Ein
Tier sieht uns an
"Schau
mich an,
ich bin ein Teil von dir"

"Wenn es draußen heiß ist, braucht mein Körper
besonders viel Flüssigkeit", denkt sich ein Mensch und trinkt
entsprechend mehr. Dass dies für die Tiere ebenfalls gilt, daran denkt
er meistens nicht. Neulich waren die Rehe ganz nahe an der Siedlung.
"Schön", sagt mancher, "die Tiere haben offenbar keine
Angst vor den Menschen". Doch, das hatten sie, deshalb schafften
sie es auch nicht bis zu einem Teich nahe den Häusern, an dem sie ihren
Durst hätten löschen können. Ein großes Wasserloch, das es früher im
Wald einmal gab, ist leider ausgetrocknet, seitdem der
Grundwasserspiegel gesunken ist. Das liegt daran, dass riesige Mengen
Quellwasser für die Versorgung der nahe gelegenen Stadt abgepumpt
werden.
Wenn keine Wolke am Himmel zu sehen ist und die Sonne
herab sticht, suchen sich Menschen gerne ein schattiges Plätzchen. Eine
leichte Kopfbedeckung oder ein Sonnenschirm helfen ebenfalls. Auch die
Kühe und Schafe auf der Weide leiden unter der Gluthitze. Doch "den
Tieren macht das ja nichts aus, wenn sie in der Sonne stehen
müssen", denkt sich mancher. Er hat sich nie Gedanken darüber
gemacht, ob sie nicht vielleicht genauso Schutz suchen wie er. Und
deshalb kam ihm auch nie in den Sinn, dass z. B. ein Unterstand auf der
Weide gut wäre, wo die Tiere etwas Schatten finden würden oder Schutz
bei starkem Regen.
Alles
Gute kommt von oben, oder?
Zu einer anderen Zeit trifft es die Tiere auf dem
Feld besonders arg: Kiloweise Mist und Gülle wird über sie ausgegossen
und der Mensch ist zufrieden, dass das Feld jetzt gedüngt ist. Wie es
ihm ergehen würde, wenn andere ihren Kot auf seinen Kopf kippen, daran
denkt er nicht. Auch nicht daran, dass unzählige Bodenlebewesen bei
diesem Vorgang getötet oder schwer verletzt wurden. Bei der Ernte wird
später dank moderner Maschinentechnik alles abgeräumt, was gewachsen
ist. Dass die Tiere in Wald und Feld davon leben müssen, dass etwas
für sie übrig bleibt, haben viele vergessen.
Wo
nur die Hasen bleiben ...
Vor
kurzem stand in einer großen Illustrierten: "Wo nur die Hasen in
diesem Jahr bleiben?" Vielleicht kommt einem dabei in den Sinn, das
man ja auch schon lange keinen Hasen mehr gesehen hat. Da diese
vielfältige Nahrung brauchen, leiden sie besonders unter der
landwirtschaftlichen Monokultur und sind in manchen Gegenden vom
Aussterben bedroht. Das sorgt auch den verantwortlichen Jäger, der sich
bei der jährlichen Treibjagd nicht blamieren will, wenn die Jagdhunde
zu wenig Beute aufstöbern. Schließlich war es ja in den vergangenen
Jahren so, dass er, der Jäger, für das "ökologische
Gleichgewicht" sorgen wollte - und Hasenbraten gab´s obendrein.
"Was soll ich machen, wenn du zu wenig Hasen
bringst?", macht sich die Wirtin über ihren Mann und Hobbyjäger lustig.
"Muss ich dann nächste Woche welche zukaufen?" "Wir könnten den
Rehbraten verstärkt anbieten", beruhigt der Mann. "Die Rehe gefährden
wie in jedem Jahr den jungen Baumbestand. Wir werden genügend Rehe
schießen." Dass die so beklagten "Flurschäden"
vielleicht mit der industrialisierten Landwirtschaft zusammenhängen,
daran denkt kaum einer. Wenn die Tiere zu wenig natürliche Nahrung
finden, sind sie nämlich gezwungen, auch dort nach Nahrung zu suchen,
wo es dem Menschen nicht gefällt.
Abdrücken
oder nicht
Wenn nun jemand sagen würde "Es gibt zu viele
Menschen hier, wir werden einige erschießen", würde man sich mit Recht
entrüsten. Doch bei den Tieren gilt es als normal, die "Population" auf
diese Weise zu "regulieren".
Doch diese scheinbare "Normalität" wird immer mehr hinterfragt.
Z. B. sind vielen Lesern der Schrift Tiere klagen - Der Prophet
klagt an (vgl.
http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html) die Augen darüber aufgegangen, was der Mensch den
Tieren antut, ohne sich ein Gewissen dabei zu machen.
Was wäre, wenn der Mensch die Sprache der Tiere verstehen könnte? Wenn
ihm das Reh in die Augen schauen würde und er hören könnte, wie es sagt
"Schau mich doch an, ich bin ein Teil von dir! Weil wir in
unserem Innersten eins sind!" Würde er dann noch abdrücken?
"Wir
wohnen hier"
Tierfreunde
haben an einem Waldstück ein kleines Schild angebracht, auf dem Tiere
abgebildet sind und auf dem steht "Wir wohnen hier". Tiere wohnen
an vielen Orten: In einem kleinen Loch im Dachgebälk hat die
Hummelmutter ihre Eier abgelegt und die Öffnung zum Schutz fein mit
Lehm verschlossen. So manches kleine Tier wohnt im Blumenkasten oder im
Balkon. Und dort, wo Tiere für den Menschen zum Problem werden - die
Ameisen in der Küche oder die Motten im Schrank - zeigen sie dem
Menschen symbolisch, dass er, der Mensch, ein Problem hat, z. B. mit der
Hygiene und Sauberkeit.
Mit
Problemen in den Wald
Wie oft geht der problembeladene Mensch mit seinen
düsteren Gedanken auf die Tiere zu? Bei einem Waldspaziergang will er
eventuell etwas Ruhe und Abstand gewinnen, trägt aber alle seine
Probleme und Frustrationen zu den Bäumen und Kleintieren hin, weil er
dann doch nicht abschalten kann. Seine Gedanken und Empfindungen sind
nämlich Energie und strahlen in seine Umgebung aus. Deshalb hätten sich
die Bewohner des Waldes gefreut, wenn einmal einer gekommen wäre, der
fröhlich ist oder der sie beachtet und gern hat! Doch wieder einmal
musste die "arme Natur" den "armen Menschen" aufnehmen,
dessen Unrat nicht nur unsichtbar, sondern oft auch sichtbar herumliegt
- wo immer er z. B. Müll bequem loswerden wollte.
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