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Supermarkt-Giganten
verschleudern Ware zum Billigst-Preis
Die
nächste Runde in der Vernichtung des Mittelstands?
US-Handelsriese Wal Mart
begann in Deutschland mit einem neuen "Preis-Krieg": Dose
Cola für 29 Pfennig, ein Pfund Kaffee unter 5 Mark und vieles mehr.
Der deutsche Konkurrent Aldi zog nach: z. B. ein
Liter H-Milch für 75 Pfennig, Dose Bier für 39 Pfennig. Auch andere
"Große" ziehen nach, z. B. Lidl, Plus. Das Kartellamt vermutet
Verkaufspreise unter den Einkaufspreisen, und Experten sprechen von "Selbstzerfleischung"
(Bild, 27./28.6.2000). Obwohl die Multis Milliarden verlieren, senkt Wal-Mart
die Preise weiter: Europa-Chef Leighton: "Ja, wir verlieren in
Deutschland. Ende nächsten Jahres werden wir Gewinne machen"
(Focus Nr. 27/2000).
Die Wal-Mart-Eigentümer aus den USA gelten übrigens als "die
reichste Familie des Planeten".
Die Hintergründe. Die
Multis denken langfristig. Wer den Preiskrieg nicht mitmacht, verliert
Marktanteile und geht zugrunde. Wer mitzieht, aber die Verluste nicht
ausgleichen kann, geht ebenfalls zugrunde. Ein Sprecher des deutschen
Einzelhandelsverbands: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis
Mittelständler und selbst renommierte Ketten über die Klinge springen."
Kleine
Händler akut bedroht
5000 kleine Händler sind bereits akut bedroht, auch
die Ketten Spar und Tengelmann machten insgesamt Verluste
bzw. schlossen Märkte.
Was passiert am Ende mit den Verbrauchern? Hat der größte Fisch alle
kleineren gefressen, könnte er die Preise wieder nach Belieben erhöhen
und die jetzigen Verluste mehr als ausgleichen - so geschehen bereits in
anderen Branchen.
Während auch kleinere Hersteller durch Knebelpreise in den Ruin
getrieben werden, nützen große Produzenten die Preissituation aus, um
kräftig aufzuschlagen. Gigant Kraft Foods z. B. (Kaffee,
Schokolade) will alle Produktpreise um mindestens 10 % erhöhen (Bild,
3.7.2000).
Denkt man noch langfristiger, stellt sich die Frage: Wird es bald nur
noch wenige Reiche geben und viele Arme, die man bei Bedarf wieder zu
Sklaven machen kann?
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Qualität
zählt
Wir fragten Stefan Allescher vom Spessart´s
Natursupermarkt in Altfeld, ob man dort die Auswirkungen des
Preiskriegs spürt und was er den Verbrauchern rät.
"Unsere Kunden schauen vor allem auf die Qualität der
Nahrungsmittel und freuen sich natürlich auch über so manches
´Schnäppchen´. Bei einem solchem Preiskampf aber kann man sich
fragen, auf wessen Kosten er geht. Muss ihn nicht letztlich doch
der bezahlen, der heute noch scheinbar profitiert? Außerdem
bedeuten „immer billigere Lebensmittel" auch: Die Natur
wird noch mehr ausgebeutet, die Arbeiter bekommen noch weniger
Lohn, die Qualität der Ware wird noch schlechter. Wer sich hier
informiert, kann gute Entscheidungen treffen." |
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