina; die Unterstützung der Palästinenser in ihrem Kampf gegen Israel; letztlich die Überwindung der »Kreuzritter« (so wörtlich), die als Repräsentanten der westlichen Welt und des kapitalistischen Reichtums die Dritte Welt ausbeuten. Der alte Ost-West-Konflikt der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat sich erledigt, als der Kommunismus in sich zusammenbrach. Es war ein Konflikt zwischen Staatensystemen und Ideologien. Tritt an seine Stelle nun ein »Kampf der Kulturen« (Huntington), ein Kampf zwischen einem fundamentalistischen Islam und dem »christlichen« Westen? Handelt es sich vielleicht um eine späte Revanche für die Kreuzzüge des Mittelalters? Die Analytiker des Weltgeschehens denken nur in politischen Kategorien. Die religiösen Wurzeln der islamistischen »Gotteskrieger« sollten uns nachdenklich stimmen und an die Möglichkeit erinnern, dass das Personal der Weltgeschichte sich immer wieder trifft. Die halbe Menschheit glaubt an die Reinkarnation, nur das Kirchenchristentum hat sie ausgeblendet und verstellt sich damit den Blick auf tiefere Zusammenhänge des heutigen Weltgeschehens. Dabei entwickeln sich die Glaubenskämpfer von heute, die vermutlich auch die Kämpfer von gestern waren, nicht nur im Nahen und Mittleren Osten, sondern auch in der Zentrale der westlichen Welt. Die Formulierung von der »Achse des Bösen«, bestehend aus dem Irak, dem Iran und Nordkorea, ist ein Beispiel für den Fundamentalismus, der unter dem gegenwärtigen amerikanischen Präsidenten wächst – ähnlich wie schon bei Ronald Reagan, der die Sowjetunion als das »Reich des Bösen« bezeichnete. Der langjährige Chefberater des Pentagon, Richard Perle, inzwischen wegen Korruptionsverdacht ausgeschieden, von Insidern auch »Fürst der Finsternis« genannt, schreibt in einem soeben erschienenen Buch: »Für uns ist der Terrorismus das große Böse unserer Zeit, und der Krieg gegen dieses Böse ist die große Aufgabe unserer Generation.« Er vergleicht den Krieg gegen den Terrorismus von heute mit dem Kampf im 2. Weltkrieg gegen das Hitler-Reich und dem Kampf im Kalten Krieg gegen den Kommunismus. Die Politik versagte Ideologische Fronten schaukeln sich auf, Gewalt aus der Terrorszene wird mit militärischer Gewalt in Afghanistan, im Irak oder in Israel beantwortet. Die Spirale des Mordens dreht sich weiter, gegenwärtig vor allem in Palästina. Das große Blutopfer der Racheakte auf die regierungsamtlich verordnete Tötung des Hamas-Führers Jassin droht gegenwärtig jeden Tag - vor jedem Café und jeder Bushaltestelle in Tel Aviv und Jerusalem. Gleichzeitig tut sich in Thailand eine neue Terrorfront auf. Islamisten töten buddhistische Mönche und erschießen Polizisten. Im Konflikt zwischen der muslimischen Minderheit im Süden und der Zentralregierung in Bangkok sterben fast täglich Menschen durch heimtückische Anschläge. Die Sorge wächst, dass die Gewalttäter international vernetzt sein könnten. Damit würde sich in Südost-Asien neben den Terror-Schlachtfeldern in Indonesien und auf den Philippinen ein neuer Höllenschlund eröffnen. In einer globalisierten Welt hängt eben alles mit allem zusammen, auch der Terror, und niemand ist mehr sicher. Die politischen Rezepte zur Chaosbewältigung sind spärlich. Die vollmundige Hoffnung Washingtons, dass nach der Beseitigung Saddam Husseins der Irak zur Keimzelle von Freiheit und Demokratie im Nahen und Mittleren Osten würde, hat sich längst zerschlagen. Der deutsche Bundespräsident warb in Afrika für Freiheit und Menschenrechte und musste seine Reise abbrechen, weil ihm in Dschibuti ein Attentat drohte. Der Osloer Friedensprozess und die Road-Map zur Beendigung des Palästinakonflikts sind nicht nur bedroht, sondern längst von Bomben und Raketen begraben. Von effektiven Bemühungen der Industrieländer, die Armut der Dritten Welt zu beseitigen und dadurch dem Terror einen Teil seines Nährbodens zu entziehen, kann keine Rede sein. Wir ruinieren durch Subventionierung unserer eigenen Produkte die Landwirtschaft der armen Länder; wir verlangen Freihandel weltweit, ohne die Zollschranken in Europa und Amerika für Drittländer wirksam abzubauen. Der Weg in weitere Armut und Aggression scheint vorprogrammiert. Globale Gewissenserforschung Eine wirksame Bekämpfung der Ursachen des Terrorismus muss tiefer ansetzen.
Sicherheit durch Geheimdienste ist wichtig; Entwicklungshilfe ist gut;
Bekämpfung der weltweiten Armut unerlässlich; doch solange nicht die
Giftschwaden aus Hass und Gewalttätigkeit aufgelöst werden, die als finstere
Energiewolken den Erdball umhüllen, werden alle politischen Maßnahmen nicht
fruchten. Der Krieg fängt in den Herzen der Menschen an; deshalb kann auch der
Friede nur dort beginnen. Die Christen, die der Islamismus neben den Juden so
erbittert bekämpft, wären als erste dazu aufgerufen, Frieden zu schließen, wie
es Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren gelehrt hat: Zuerst den Balken im eigenen
Auge zu erkennen, bevor man die Schuld beim anderen sucht. Das heißt konkret:
Nicht nur auf den Fundamentalismus der Islamisten zu deuten, sondern die
Aggressionen der eigenen Politik zu erkennen, und was fast noch wichtiger ist:
die Feindseligkeit in der eigenen Seele, die Friedlosigkeit und den Egoismus im
Alltag. Der Weltfrieden fängt mit dem Frieden im Einzelnen an, mit dem
Verständnis für den Nachbarn und Kollegen, gar mit dem Verständnis für andere
Kulturen und Völker. Es ist schon richtig, dass man mit Terroristen nicht »verhandeln« kann, wie man in diesen Tagen immer wieder feststellt; doch wer sagt uns denn, wie sich eine Auflichtung der finsteren Aura des Erdballs auswirken würde, wenn wir uns ernst darum bemühen würden? Mit dem nächsten Schritt, der nach der Selbsterkenntnis und der Bitte um Verzeihung folgen müsste: dass wir auch selbst verzeihen, was wir erlitten haben an Unrecht als Bewohner eines Landes oder Einzelne im Verhältnis zu unseren Mitmenschen. Unsere eigene Aura würde immer heller und die Welt würde sich erneut ein Stück verändern. Der Friede kommt von innen Für die »Realisten« mag all dies phantastisch klingen. Doch Jesus von
Nazareth und der sich heute offenbarende Gottesgeist lehren uns, dass es noch
eine andere Realität gibt: In einer Offenbarung aus dem Jahr 1988 spricht
GOTT-Vater zur Menschheit durch Prophetenmund mit folgenden Worten: »O erkennet,
die Welt spricht von Frieden. Wo ist der Friede? Viele sprechen von Harmonie.
Ist in ihnen die Harmonie? Die Christen sprechen von Christus. Ist Er in ihnen
bewusst auferstanden? Viele sprechen von Mir, dem Vater-Mutter-Gott – und ihr
Herz ist erfüllt von Angst und Sorge! |
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