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Reaktionen auf das Buch
»Der Steinadler«
»Jetzt werde ich
aus der Kirche austreten«
Ein Buch bewegt die Gemüter. Vor einem Jahr erschien
Der
Steinadler und sein Schwefelgeruch – Das neue Mittelalter, ein Buch, in dem
Verleumdungskampagnen der Großkirchen gegen die Urchristen im Universellen Leben
im Detail dokumentiert werden. Obwohl die öffentlichen Medien, die von dem Buch
Kenntnis erhielten, sich bis heute darüber ausschweigen, stößt es immer wieder
auf großes Interesse.
So schrieb ein Leser aus Hamburg: »Ich lese gerade den
‘Steinadler’ und bin immer wieder erschüttert, was für eine gewaltige Macht die
großen Kirchen selbst heute noch ausüben ... und dann diese ganzen Verleumdungen
und Gehässigkeiten gegen die ‘Sekten’...« Und ein Leser aus dem Saarland merkte
an: »Ich habe den ‘Steinadler’ bekommen und bin jetzt aufgeklärt. Jetzt werde
ich aus der katholischen Kirche austreten. Diese Christenverfolgung, die die da
machen, ist ja verheerend! Und die katholische Kirche wird immer mehr zur
Mega-Sekte. Wir werden dermaßen bevormundet.«
Viele Leser haben sich sehr rasch bis zu den letzten Seiten vorgearbeitet und
dort die Ankündigung gefunden, dass eine »Fortsetzung folgt – mit Namen und
Fakten« (S. 433). Erste Anfragen trafen ein, wann denn diese Fortsetzung
erscheinen werde. (Aktuelles dazu unter
www.steinadler-schwefelgeruch.de).
Beginnen wollen wir mit einigen aufschlussreichen Reaktionen auf das Buch
selbst. Gleich nach seinem Erscheinen im August 2003 erhielten einige der darin
genannten »Hauptdarsteller« das Buch persönlich zugeschickt, um sich dort als
Personen der Zeitgeschichte wiederfinden zu können. Besonders rasch reagierte
der CSU-Landrat und ehemalige Bürgermeister von Hettstadt (Landkreis Würzburg),
Waldemar Zorn, dessen unrühmliche Rolle bei der Vertreibung urchristlicher
Siedler aus Hettstadt in dem Buch ausführlich dargestellt wird (Kap. 3-6). Zorn
schickte das Buch umgehend – und, wie er behauptete: »unbesehen« – wieder zurück
und schrieb dazu, die Übersendung des »Steinadlers« habe »heute morgen zu meinem
persönlichen Amüsement beigetragen«. Der Autor des Buches antwortete daraufhin
mit einem Offenen Brief, in dem er Zorns Reaktion »sehr aufschlussreich« nannte:
»Es ist für Sie also ein ‘Amüsement’, wenn Sie daran erinnert werden, welchen
Schaden Sie in Ihrem Leben Ihren Mitmenschen zugefügt haben. ‘Amüsiert’ Sie
also, wenn Menschen durch Sie ausgegrenzt, vertrieben, verunglimpft wurden ...
Ist das nicht eine merkwürdige Einstellung gegenüber Ihren Mitmenschen? Waren
nicht auch Potentaten wie z. B. Kaiser Nero seinerzeit ‘höchst amüsiert’, wenn
sie den Daumen senken konnten und Menschen durch sie zu leiden hatten? Das mag
eine katholische Einstellung sein, aber gewiss ist es keine christliche. Denn in
der christlichen Lehre würde es heißen: ‘Was du nicht willst, dass man dir tu,
das füg auch keinem anderen zu!’...«
Man könnte die Reaktion, ein Buch umgehend wieder zurückzuschicken, auch als
einen der mittelalterlichen Reflexe bezeichnen, wie sie im »Steinadler« an
mehreren Stellen beschrieben werden: Das Buch eines »Ketzers« darf man nicht
anrühren, geschweige denn behalten oder gar darin lesen – so dachte der brave
Katholik im Mittelalter. Denn zum einen könnte ich selber in die Mühlen der
Inquisition geraten, wenn so etwas bei mir gefunden wird. Und zum anderen könnte
ich von »ketzerischem« Gedankengut angesteckt werden und meine Seele in der »ewigen Verdammnis« landen.
Der Autor übersandte daraufhin das retournierte Buch an Zorns Sohn Matthias, der
im Gemeinderat von Hettstadt bezüglich der Diskriminierung der Urchristen in die
Fußstapfen seines Vaters getreten ist. Der Autor empfahl Zorns Sohn die Lektüre
des Buches, »damit Sie nicht in Ihrem Leben Gefahr laufen, sich einen
ebensolchen Ruf zu erwerben wie Ihr Vater«. Doch auch der Filius schickte das
Buch zurück und beschwerte sich darüber, dass man versuche, »in einer Familie
Unfrieden zu stiften«. Auch er erhielt einen Antwortbrief, in dem unter anderem
stand:
»So ist das also: Diejenigen, die den Frieden in Hettstadt über Jahre hinweg
gestört haben, bezeichnen nun diejenigen, die auf diese Vorgänge hinweisen und
sie dokumentieren, als Friedensstörer und Unruhestifter. Doch welcher ‘Friede’
wird hier gestört? Die Friedhofsruhe der eigenen verdrängten Schandtaten? Ich
habe aber durchaus Verständnis dafür, dass Sie so reagieren, wenn Sie mit
Tatsachen konfrontiert werden. Hätten Sie anders reagiert und mein Buch gut
gefunden, dann hätte ich mich ja fragen müssen, ob ich auch schon dem
Verursacher des Schwefelgeruchs anheim gefallen bin, den ich in meinem Buch so
ausführlich beschrieben habe. Wenn Sie nicht wissen, wen ich meine, lesen Sie es
nach bei Goethes Faust unter dem Stichwort ‘Pech und Schwefel’.«
Soweit die Reaktionen aus der Politik. Die Kirche, die bekanntlich einen langen
Atem zu haben glaubt, schwieg sich aus – bis zum Weihnachtstag. Genau am
24.12.2003 nämlich ging beim Autor des Buches ein Schreiben des Anwalts des
lutherischen Kirchenrats Wolfgang Behnk ein. Auch dem lutherischen
Verleumdungsbeauftragten Behnk ist im besagten Buch ein eigenes Kapitel (3-10)
gewidmet. Doch das Schreiben des Anwalts war nicht sonderlich umfangreich. Er
wollte dem Autor lediglich untersagen, zu behaupten, Behnk sei im Sommer 1996
»spätnachts« vor einem Bauernhof, der von Angehörigen der Glaubensgemeinschaft
Universelles Leben bewohnt wird, aufgetaucht und sei dabei mit einer
»Nachtbild-Video-Kamera ausgerüstet« gewesen. Und er verlangt eine
Unterlassungserklärung bis zum 31.12.2003.
Der Zeitpunkt war sehr feinsinnig gewählt. Ein normaler Sterblicher, der keine
persönlichen Kontakte zu irgendwelchen Juristen unterhält, hätte in der
gesetzten Frist bis Silvester auf diesen Brief wohl kaum angemessen reagieren
können. Doch die Juristen, die seit Jahren gegen die Verleumdungskampagnen der
Großkirchen gegen die Urchristen ankämpfen, sind derlei Winkelzüge gewohnt. Es
kam zu einem Prozess vor dem Landgericht München, bei dem Behnk gar nicht
bestritt, an jenem Abend vor diesem Bauernhof aufgekreuzt zu sein – man war sich
lediglich uneinig, ob es 21 oder 22 Uhr gewesen sein könnte. Auch dass ein
Begleiter eine Videokamera dabei hatte, wurde nicht in Abrede gestellt, und auch
nicht, dass man mit ihr »an dunklen Orten« (so die Gebrauchsanweisung) Aufnahmen
machen kann. Das Gericht äußerte sich zunächst verwundert, dass derartige
Details überhaupt zum Gegenstand eines Verfahrens gemacht werden. Als der
Kirchenrat jedoch den angebotenen Vergleich ablehnte, äußerte das Gericht in
seinem Urteil die Meinung, dass man nur von »nachts« sprechen könne, wenn es
auch dunkel sei – und hier handelte es sich erkennbar um einen sehr langen
Hochsommerabend ... Sein Ziel, das Buch aus dem Verkehr zu ziehen, erreichte der
Kirchenmann jedenfalls nicht. Notwendig wurde lediglich eine kleine Korrektur:
Es ist jetzt in dem Buch von »spätabends« (statt »spätnachts«) und von einer
mitgeführten »Video-Kamera« (statt »Nachtbild-Videokamera«) die Rede. Eine
beigefügte Karikatur, die Behnk ebenfalls verboten wissen wollte, beließ das
Gericht unbeanstandet. Ein Richter merkte mit ironischem Unterton an, Behnk
wolle doch sicher nicht bestreiten, dass er diese religiöse Minderheit durchaus
intensiv »beobachtet« habe.
Angesichts der Fülle des Materials, das in dem besagten Buch über das Treiben
Behnks ausgebreitet wird, kann man zu diesem Prozess nur sagen: Der Berg kreiste
– und gebar ein Mäuslein. Auf Dutzenden von Seiten wird belegt, mit welchen
Methoden der kirchliche Verleumdungsbeauftragte Aussagen nichtkirchlicher
Glaubensgemeinschaften verdreht und in ihr Gegenteil verkehrt, wie er landauf,
landab gegen Andersdenkende polemisiert – und wie er sich seine Rufmord-Praxis
von willfährigen Richtern als »gerade noch erlaubte Meinungsäußerungen« absegnen
lässt. Es wird berichtet, wie Behnk ungeniert auf Privatleute, Stadtverwaltungen
und Ämter Einfluss zu nehmen versucht, die es wagen, Menschen mit anderem als
protestantischem oder katholischem Gebetbuch gleich wie alle anderen Bürger zu
behandeln, ihnen z. B. Säle zu vermieten oder Werbemöglichkeiten einzuräumen.
Insofern war der von Behnk angestrengte Prozess ein Eigentor – nämlich eine
Bestätigung dafür, dass all diese geschilderten Details nicht bestritten werden
können.
Dennoch reicht der Einfluss der Kirche im öffentlichen Leben der Republik bisher
dazu aus, eine Art Medienboykott über dieses Buch zu verhängen.
Bezeichnenderweise war es ein Atheist, der dieses Schweigen durchbrach und in
der Zeitschrift Aufklärung und Kritik, herausgegeben von der Gesellschaft für
kritische Philosophie in Nürnberg, eine Buchbesprechung veröffentlichte. Georg Batz schrieb, die in diesem Buch geschilderten Details sollten »den zuständigen
Stellen ... die Schamröte ins Gesicht treiben. Ich schäme mich, einem solchen
Staat als so genannter Staatsbürger anzugehören, und würde, wenn das Gesetz dies
ermöglichen würde (leider tut es das nicht), lieber die deutsche
Staatsbürgerschaft ablegen, als mit meiner Wahlstimme ein solches System weiter
zu unterstützen« (Diese Buchbesprechung ist ausführlich nachzulesen in der
Druckausgabe von "Das
Friedensreich" Nr. 5/2004; siehe dazu auch unseren
Kopier- und Versandservice).
Damit dieses Buch weiter aufklärend wirken kann, ist es wichtig, dass es gelesen
und weitergegeben wird. Aus diesem Grund wurde im Dezember 2005 der Preis von
bis dahin 22,50 € auf nur noch 14,90 € reduziert (+Versand) Einfach anrufen
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Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 8/04 |