Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 13/00

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Ein Tier sieht uns an

"Schau mich an,
ich bin ein Teil von dir
"

"Wenn es draußen heiß ist, braucht mein Körper besonders viel Flüssigkeit", denkt sich ein Mensch und trinkt entsprechend mehr. Dass dies für die Tiere ebenfalls gilt, daran denkt er meistens nicht. Neulich waren die Rehe ganz nahe an der Siedlung. "Schön", sagt mancher, "die Tiere haben offenbar keine Angst vor den Menschen". Doch, das hatten sie, deshalb schafften sie es auch nicht bis zu einem Teich nahe den Häusern, an dem sie ihren Durst hätten löschen können. Ein großes Wasserloch, das es früher im Wald einmal gab, ist leider ausgetrocknet, seitdem der Grundwasserspiegel gesunken ist. Das liegt daran, dass riesige Mengen Quellwasser für die Versorgung der nahe gelegenen Stadt abgepumpt werden.

Wenn keine Wolke am Himmel zu sehen ist und die Sonne herab sticht, suchen sich Menschen gerne ein schattiges Plätzchen. Eine leichte Kopfbedeckung oder ein Sonnenschirm helfen ebenfalls. Auch die Kühe und Schafe auf der Weide leiden unter der Gluthitze. Doch "den Tieren macht das ja nichts aus, wenn sie in der Sonne stehen müssen", denkt sich mancher. Er hat sich nie Gedanken darüber gemacht, ob sie nicht vielleicht genauso Schutz suchen wie er. Und deshalb kam ihm auch nie in den Sinn, dass z. B. ein Unterstand auf der Weide gut wäre, wo die Tiere etwas Schatten finden würden oder Schutz bei starkem Regen.

Alles Gute kommt von oben, oder?

Zu einer anderen Zeit trifft es die Tiere auf dem Feld besonders arg: Kiloweise Mist und Gülle wird über sie ausgegossen und der Mensch ist zufrieden, dass das Feld jetzt gedüngt ist. Wie es ihm ergehen würde, wenn andere ihren Kot auf seinen Kopf kippen, daran denkt er nicht. Auch nicht daran, dass unzählige Bodenlebewesen bei diesem Vorgang getötet oder schwer verletzt wurden. Bei der Ernte wird später dank moderner Maschinentechnik alles abgeräumt, was gewachsen ist. Dass die Tiere in Wald und Feld davon leben müssen, dass etwas für sie übrig bleibt, haben viele vergessen.

Wo nur die Hasen bleiben ...

Hasen brauchen vielfältige ErnährungVor kurzem stand in einer großen Illustrierten: "Wo nur die Hasen in diesem Jahr bleiben?" Vielleicht kommt einem dabei in den Sinn, das man ja auch schon lange keinen Hasen mehr gesehen hat. Da diese vielfältige Nahrung brauchen, leiden sie besonders unter der landwirtschaftlichen Monokultur und sind in manchen Gegenden vom Aussterben bedroht. Das sorgt auch den verantwortlichen Jäger, der sich bei der jährlichen Treibjagd nicht blamieren will, wenn die Jagdhunde zu wenig Beute aufstöbern. Schließlich war es ja in den vergangenen Jahren so, dass er, der Jäger, für das "ökologische Gleichgewicht" sorgen wollte - und Hasenbraten gab´s obendrein.

"Was soll ich machen, wenn du zu wenig Hasen bringst?", macht sich die Wirtin über ihren Mann und Hobbyjäger lustig. "Muss ich dann nächste Woche welche zukaufen?" "Wir könnten den Rehbraten verstärkt anbieten", beruhigt der Mann. "Die Rehe gefährden wie in jedem Jahr den jungen Baumbestand. Wir werden genügend Rehe schießen." Dass die so beklagten "Flurschäden" vielleicht mit der industrialisierten Landwirtschaft zusammenhängen, daran denkt kaum einer. Wenn die Tiere zu wenig natürliche Nahrung finden, sind sie nämlich gezwungen, auch dort nach Nahrung zu suchen, wo es dem Menschen nicht gefällt.

Abdrücken oder nicht

Wenn nun jemand sagen würde "Es gibt zu viele Menschen hier, wir werden einige erschießen", würde man sich mit Recht entrüsten. Doch bei den Tieren gilt es als normal, die "Population" auf diese Weise zu "regulieren".
Doch diese scheinbare "Normalität" wird immer mehr hinterfragt. Z. B. sind vielen Lesern der Schrift Tiere klagen - Der Prophet klagt an (vgl. http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html) die Augen darüber aufgegangen, was der Mensch den Tieren antut, ohne sich ein Gewissen dabei zu machen.
Was wäre, wenn der Mensch die Sprache der Tiere verstehen könnte? Wenn ihm das Reh in die Augen schauen würde und er hören könnte, wie es sagt "Schau mich doch an, ich bin ein Teil von dir! Weil wir in unserem Innersten eins sind!" Würde er dann noch abdrücken?

"Wir wohnen hier"

Er wohnt hierTierfreunde haben an einem Waldstück ein kleines Schild angebracht, auf dem Tiere abgebildet sind und auf dem steht "Wir wohnen hier". Tiere wohnen an vielen Orten: In einem kleinen Loch im Dachgebälk hat die Hummelmutter ihre Eier abgelegt und die Öffnung zum Schutz fein mit Lehm verschlossen. So manches kleine Tier wohnt im Blumenkasten oder im Balkon. Und dort, wo Tiere für den Menschen zum Problem werden - die Ameisen in der Küche oder die Motten im Schrank - zeigen sie dem Menschen symbolisch, dass er, der Mensch, ein Problem hat, z. B. mit der Hygiene und Sauberkeit.

Mit Problemen in den Wald

Wie oft geht der problembeladene Mensch mit seinen düsteren Gedanken auf die Tiere zu? Bei einem Waldspaziergang will er eventuell etwas Ruhe und Abstand gewinnen, trägt aber alle seine Probleme und Frustrationen zu den Bäumen und Kleintieren hin, weil er dann doch nicht abschalten kann. Seine Gedanken und Empfindungen sind nämlich Energie und strahlen in seine Umgebung aus. Deshalb hätten sich die Bewohner des Waldes gefreut, wenn einmal einer gekommen wäre, der fröhlich ist oder der sie beachtet und gern hat! Doch wieder einmal musste die "arme Natur" den "armen Menschen" aufnehmen, dessen Unrat nicht nur unsichtbar, sondern oft auch sichtbar herumliegt - wo immer er z. B. Müll bequem loswerden wollte.

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Anders denken

Vögel füttern - jetzt auch im Sommer wichtigJeder, der hier umdenkt, kann viel für die Natur und für die Tiere tun. Wer sich nicht von seinen eigenen Sorgen umwölken lässt, spürt vielleicht, wie die Tiere und Pflanzen leiden und was er tun kann, um ihr Leid zu mindern. Es wäre schon ein kleiner Anfang, wenn man z. B. beim nächsten Waldspaziergang einige Körner als Nahrung für die Tiere mitnehmen würde. Oder in seinem Garten eine Wasserstelle - z. B. eine Vogeltränke - einrichtet, wo die "Übernächsten" regelmäßig trinken und sich baden können. Denn wir brauchen die Natur, und die Natur braucht uns.


 



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Fernsehtipp: www.erde-und-mensch.tv

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