Ein
Italiener und eine Portugiesin wollen Kinder, können aber keine
bekommen. Sie wenden sich an eine Adresse in Kopenhagen und erstehen dort die
Samenspende eines anonym bleibenden Mannes aus den Vereinigten Staaten.
Einige Eizellen unbekannter Herkunft erhalten sie in Großbritannien.
Ein griechischer Gynäkologe pflanzt einer englischen Leihmutter einige
im Reagenzglas befruchtete Embryonen ein.
Nach fünf Monaten erkundigen
sich die Auftraggeber nach dem Verlauf der Schwangerschaft. Die
Leihmutter trägt Zwillinge aus - zwei Mädchen. Daraufhin erteilt das
kinderlose Paar die Anweisung zur Abtreibung - sie hatten sich Jungen
vorgestellt.
An dieser Stelle soll dem Leser versichert werden, dass es sich um eine
wahre Geschichte handelt, abgedruckt in El país vom 9.5.2000 - aber
sie geht noch weiter. Die Leihmutter, bereits Mutter von zwei eigenen
Kindern, entscheidet sich nämlich, die Zwillinge auszutragen. Nach der
Geburt sucht sie nach Adoptiveltern - und findet ein "Paar"
in Amerika - zwei lesbische Frauen.
Während sich nun die Leihmutter und das Lesbenpaar um
die Kosten der Entbindung streiten - die ursprünglichen Auftraggeber
wollen von der ganzen Sache ohnehin nichts mehr wissen - , machen wir
uns für einen Moment Gedanken, wie es wohl den zwei Mädchen ergehen
wird, wenn sie eines Tages nach ihrer genetischen Herkunft fragen
werden. Wie werden sie damit fertig werden, dass sie bei der ganzen
Geschichte, wie es die Leihmutter selbst ausdrückte, wie "Konsumartikel"
behandelt wurden?